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Der Jüdische Arbeiter · 1932-10-07 · Heft 18 (7.10.1932) · page 2

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
9 (1932)
Issue
Heft 18 (7.10.1932)
Date
1932-10-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Der jüdische Arbeiter organisierte Terror alle Grenzen überstieg. Wählend ihrer 6- bis 8jährigen .Gefangenstehaft, ihres Aufenthaltes in den Politisbl. und in der Verba.nnung — ein Teil von ihnen war 1931 abermals; verbannt worden — hatten sie ja genug Zeit und Gelegenheit gehabt, auf diesem Gebiete Erihjhrtmgen zu sammeln. Sie entschlossen sich zu diesem schweren Schritte nur, weil sie keinen anderen Ausweg fanden. Der 30tägige Hungerstreik dieser politischen Gefangenen, wird dem ganzen kommunistischem Diktatur-System zur ewigen Schande gereichen. Am 25. X; 1931 wurden fast alle nach' Taschkent oder andern Orten verbannten Mitglieder der Z. S. Partei aufs neue verhaftet. Sie blieben bis zum 8. III. 1932 im Gefängnis der G. P. U. Zu ihnen gesellten sich zwei Wochen später noch' 6 in Nowo-Urgenits'chy und Umgebung verhafteten Z. 8. Genossen — im ganzen also .17 Gefangene.) Diese Genossen wurden getrennt von. einander mit gewöhnlichen Verbrechern zusammen untergebracht. Nur die weiblichen politischem Gefangenen blieben — aus rein technischen Gründen — beisammen. Da keine Pritsche frei war, mußten unsere Genossen, während 4 Monaten, auf dem Boden, liegen. Bücher und Zeitungen waren verboten, ebenso -verweigerte man unseren Genossen den „Spaziergang"* Erst nach' Verlauf von zwei Monaten wurde1 dies alles den weiblichen politischen Gefangenem gestattet; bei den Männern blieb alles beim Alten. Die G. P. U. erließ nun ein neues Urteil gegen unsere Genossen, laut welchem ein Teil von ihnen hich den Gegend, von Turuchanisk, und die anderen nach Westsibirien deportiert werden sollten. Darauf hin wurden sie alle am 8. III. nach1 dem städtischen Gefängnis gebracht, j Am 2s- April forderten nun die Genossen, daß sie so sclinell wie möglich und unter besonderer Bedeckung nach ihren Beistimmungsorten gebracht wenden solle m Sie begründeten diese Forderungen wie folgt: 1) Mit dem Urteil selbst; 2) Mit den äußerst ungünstigen Bedingungen, unter denen sie sich' schon über 5 Monate befanden; 3) Bei dem im allgemeinen üblichen Transport p: Etappe, besteh© die ernstliche Gefahr einer Flecktyphusinfektion, da diese Krankheit in fast allen Gefängnissen gra&isiere. Der. Beamte der G-. P.' U. weigerte sich', auf diese Forderungen einzugehen, versprach aber, den' Transport zu' beschleunigen und die infizierten Gefängnisse unterwegs zu meiden. Die Zeit verging, ohne ''dieses' Veteprecheüjj zu erfüllen. Die G. P. U. erachtete ' es' nicht''einmait für nötig, auf die erneuten -Mahnungen'- "unserer Genos-s'ep, zu reagieren.' -;!» '. '• ,; ' •■, . " Die 13' in Haft verbliebenen Genoslseii1 (4 Waren bereite entlassen worden, unter! anderem aucJii/J. Zemlinskiy?-;" ein ernstlich kranker und aufs 'n'ene^y^ erklärten . .nun , nach e^es.'i bea'eitsl'-ö- NMonate währenden Ge fong^o^1iaftf Ä ZV;- den-Hungerstreik, indem sie vom dev Q'. , P,.- "IL: for;derten,; jtinter-- •besonderer Bedeckung' oder p. Etappe < nach -ihren- >Bestimmnngsöa:t'in! . transportiert . -zu werden. .