Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- Heft 20 (7.11.1932)
- Date
- 1932-11-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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.....•** ■•♦.ssu** ~,«m&££äiRi Der Spiegel miserer t;^»^^\^«wnSS^J*5Sg|S^,* <V&$$j3 v<Ü5fiK5 Mgi^i^ ,* ^g^m^ —■ WDI fPaWBIWI......>NgPBHCi________ «gBff^~j£*£^^ - 4*s- V.<Mrt^:Tr^ i ggng ö Ein Wohlverhaltungszeugnis und seine Folgen Berti -Ohl jWtaö Ornsfelrr, Präsident tien Umo^ tfudtf zur Verfedigtnra des Pakfes mit 'den ^Werfc- Äatjgen" am Dieser schtnufeigje OestnniingsscKach^r fiai nämttdf auch äen anständlaew Leuten der '•^Äifan'' tffe Red« verschlagen . 1 Also sMIt Herr Dfc Ornstefit Ifen M\rffötfgjejtf' SBQoiau^rtetf' mchstetoertde Atteste ausr Ersteng sind die „W&mtigstf* in 'den Kulfusfelntfe nie Sozialisten Eeweäeit; Nur die sozialistischen Juden w(d PSDale-ZiowSste, :Htegft »^chlinoe'1, haben gegen die Union! gestimmt JT „WerlÄtifijen41 waren bei allenl Abstimmungen " Seite der UiSori zu Andern i Zweitens wollten die „Wjerktätigen" niemals die :Rusgemcmd« erobern, Sde dies die bösem sozial _ feeben Juden und1 Poate-Zionisteni sollen. Sie beffnügert sich1 deshalb, ÄCfeg^niossen! der fuiilan 2» Wdbettv diese reg^erefl itH lassen! und weiter sfe zu stüiirnert. Daraus zfcftt nun Dr. Drwsfdni dem Schlußs Mit kiäugen". dfe in der Kultusstube kein« Sbziasem wonenv kann matt jeden Pakt abschließen. Sie sind, weil durch1 kein' sozialistisches Programm hwert, für alte zu haben. Ihnen kann matt den Verzicht auf die DtorcHides allgemeinen ^Wahlrechtes auferlegen und jede Erwdtttitnta des Wahlrechtes auf vier aufschieben. Kurz und gut; efettW wiiHiälWäärew Partner, der ^df für die regferendw Plutokratert ,ßr)östituierii. kann mm sfcfo gar nicht wtonsefteri i; i .< fi ', ™*i Vrm daher die Folgens ' Dkl ^WerWättgen'V werden gertömmen,, düWen Plutokraten1 aus der Hand fressen und au! einer , allerdings hinter denselben, kandidieren. Ihre Kostplätze erhalten sie sicher, ohne jeden ai. ßeitrag, die sa Ausgehältenen müssen sich verpflichten, niemals eine Stelle im Gemeindeäsidium .anzusffeben',, sondern auch1 da die Union Kurzum, dl« *WieÄ%tt" sirTdfi - Voml VörwiurfÄ Sozialisten! zu sein^ «jndgultlgi ge- MEn'tgegew vorher gehegfen starken Befürch'tungien'V vie Dr. Ornstein erklärt, wollen sie keine sa- Ipalisracbe Qemeindepofitik» Von ihnen ist alles für die riaar gesclfenkfen1 Man- Öate zu haben. SOfer zahlt, schafft an. Und die Union .feauft sich die paar Lakaien und läßt sie gegen die {^cirklichen jüdischen Sozialisten, die das allgemeine EKahirecttt fordern, aufmarschieren. Die moralische Hinrichtunp ihren Kostkinder hat Jffl« Union schon bewerkstelligt, am & Dezember -l&ird die jüdische N7ählcrschalt die Plutokraten mit- Bämt ihren Arrivierten zum Teufel jagen. jüdisch« Wähler, merkt euch das Urteil der Union' Oker die „Werktätigen". Nur weiter, Herr Dr. Ornstein! Klären Sie die jü- Hfeche Bevölkerung immer mehr darüber auf, wer die Werktätigen" sind und wie Sie sie für Ihre Liste gewonnen haben. * Der, Dank der jüdtecK'eirt Sozialisten ist Ihnen Kdher! , m Vor Tisch aber las man es ganz anders Nämlich bei der vorigten Kultuswahl, wo. die jjWahlvereinigung der werktätigen Juden" von den jüdischen Sozialisten gegründet und gelenkt war. Da schrieb in der „Jüdischen Volkszeitung'1 vom 