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Der Jüdische Arbeiter · 1932-10-21 · Heft 19 (21.10.1932) · page 2

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
9 (1932)
Issue
Heft 19 (21.10.1932)
Date
1932-10-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Der jüdiaefaie Arbeiter Der Leidensweg unserer Genossen in Rußland (Aus den Mitteilungen der Auslamdsdelegation der zionistischsozialistischen Partei in U. d. S. S. R.) Turuchansk. Im. Dezember-1931 meldete sich Gen. Nathan Diskin Bei dem örtlichen G. P. U.-Kommissär, um die ihm von den Behörden schon seit drei Monaten (Oktober—Dezember) nicht mehr ausgezahlte Geldsumme einzu- ' fordern. (Wie bekannt, hat jeder pol. Verbannte Anrecht aiuf einen monatlichen Zuschuß von 6.25 Rubel, deren Kaufkraft heute freilich sehr gering ist.) Der Kommissär weigerte sich aber, das Geld auszuzahlen, und als Gen. Diskin zum zweitenmal mit demselben Anliegen erschien, ließ er ihn : einfach verhaften. Am nächsten Tag beförderte ihn die G. P. U. nach dem 28 Kilometer im Süden von Turuchansk gelegenen Dorfe Mirojedino. Dieses aus 13—14 Hütten bestehende Dorf bietet nicht die geringste Möglichkeit Arbeit zu finden. Trotzdem beließ man dort Gen. D. bis zum 15. Februar, berief ihn dann nach Turuchansk zurück, aber nur um ihm die Mitteilung zu machen, daß man ihn nach einem neuen Verhannungsort, nämlich nach Kanaschtschel, einer 122 Kilometer nördlich von Turuchansk gelegenen Siedlung, schicken würde. Kanaschtschel zählt nicht mehr als vier Häuser. Der nächste Kooperativ-Laden, der einzige Ort, wo ma« Brot bekommen kann, ist 16 Kilometer ' von der . Siedlung entfernt. Man muß dort, wegen jeder kleinsten Besorgung, eine Reise von 32 Kilometern hin und zurück machen. Seit mehr als einem Jahre ließ sich dort kein Arzt hlicken, und die nächste medizinische Hilfsstaition befindet sich in Turuchansk.- Gen. Diskin erklärte nun schriftlich, daß er sich weigere nach Kanaschtschel zu gehen, u. zw. aus folgenden Gründen: 1. Der absolute Mangel, an ärztlicher Hilfe, 2. die Unmöglichkeit, Arbeit zm finden — ein für ihn der von seiner Familie keine Unterstützung erwarten könne sehr erschwerender Umstand;' er riskiere, einfach zui verhungern; 3. seine Verbannungsfrist .laufe am 17. Mai ab .und «er könnte hier nicht zur rechten Zeit von einem neuen ' Urteil in Kenntnis gesetzt werden. Als Erwiderung auf diese Erklärung ließ die G. P. U. den Gen. Diskin ins örtliche Gefängnis werfen, in welchem ganz besonders ungünstige Bedingungen herrschen. Der Genosse protestierte gegen dieses ganz unglaubliche Vorgehen, indem er einen trockenen Hungerstreik erklärte. Main überführte ihn am siebenten Tage, d. h. erst nachdem sein Zustand sehr bedenklich wurde, ins Spital; auf diese Weise wurde es ihm'möglich, vorläufig in Turuchansk zu bleiben. In der Verbannung. (Turuchansker Kreis — Ostsibirjen.) Turuchansk und seine, Umgebung sind voll politischer . Verbannter, .u. zw.' sind, es hauptsächlich Mitglieder der Z. S. Partei. Seit eineinhalb Jahren hat die G. P. U. nämlich begonnen, unsere Genossen in dieser Gegend zu konzentrieren. Außer den zuerst .von Kursik und später von Samara hieher verbannten Genossen schickte man nach dem Turuchansker Kreise einen großen Teil der Ende 1931 in Swerdlowsk und in' allerletzter ' Zeit der in Taschkent verhafteten