\,■ •,;. ' Am Sten^Tage /erschien der Beamte •ideavG.'P,'U. 1>ed den Gefangenen nnd -teilte:.$lineu mit, daß diese die Streikanhle'ldung zur -Kenntnis!-' genommen /haben. Am St'en Tage versuchten die Beamten der'G.::B: U. durchtrügerische Versprech'u*ngen,-, den Streik. zum' .Stillstand zu' bringen1, aber'-• ver.gebli.ch. •••Am-.. 12ten" Tage'- gingen' ' die' Genossen zum:' „Trockenen"-, ' cL h. was'se'rlosen Hungerstreik über. jp}|y^il^^ ■tv •••«•••^•^•-••f5^_- •'"Tjfgfe 'vers'chlimnVerte Weh "der Zustand unserer Genossen so weit, daß der Gefänginisarzt 'jede- Ver- .antv^OTtiuig'-;für 'ihr Leben "ablehnte1, wenn der Streik nicht sofort aufhöre. Da beeilte sich die Gefängnisverwaltung den .Streikenden einen.,Befeld von der G. P. U. zu Überbringer!)',' laut welchenl'Äjder "' Abtransport am 20. Md!i unter besonderer Bedeckung vor sich gehen sollte. Der Streik wurde abgebrochen und die Genossen nach dem Spital gebracht; Man erfuhr später, daß nach der jVleiBjöljg'O'd'fes' üVi&tes1, noch' ein. halber Hulngertag für die meisten der Streikenden verhängnisvoll gewesen wäre. .'.•■>Am"''&eibe-n? Tag versprach die G. P. U. für ein besseres Esisen ..zur sorgen-1 »und auch einige nebensächlichere Forderung zu erfüllen. Aber kein einziges1 dieser Versprechen wiu;c]e.i^ geheilten: Die Nahrung, die unsere .Genossen nach einem 15tägigen, Hungerstreike erhielten, bestand aus Makkaroni- Süppe,verschiedenen Griesspeisen mit schlechtem Fett zubereitet und etwas Kompott. Die Leute konnten sich vor. Schwäche ■mehrere Tage überhaupt nicht auf. den Füßen -halten; 1;'V--5.- •''• » Arn 18. Mal'erführen die 'Genossen, daß ein Befehl von der G. P. U. vorliege, laut welchem sie per gewöhnlicher Etappe nach ihren Bestimmungsorten1 transportiert werden soll ton — bei etwaigem Widerstand wäre Gewalt anzuwenden: es war nun klar, daß die G. P. U. nicht die Absicht hatte, den Wünschen unserer Genossen Rechnung zu tragen". Der 20. Mai erschien, d. h. der Tag, den die G. P. U. selbst für den Abtransport der Gefangenen — unter besonderer Bedeckung — bestimmt hätte, aber nichts rührte sich. Das ging nun doch schon zu weit, besonders' Leuten gegenüber, die eben einen hinge andauerndem HungersLreik' abgebrochen hatten, Uugaachtat ihres, noch sehr, geschwächten Gesundheitszustandes beschlossen die Genossen, sich durch die Drohungen der G. P. LI. nicht einschüchtern zu; lassen und nicht ein Vorgehen zu dulden, d:i& sogar bei den üblichen Handlungsweise der . betreffenden [Behörde, das Maß des erlaubten weit überstieg. »Sie nahmen daher bereits am nächsten Tage den Streik wieder auf und verweigerten 15 Tage lang jede Nahrung. Endlich, im Angesichts der Lebensgefahr, in der die Genossen schwebten und da sie einsahen, daß die Leute nicht m,c Ii geben» würden, erließ die G. P. U. die offizielle Erklärung, daß Unsere Aufgabe nach der Vereinigung (Aua1 einer Aufsatzreihte von) Josef S p r i n'z ä k.) In einer Besprechung der Bedeutung der Vereinigungskonferehz in Danzig (Davat vom 21. September) gelangt Sprinzak zu folgenden Schlüssen: „Es ist klar, daß angesichts1 der äußeren katastrophalen Lage, im jüdischen Volke selbst irgend etwas unternommen werden muß. Ob der Zionismus die Judenfrage lösen kann oder nicht, darüber werden wir