30. November, Gen. Robert Aschers ' | „NKählet alsö am Sonntag} sozialdemoIfrafechT' I „töten man die Aufrufe den .Union" liest und iftre Versammlungjsredne« ÜÖrt, reibt man sich1 verwundert die Augen und schaut auf den Kalender,, um sich zu vergewissem, In weichten Zeit man lebt Das ist ja Spuk, was sich da herumtreibt,, das sind ja Gespenster aus glücklich verschwundenen Zeiten, von denen man nicht arwartete, daß sie noch lange wach ihrem politischen' Tode keine Ruhte finden und herumgeistern würden1. Da sind ja die seligen alten Manchesterliberaienv das sind 'die famosen Politiker des selig entschlafenen ersten Wahlkörpers den Inneren Stadt, .die annodazumal in noblen Extrazimmern ihre Wählerversammlungen' abgehalten und sich gegenseitig niedliche Geschichten vom Hochhalten der Fahne des Fortschrittes erzählt habend Das riecht ja alles nach Moder und vergilbten Nummern der „Neuen Freien Presse"!. Das lebt nur mehr von der Erinnerung einstiger Größe und Herrlichkeit, wie ihre Nährmutter, die liebe, alte Tante aus der Fichtegasse, und traut sich niemanden unter die Augen' ~ als bloß noch jüdischen Kultuswählern!" Ja damals, da war, die Union der Klassenfeind, ihr Auftreten „Spuk", ihre Politiker „erster Wahlkörper der Inneren Stadt". Aber heute reiht es sich gut in die Liste des ersten Wählkörpers, hinter die Plutokraten, die „Gespenster" von damals. Aus dem Spuk ist der Speck geworden, mit dem man die Mäuse fängt. Die Plutokraten kaufen sich um ein" paar Mandate die „Werktätigen". Sie drehen das Blatt um: Plufokratie der Union bleibt Trump! und die „Werktätigen" werden, ihres ursprünglichen Programm mes entkleidet, zu Gespenstern, die niemand mehr ernst nimmt. Ihr Auftreten in der Wahlbewegung ist ein lächerlicher Spuk, bei dem einen nur noch die Spucke wegbleibt. i * \ Mit dem Herzen beim Proletariat, mit dem Magen bei der Bourgeoisie Also: es marschiert sich gut hinter den „Gespenstern" der Union, hinter den zahlungskräftigen Anschaffern der „werktätigen" künftigen „Mandatare", wie die von der Union Aufgehaltenen heißen werden. Wie sieht das aber vor den Wählern aus? Die „Werktätigen" haben bewiesen, daß sie an der ganzen Wahl nur die paar Mandate interessieren, die sie sich schenken ließen. Sie verschwinden in der Unionliste lind weichen dem ziffernmäßigen Nachweis, daß sie im jüdischen Wien eine Null sind' und wegen ihrer verräterischen Preisgabe des allgemeinen Wahlrechtes verachtet werden, aus. Der jüdische Wähler schafft sich ein Bild: Leute, die bisher vorgaben, ein Programm zu haben1, sind bei ihrem vorgeblichen Häuptfeind untergeschlüpft. Programmatisch haben sie nichts erreicht, ihr einziges Andenken bleiben ein paar geschenkte Mandate. Die „Werktätigen" ziehen es vor, sich1 Mandate von ihren Gegnern schenken zu lassen, anstatt sie zu erobern. Sie zeigen damit, daß sie sich unfähig fühlen, in freier Wahlbewerbung vor die Wähler zu treten. Welches Programm immer sie zu haben vorgeben, die Tatsache ist, daß außer den Mandaten die „werktätigen" nichts interessiert, sie verantwortungslos sich dem verkaufen, der diese Mandate anbietet. Im jüdischen Wien ist Gleiches bisher noch nicht gesehen worden. Der Grad politischer Verworfenheit, moralischen Zerfalles und Preisgabe einer politischen Vergangenheit läßt sich nur in dem Refrain festhalten: „Mit dem Herzen beim Proletariat, mit