Genossen. Es ist den Verbannten nicht gestattet, in Turuchansk selbst zu bleiben, sondern sie werden in winzigen, 10—12 Wohnhäuser zählenden Dörfern untergebracht. Diese Ort- ' schaftem sind immer sehr weit voneinander entfernt. Nur in den seltensten Fällen ist ärztliche Hilfe an Ort und Stelle vorhanden; meistens sind es viele Kilometer bis zur nächsten medizinischen Station. Ferner ist es äußerst schwierig, sogar die notwendigsten Nahrungsmittel im Dorfe selbst zu bekommen. Die Lebensbedingungen sind so schlecht, daß die G. P. 'U. es .privaten Personen überhaupt nicht gestattet hieher zu fahren, außer Eingeborenen oder Arbeitern, die mit den Sowjettrusten einen Vertrag für bestimmte in dieser Gegend auszuführende Arbeiten abgeschlossen haben.; Trotzdem hier nun ein selbstverständlicher Mangel an Kopfarbeitern und Fachleuten herrscht, gestattet die G. P. U< nur in den seltensten Fällen, daß jemand von den Deportierten einen Posten bei den Behörden erhält. In letzter Zeit wurden sogar auch die schon von früher her angestellten Genossen entlassen. Ein Teil unserer Genossen befaßt sich mit Feldarbeit, andere wurden Holzhacker und schließlich rüsten sich noch welche auf den Fischfang. Leider vertragen unsere 'Leute das wirklich unheilvolle Klima nicht gut; manche erkranken auch an Skorbut, der in diesen nördlichen Gegenden Rußlands stark verbreitet ist« Gefängnisse und Etappen. Die Nachrichten, welche uns aus den Gefängnissen zukommen, entrollten vor unseren Augen ein wahrhaft grauenhaftes Bild vom Leben der Insassen im allgemeinen und ganz besonders der politischen Sträflinge. Alle Gefängnisse sind überfüllt; die Arrestanten müssen sich monatelang auf dem schmutzigen Boden herumwälzen, ehe eine Pritsche für sie frei wird. Diese schreckliche Enge und die ebenso unheilvollen hygienischen Bedingungen maichen aus dem Gefängnis einen Infektionsherd für die schlimmsten Krankheiten. In den letzten Jahren grassieren hauptsächlich Flecktyphus-Epidemien und über die Gefangenen wurde Quarantäne verhängt. Die per Etappe transportierten Gefangenen werden wegen Platzmangel in den Gängen untergebracht. Die meisten von ihnen sind Bauern, die von der G.- P. U. nach verschiedenen Teilen von Sibirien deportiert werden; sie sind elend und zu Tode erschöpft, und ihr Gesichtsausdruck ist grauenerregend. Unterwegs werden sie von einem Gefängnis ins andere geschleppt, und der Aufenthalt, der auf einige Tage berechnet ist, dauert oft viele Monate, wobei die Leute immer Gefahr laufen, sich mit Typhus anzustecken, Die jüdischen Kollektivwirtschaften. a) H o r n o s t a i p o 1 i (Kiewer Kreis). Neben diesem Städtchen wurde vor fast 3 Jahren eine Kollektivwirtschaft für jüdische Siedler gegründet. Sie erstreckt sich über eine Bodenfläche von ca. 600 Morgen, die von dem sogenannten Reserveboden den Siedlern zur Verfügung gestellt wurden. Im Anfang beteiligten sich nur 50 Familien an der Siedlung; im Laiufe der Zeit wuchs aber die 'Zahl der Mitglieder, da die Bewohner des Städtchens in dieser Kollektivwirtschaft den einzigen Ausweg für sich sahen. Aber trotzdem an Mühe nicht gespart wird, leben die Lan.dle,üte sehr kümmerlich, da die Behörde den Löwenanteil an allen Erzeugnissen für sich beansprucht. Die Wirtschaft leidet aber besonders an der schlechten Ausstattung — alles Bitten und Mahnen