am der Hand größerer Materialien und Erfahrungen — zwanzig Jahre später debattieren. Daß Palästina bereits heute ,-in einem gewissen Ausmaße" eine Lösung ist, gibt man zu. Jetzt ist nun der Zeitpunkt (der Druck von außen) gekommen, jene Möglichkeiten aus dem Volke herauszuholen, um dieses „gewisse Ausmaß" in eine Realität umzuwandeln. Nach den Pogromen in Balta entstand „Chihat Zion, ,,Bilu",, es setzte die neue jüdische Kolonisation in Palästina ein. Nach dem Dreyfuß-Prozeß und dem Auftreten Luegers in Wien, entstand der politische Zionismus. Nach 1905 wurde der Weg gebahnt für Cha.luziuth, und es entstand die Arbeiterbewegung in Palästina. Nach dem Kriege setzte die massenhafte Einwanderung nach Palästina ein. Die gegenwärtige Katastrophe des jüdischen Volkes müßte zur Entfaltung der größten Möglichkeiten führen, um den Zionismus und Palästina zn einer Lösung der Judenfrage, wenn auch nur in einpm gewissen Ausmaße, zu; gestalten. -Hier müßte die vereinigte Weltbewegung ihre Funktion erfüllen, indem sie sich als neue oder erneuerte Kraft an die Volksmassen wendet. Die Vereinigung s-Aite in1 flen Volksmassen einen neuen Willen wachrufen. Ohne eine derartige Aktion ist die Vereinigung nicht von Bedeutung, ohne diesen Versuch wird man die Massen nicht erobern. Ich beschränke mich auf allgemeine Züge, die konkrete Form ist mir auch1 noch nicht klar, aber vor allem müßte die Abs! cht vorhanden sein. Die Ver gangehheit lehrt, daß . 'die intensive Absicht schließlich und endlich! reale Folgen zeitigte. Zu dieser' „Absicht" müsisen^ wir' jetzt die ' gesamte. Bewegung lenken1, auf sie jnu'ß.''das 'Denken unserer besten Menschern konzentriert werden.' Die. Parteikonferenzen in* den verschiedenen' ..Ländern müßten . sich'.' mitdieser' 'Frage befassen. So wollen wji. 'jene.'Atmosphäre schaffen,' in welcher diese Aktion greifbare''' Formen >annelimem kann. : In den Tagen, des-: Sukoth wird die Konferenz der Arbeiterpartei Palästinas tagen. In dieser Konferenz werden wir'.unsmit' der ■ Frage der Bewegung in den anderen Ländern befassen. Es sollte angeregt weiden, daß nachher in allen. Ländern der Diaspora Konferenzen der vereinigten Parteien stattfinden, die nicht nur den ausschließlichen Par-;teifragen'.. gewidmet sein, sondern die •Fragen; der nächsten -Tage in vollem Umfange aufrollen:.sollen. Die Konferenz in Palästdna und die Konferenzen in den verschiedenen Ländern, .die ihr .•folgen sollen, müßten sich der Auf ■ gäbe linterziehen,-: die . Aufmerfksamkeit der jüdischen Masse'n.auf;d'ie-.ersten Taten der vereinigten. Bewegung zu.lenken Die Jugend des vereinigten " Weitverbändes; (Aus den Beschlüssen der giemeinsamen Weltkonfereru.) . 1. Die vereinigte Weltbewegung betrachtet .als ihre, Jugendorganisation jene Jugend verbände,, welche die Grundla'gie der Vereinigung akzeptieren, sich der ■Disziplin des. Weitverbändes, unterwerfen und sich [verpflichten, ihn in seiner Tätigkeit auf allen Gerieten zu unterstützen. 