dem Magen bei der Bourgeoisie. n£ i. Praktische Gashaushaltgeräte erhältlich bei allen Installateuren Wiens und Bei den Wiener staotisdien Gaswerta Ständige Ausstellungen:1 VIII., Josef Städterstraße IQ XII., Theresienbadgasse 3 XX., Denisgasse 39 8 bis 18 Uhr Hb CKSBESSnl Historische Parallelen oder wie es sich christelt, so jüdelt es sich i. Qhristlioheoziale und Heimwehr. Die Christlichs'ozialen sind sich wohl darüber klar, daß sie die Partei von gestern sind, daß sie der schiefen Ebene, die zum Abstiege führt, nicht entgehen können.' Sie sind an den inneren Widersprüchen ihrer?artei gescheitert. Dem Bankkapital (Kienböck) und dem Arbeiter (Kunsohak), dem Handwerker (Spalowsky) und dem Großindustriellen (Seipel), dem Großbauern (Dollfuß) und dem Kaufmanu (Heini) zugleich kann man nicht dienen. Eine solche Partei maßte sioh selbst ad absurdum führen. Sie klebeD deshalb beharrlich an Mandaten und Minister* tesseln und leben in ständiger Angst vor Neuwahlen. Es meldeten sioh auch beredt» die Erben. Die ersten waren die Laudbündler. Ihre Uaentsxmlossenheit aber in den Entscheidungsfragen zwischen Groß- «od Kleinbauern* tum setzte ihrem Wirisen enge Grenzen, Ee folgte die Heimwehr. Mit rebeHiwjhem Ibm-fta »Ahm «fo den Anlauf gegen die Qtfia*Uob»>rf8kn. Am BeutoohlMd drang aber die oobwex« nxmkunreat dn Mlrtfr^iriiMtoU)» ein, In punoto adikakc Plu»eo)ogfc «m #• Kftrfden Seim* wetaw ^jhmm^m die Zerklüftung unter den Heimwehrlern im Nationalrate ist bloß ein äußeres Symptom des Niederganges. In ihrem Bingen um die Existenzmögliohkeit klammern sich nun die OhristHohsozialen an die Heimwehrler,' die gleich ihnen vom Untergange gezeichnet sind» um einen letzten Versuch zu unternehmen — mit .vereinter Kraft zumindest einen Teil der Macht zu erhalten. Fallende politische Gruppierungen leiden nioht an Charakterstärke. Die Programme beider Gegner von gestern werden einander angegliohen. Da beide Partner nichts Positives mitbringen, finden sie leioht die verbindende Formel: Anti-Marxismus. * IL Die rfünion" und die ^Werktätigen*. Die ,;Union österreichischer Juden* war sioh schon lange darüber klar, daß sie die jüdische Gruppierung von gestern ist, daß sie der schiefen Ebene,- die zum Abstiege führt, nicht entgehen kann, Sie mußte an ihren inneren Widersprüchen scheitern. Sehen wir uns doch ihren Klub im Kultus vorstände anl Neben Dr.. Haase, der Fort» sohrittsjude, der den jüdischen Ruhetag von Samstag auf Sonntag verlegen möchte, Herr. Wolf Pappenheim; der einen Wieuer Tempel nioht betritt, da der Almemor, das eigenartige Podium, auf welchem die Thora vorgelesen wtpd, eich nicht in der Mitte dea Gebäudes befindet, eondern der £undeajade angeschlossen ist; neben dem 8dwfaAobes und Mitarbeit« des Lippowitz^ournals, Herr Buchwald und dem .vielfachen Hausbesitzer und! Sozialiatenfresser, Herr Baurat Kempler, Mitglieder^ die: immer am Sprunge sind, ihre sozialdemokratische Partei* legitimation aus der Brieftasche zu ziehen; neben Anhängern? dea Palästinaaufba'uwexkea, fanatische Hasser siesos Werkes*« Gegen, alles positiv Jüdische haben sie Vorbehalte', spricht man sie aber als Deutsche an, wehren sie sich! dagegen. In ihrer sogenannten geistigen Perspektive (siehe ihr Organ „Die Wahrheit',) reimt sich das Goethe-Jahn auf —Simchath' Thora ... Eine solche Gruppierung mußte sich selbst ad absurdum