bei den Behörden ist aber vergeblich. So fordern zi B. -die Siedler seit mehr als zwei "Jahren einen Traktor, den 'man ihnen wohl versprochen, aber nie gelliefert hat. , . Eines JTages,:,im Winter ,1931, .wurden die .Vertreter der Siedlung ganz plötzlich nach Charkow bestellt. Die Freude war groß, denn um was anderes konnte es sich Handeln, als um die so ungeduldig erwartete Ankunft des Traktors. Wie bitter enttäuscht mußten aber die Leute sein, als sie, statt, den erwarteten Traktor in Empfang zu nehmen, vom Kommissariat für Landwirtschaft aufgefordert wurden, ihre Landsleute in Amierika zu bitten, ihnen eine solche Maschine zu schenken, Und so mußten die Vertreter unverrichteter Dinge, voll Verzweiflung nach Haus? zurückkehren. Versammlung folgte nun auf Versammlung.. Man beschloß immer wieder, die Behörden um das nötige Inventar anzugehen. Aber etwas anderes als schöne Versprechen, und Vertröstunigen auf die Zukunft war nicht zu erreichen. Die Behörden haben es bis auf den heutigen Tag an jeder nennenswerten Hilfe fehlen lassen. Die Siedler gehen an Unterernährung, an Entbehrungen jeder Art und Ueberanstrengungen zugrunde. Im Winter mußten sie z. B. fast alle Abende im Finstern sitzen, denn es war kein Petroleum in der Kooperative zu bekommen. Unter diesen schweren ökonomischen Bedingungen leidet natürlich auch der allgemeine Kulturzustand. Die übertriebene Arbeitsleistung, die von den Mitgliedern verlangt wird, wie ,auch die häufigen Reibereien mit der Verwaltung, die nicht immer imstande ist, sich um die Bedürfnisse djef Siedler zu kümmern, haben bei. diesen eine große Entmutigung hervorgerufen, die sich natürlich auch auf kulturellem Gebiete geltend macht. Es wird hier kaum etwas Nennenswertes geleistet. Von Zeit zu Zeit kommt jemand von auswärts, um einen Vortrag über die „politische Lage" zu halten. Fragt man diese Leute aber nach den Ursachen der Hungersnot oder der mangelhaften Beleuchtung, die gar nicht besser wird, obwohl nach dem. „5-Jahr-RIan" 100 Prozent und mehr Petroleum gewonnen sei, so erhält man immer dieselbe stereotype Antwort: „Die Feinde der Revolution hindern die sowjetische Regierung daran, ihre herrlichen Pläne zum Wohle der Arbeiter und Bauern zu verwirklichen." b) Die jüdische Kollektivwirtschaft in Zentral-Asien befindet sich 90 Kibmeter von Taschkent und 15 Kilomieter von der kleinen Station „Zolotaia Orda" (a. d. Linie Taschkent—Sarmakand). Sie wurde Ende 1930 mit Hilfe des „Oset" gegründet. Die Siedler (es sind deren mehr als 100 Familien) stammen aus der Gegend seihst und sind unter dem Namen „bucharische }uden" bekannt. Die meisten-von ihnen gehörten den sogenannten „Lichenzi" an, d. h. sie waren eines großen Teils ihrer politischen Rechte verlustig erklärt worden. Diese Siedler befassen sich ausschließlich mit BaumwoIIzucht, in Uebereinstimmung mit den Plänen der Regierung, diesen Wirtschaiftszweig in Zentral-Asien in verstärktem Maße zu betreiben. Sie müssen einem diesbezüglichen Kontrakt gemäß alle Baumwolle, u. zw. zu einem im voraus bestimmten Preise an die Regierung selbst verkaufen. 