2. Der vereinigte Weltverbarid unterstützt jene 'Jugendorganisationen, wie Gordonia,; Hechaluz' liazair, Haschomer Hazair, Zofi-Chaluzi, die sich als uns nahestehend betrachten. Weltkonferenz Jüdisch-Sozialistischer Jugend in Prag Warschau, 25. : September. .Das Zentral komite des Jüdisch-Sozialistischen Jugend-Weltverbandes h'ät beschlossen, den Weltkongreß, der jüdisch-sozialistischen Jugend in der Zeit vom 6. bis S. Oktober vor Beginn des Internationalen Sozialistischen Jugendkongresses, der am 9. Oktober eröffnet wird, nach Prag einzuberufen. Die Tagesordnung der Konferenz lautet: Bericht des Zentralkomites und der einzelnen Länder über die Lage in cler Bewegung. — Jugend und Partei. — Wir und die anderen zionistisch-sozialistischen Juge'ndverbände (Referenten S. Schärf, L. Spiesmann). Kultur und Erziehungsarbeit (Referenten Kathriel- Wien, Schärf, Krakowie, Erez Israel). Hechaluz-Arbeit in Palästina (Referent Axeirath, Erez Israel). Politischer Kampf, Jugendschutz, Professionelle Arbeit' (Referenten Appelbaum, Newyork, Meiler, Warschau). Organisationsfragen (L. Spiesmann). sie in aller kürzester Frist und xmter besonderer Bedeckung aufbrechen würden. Damit endigte dieser Streik, der 30 Tage mit einiger Unterbrechung angedauert hatte, und ohne den unseren Genüssen nicht die elementarstem Rechte gewährleistet wurden. Unterdessen erkrankte die Gen. N. Rudnianskaia an Flecktyphus und alle Genasisen mußten in die Quarantäne. Waa die Genossin selbst betrifft, ist ihr Zustand sehr ernst, besonders, da ihr. Herz durch den langen Streik geschwächt ist. Dr. Wilhelm Sc hör; Unser Kibbuz in Rischon leZion Zahlreiche Genossen "unserer: Organisation dürften von der Existe^ einess „Kibbuz" unserer Jugendorganisation in Palästina ikaum etwas wissen', hoch weniger weiß man in. unseren Kreisten vom Leben und den Kämpfeh, von den. Fortechritten und wirtschaftlichen Aussichten' unserer jungen Genossen in Rischon le Zion. Diese Tatsache ist bedauerlich und beschämend zugleich. Die Schuld daran liegt, sowohl in unserer Organisation, die es unterlassen hat, einen Kontakt mit den im Kibbuz lebenden Genossen aufrecht zu erhalten, und energisch und beharrlich Berichte von dort zu verlangen, wie auch bei den Genossen im Kibbuz, die es verabsäumt haben, die Organisation zu bestürmen und von ilir tätige Mithilfe zu verlangen. Wir hoffen nun hier, die Brücke errichten zu können und erwarten ab jetzt eine besser.1 Verbindung zwischen: dem Kibbuz in Rischon le Zion und der Wiener Organisation. Ein kurzer Rückblick über das Entstehen dieses Kibbuz wird das Verständnis und die Einstellung wesentlich erleichtern. Im Feber 1930 kamen die ersten jugendlichen Genossen aus der J. S. A. J. und der Poalc Zion, Wien, nach Rischon le Zion. Dort suchten und fanden, sie Arbeits- und Existemzmöglichkeiten. Sic organisierten sich als eine Pliiga des Kibbuz IJameuchad und wohnten vorerst in den von der Kolonieverwaltung zur Verfügung gestellten Baracken und Zelten. Sie lebten ausschließlich von Lohnarbeit und hatten keinerlei eigene Wirtschaft. Nach einem Jahre erhielten sie von der Kolonieverwaltung 2 Dunam Boden geschenkt, auf dem sie mit den Mitteln der Jewish Agency eine Holzbai-acke (Zrif) errichteten. Jetzt erst hatten sie fesitein Boden unter ihren Füssen. Im ihrer Nähe befand sich eine Arbeitergruppe von 15 Schülern der hervorragenden landwirtschaftlichen Schule „Mikweh Israel". Da beide Gruppen dem Kibbuz Hameuchad angehörten, betrieb man zur Vermeidung von Konkurrenzkämpfen innerhalb des Kibbuz Hameucliad und zur