führen. Sie kleben des» halb beharrlich an ihren Mandaten und leben in furchtbarer Angst um herannahende Neuwahlen. Es meldeten sich, auch bereits die Erben. Die ersten1 waren die bürgerlichen Zionisten, Allein ihre inneren1 Streitigkeiten — Anhänger und Gegnern jüdischer Landespolitik, Kevisionismus; Radikale — setzen ihrem Wirken] zunächst enge Grenzen. Es folgten die jüdischen Sozial listen. Mit Elan schickem sioh Juden-Sozialisten ial Verein mit Foalezion an, die Position der Jüdischen KulJ tusgemeinde für die arbeitende jüdische Bevölkerung zu erobern. Während die Poalezion und der Teil der sozial listischen Juden, der sich ihnen anschloß/ ein Programm] hatten, artete bei den Desidenten; den sogenannten ^Werk« tätigen Juden" die Tätigkeit in der Kültragemeinde inj einen persönlichen Kampf um Mandate aus. (Es ist ja( bezeichnend, daß die gegenwärtigen Mandatare den ^W. J.^ im Kultusvorstande mit der Leitung keinen Kontakt habenJ sie haben sich dort selbständig gemacht;.ist das nicht! eine Kopie der Heimwehr im Nationalrate 7), im-Kultus« vorstände sanken die Vertreter der ,jW. J/*j insbesondere: nach dem Ableben .von Gustav Moriz, in völlige Bedeu;*, tung&losigkeit, sie blieben auf der Strecke. / In ihrem verzweifelten Ringen um ihre Ezistenzmög^ lichkeit klammert sich nun die ,jUnionw an die rnandafo* hungrigen „Werktätigen"? die gleich ihnen von Unter*, gange gezeichnet sind, um einen letzten Versuch ztt unternehmen — mit vereinter) Kraft sramindeotl einen' Teil der Macht zu erhalten!. ' Fallende politische Gruppierungen leiden nicht anl Charakterstärke. Die Programme beider Gegner von gestern; werden einander angegliohen. Da) beide Partner niohtsl Positives mitbringen, finden sie leicht die verbindende: Formeli Nioht-NationaL HL;U.nd die Löhret Werden sioh die jOhristHchsoäaleu von dem ihhettf besohiedenen Untergange retten? Werden die Heimwehries durch die Opferung ihres Programmen und das Aufgehen1 in der Christiichsozialen Partei ihrem Verfalle entgehen l Jeder denkende Mensch weiß, daß dieses Bemühen* aussichtslos ist. Werden die jüdischen' Wähler dea vraluiea Sintqi dieser parallelen Vorgänge im jüdischein Leben nioht, er« kennen? Kann man im, jüdischen Leben das Rad dezj Gesohiohte nach rückwärts drehen? Wer vor sich und seinen Volksbrüdern, den1 arbeiten1« den jüdischen Menschen Respekt hat» kann nioht daranC zweifeln, daß die Antwort der jüdischen Wähler ant 4, Dezember lauten wird: Sozialistische Liste! Mitteilungen der Soz. Liste XVI.—XVII. Bezirk: Montag, Mittwoch, Samstag, 8 b\i 10 Uhn abends, Cafe* Alt Wien, Ottakringerstraße 37. Sprech^ i . . , * II. Bezirk: Täglich 10-12 Uhr und 14-22 Uhr: BQra^ tage Vecrsammlungskalender Montag, den 14* November, Cafe" Schwenderhof, Maria« hilferstraße 189, halb 8 Uhr abends. Referent: Dr. Glan« Samstag, 12. November, Restaurant Ehrllchhof, XX^ Klosterneuburgerstr. 12, 8 Uhr. Ref.: Singer, Dr, Glane* Dienstag, 15. November, Munzsäle, XVII., Bergstelgg^ 8 Uhr abends. Ref.: Dr, Sokal, Mendel Singer. v Dienstag, 15. November: Restaurant Littmann, III., Rai« detzkystraße 21. Referenten: Dir, Glanz, Dr. Sokal. . Donnerstag, 17. November» Cafö Thereslenbad, XII«] Schönbrunnerstraße 271. Referent: Dr. Sokal. Donnerstag, 17. November, Restaurant Hacker, XX«; Rauscherstraß« 5. y Samstag, 19, November, Helnrlchshof, XX., JSgerstr. 17} b^m.