1931 kaufte die Regierung, die gesamte Ernte zum Preise von 5 Rubel pro Pud (=■■ 16 kg). Diese elenden Preise hatten eine Senkung der Arbeitslöhne zur Folge. Die Löhne werden hier wie auch in den anderen Kollektivwirtschaften pro Arbeitstag und -Stunde ausgezahlt. Dieses System — man verdankt es einem Beschluß der kommunistischen Partei betreffs der Akkordarbeit in den „Kolchos" (Kollelitivwirtschaften) und der Verteilung der Liga für das arbeitende Palästina Sekretariat: I., Jordangasse 7. Samstag, den 29. Oktober 1932, um dreiviertel 11 Uhr abends, Helioskino, II., Taborstraße 36: Niemandsland Karten sind zu haben im Sekretariat der Liga, I'., Jordangasse 7, Poale Zion-Hitachduth, II., Blumauergasse 1 und bei den Jugendorganisationen. Produkte unter die Arbeiter — ermöglicht eine maximale Ausnützung der Mitglieder der Kollektivwirtschaft. Da die Tarife niedrig sind, bemüht sich ein jeder Arbeiter, den, Normallohn eines Arbeitstages zu übersteigen, aber nicht alle sind imstande, es wirklich au' tun. Die Behörden üben dabei einen so starken Druck aus, daß die Siedler sogar < am 1. Mai arbeiten mußten. Statt Geld bekommen die Mitglieder 3er Wirtschaft, und zwar ein jeder nach seiner individuellen Rechnung, in der Kooperative Brot >uind andere Nahrungsmittel. In der Kooperative ist aber nicht immer Brot zu haben, und es vergehen manchmal ganze Monate, ohne daß man regelmäßig Brot bekommt. Die Siedler gehen in Lumpen gehüllt. Der vorige Winter war besonders schwierig: es gab keine Kleider, kein Schuhwerk, kein Petroleum und oft kein Brot. Die meisten Arbeiter wohnen in fenster- und türlosen Baracken; in einer davon sind 25 Familien eingezwängt. Ater auch in den wenigen Häusern der Siedlung sind die Wohnungsverhältnisse nicht besser. Jede Familie kocht für sich.' Von geistigen und kulturellen Bestrebungen kann natürlich unter solchen Verhältnissen nicht die Rede sein. Rotes Lager beim Adlergebirge Ein Bericht aus dem Sommer 1932. In Südböhmen, hart an der mährischen Grenze, hatten 500 Leute, aus der jüdisch-sozialistischen Jugendbewegung ihr Sommerlager aufgeschlagen. Die 'träge Schönheit der Wald- und Hügellandschaft zwischen Adlerfluß und Adlergebirge hatte einen neuen, einen bewegten und abenteuerlichen Zug bekommen. Zahllose kleine Zelte wuchsen wie Pilze auf den faul gekrümmten Hügelrücken, blaue Arbeiterblu'sen leuchteten am Tag und rote Lagerfeuer am Abend in das verschlafene Glänzen der satten Wiesen hinein und der Rhythmus von Wanderschaft, Lied und Organisation ging durch die gleichmäßig hohen Waldhallen. Es waren durchwegs Kinder aus bürgerlichen Kreisen, Deserteure der herrschenden Klasse oder j^ner Schichten, die sich mit Selbstbetäubung und Selbstbetrug noch zur herrschenden Klasse zählen. Jugendliche Deserteure, diei wenn auch vorläufig nur für ein paar Wochen, den Druck der Familientraditionen ab/geschüttelt Batten, um Atem zu schöpfen und sich auf ihre eigene, selbständige Stellung zu allen Problemen der. Welt zu besinnen: Zum Beruf, zum anderen Geschlecht, zur Juden frage und zur Gesellschaft. Einig waren sie sich alle darin, die kleinen Zwölfjährigen und hochaufgeschossenen Zwanzigjährigen, die Gemäßigten und die Radikalen, die leidenschaftlichen Palästinenser, die bedächtigen „Mährischen*« und die scharfen Berliner: daß sie mit ihren Familien im Kampfe liegen, daß die Lebensformen ihrer Klaisse unhaltbar sind, daß sie einen Weg finden müssen zur Solidarität mit' den Ausgebeuteten, zum Kampfe gegen Unterdrückung und Unrecht. Die Jugendrepublik. Das Lager war nach Altersstufen in einige Gruppen geteilt, die nicht weit voneinander entfernt, ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Jede dieser Gruppen hatte einen Stab von Führern (bei den Kleineren und Kleinsten waren es zugleich Erzieher), die eine durch. Witze und Spottlieder sehr wesentlich gemilderte Diktatur führten. Stramm und dabei sehr auf ihre persönliche Unabhängigkeit bedacht, standen die schlanken Gestalten im Trainingsanzug, Trikot oder blauer Arbeiterbluse vor ihren Zelten und da und dort blitzten die weißen turbanartigen Sonnentücher der palästinensischen Abgesandten auf. Man sah kleine zehnjährige Buben mit unternehmungshistigen Feriengesichtern, schmale sechzehnjährige Schulmädel mit betont jungenhaften Bewegungen, vergrübelte Studenten, die verwirrt und staunend das abenteuerliche Erlebnis der Freiheit in sich aufnehmen und so fort bis zu den ganz Erwachsenen, die als Führer und /Referenten ins Lager gekommen waren, um Seminare über Sozialismus, Psychologie und palästinensische Geschichte au leiten. Man hörte das scharfe resolute Deutsch der Berliner, der „Knorkes", wie man sie allgemein nannte (knorke ist nämlich ~ ihr Lieblingswort und bedeutet auf wienerisch so viel wie tuilli), dazwischen das breite freundliche Böhmein der Eingeborenen und das rauhe bilderreiche Hebräisch der PaJästkienser. Insgesamt nannten sich alle fünfhundert die eirste jüdische Jugendrepuhlik und hatten ein dreifaches (Ziel. Sie wollten durch Selbsterziehung, durch Entwöhnung von Bequemlichkeit und Luxus, durch Aufbau von Gemeinschaft und Kameradschaft ihre bürgerliche und kleinbürgerliche Abstammung überwinden. Sie wollten ihr Teil zur Lösung der Judenfrage, zur Verwandlung des jüdischen Kleinbürgertums in ein normales Proletariat beitragen, dadurch, daß sie, die Intellektuellen, sich selbst zur körperlichen Arbeit erzogen und für die Ansiedlung in Palästina vorbereiteten. Sie wollten schließlich durch Referate, Seminare und Aussprachen in allen Fragen zu einer klaren und festen Weltanschauung gelangen. Ein Tag im Lager. Um sieben Uhr begann der Tag. Es wurde im Chor über das Frühaufstehen im allgemeinen und über die Lagerführung im' besonderen geschimpft und dann gemeinsam im Adlerfluß gebadet. Nach dem frühstück, das wie alle Mahlzeiten einer wilden Schlacht ähnlich sah, wurde die Arbeit verteilt. Der Postminister, der Minister für Proviantur: und die anderen Funktionäre, alle durch phantasievolle Abzeichen erkennbar, traten", ihren Dienst an. Jeweils eine andere Gruppe übernahm die Lehrlingsarbeiten im benachbarten Bauernhof (Holzspalten, Garbenbinden usw.), sowie den Küchendienst und sonstige häusliche Arbeiten im eigenen Lager, .Bei den Seminaren wurde heftig debattiert, immer wieder trat die Politik in den Vordergrund und besonders die Nachrichten aus Deutschland wurden mit Spannung erwartet und mit Ingrimm und Galgenhumor aufgenommen. Der rote Tanz. Nicht immer gelang der Feierabend. Nicht immer war die Stimmung der jungen Menschen der Romantik dieser Waldnächte am Lagerfeuer gewachsen, nicht immer war ihr Schwung so stark, um sie über persönliche Schwierig» keiten, Uneinigkeiten und Mißerfolge hinaus in das Erlebnis kollektiver Festlichkeit zu tragen. Manchmal, nur manchmal gelang es ganz. Und an solchen Abenden glaubte man sich

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