Stärkung der Position in Rischon le Zion, die Vereinigung der Wiener Gruppe mit dieser iSGhülergruppe aus Mikweh Isreel. Diese Vereinigung kam Pessaqh1 1931 tatsächlich zustande und bedeutete für die Wiener Gruppe einen ungeheuren Gewinn. Erstens die Möglichkeit einer landwirtschaftlichen Schulung durch die Absolventen der' Schule und dann eine lOOprozentige Hebraisiei-ung. Unsere Wiener Genossen waren gezwungen, im tagtäglichen' Verkehre mit. ihren Kollegen aus „Mikweh" hebräisch zu sprechen. Und die Erfolge nach einem Jahre Zusammenlebens1 auf diesem ■Gebiete sind verblüffend. Wiener Genössen, von" denen man nie annahm, daß sie jemals Hebräisch in-einem weitereinj Auslmaße erlernen würden, fällt esi heute -schon schwer,, deutsche Konversation zu pflegen. Durch den Zusammenschluß kamen weitere 15: Dunam- Boden, die die Kwuzah aus „Mikweh" besaß, sowie ein. größeres Wohnhaus und ein Hühnerstall in den Besitz des vereinigten Kibbuz. Fast zur gleichen Zeit tauchte das Problem der Aufnahme von polnischen Chawerim aus dem-dortigen Kibbuz äl Schern Ber Borochow auf. Es. war r,,;'li-licli, daß feie unserem, Kibbuz! in Iii schon, cin'ge-. ordnet wurden, s'o daß die Zahl den Chawerim des1 Kibbuz ganz plötzlich auf ungefähr 70 gestiegen waiv Diese zahlenmäßige Entwicklung, die ganz unorganisch' imd plötzlich erfolgt war, stand in gar keinem Einklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Kibbuz. Ohne Vorbereitung- und ohne jede Vorsorge hieß es ganz unvermittelt Arbeit für 70 Menschen zu finden. Daß es daher in diesem ersten Jahre und insbesonders im Winter dort. ..nicht sehr erfreulich ansisah, scheint nicht verwunderlich..,.Die .Chawerim führten im vergangenen Winter eineäi herois'chen Kampt gegen Hunger und Krankheit. Für notwendige Investitionen aber mußten alle aufzutreibenden Mittel verwendet weiden. Trotz','aller Entbehrungen hat der Kibbuz iii dem vergangenen schweren Jahre einen Hühnerstall, eine Bäckerei und cLiversie' Zubauten zum Wohnhause aufgeführt, zwei Pferde angeschafft und. außerdem verschiedene notwendige landwirtschaftliche Geräte kaufen können. Mit' dem Kalenderjahre 1932begann auch für. den Kibbuz eine bessere Zeit. Die neue Pflanzungstätigkeit gab wieder genügend Arbeitsmöglichkedt. Auch, die eigene Wirtschart hatte Erfolge aufzuweisen: die gepflanzte Baumschule, bestehend ans 40.000 Stockungen für Oraugenpflanzungen fand infolge der besonders; guten Art sehr guten Absatz und brachte materiellen; Erfolg. Das aüit dem *ßodeu' gezogene Gemüse diente zum größten Teile der eigenen Ernährung, der restliche Ertrag wurde an die landwirtschaftliche Konsumgenossenschaft „Tnuwa"' verkauft. Die im Kibbuz gezogenen Blumen fanden in der Kolonie guten Absatz. Es ist daher die Anlegung einer Rosenzucht für das kommende Jahr geplant, im Hühnerstall befinden sich derzeit 850 Hühner, die aus der Zucht, der hmdwirtscliaftlichen Schule Mikweh-Israel stammen. Die Eier werden zum allergrößten Teil im Haushalt verwendet. Das größte Problem für den Kibbuz, ist das Problem, der Arbeitsbeschaffung. Die Tätigkeit jn den Pflanzungen, wo die liauptsächlichsten Beschäftigiingsmöglichkeiten für den Kibbuz liegen, ist zeitlich begrenzt, so daß es Zeiten gibt, in denen keine Lohnarbeit bei Pflanzungen zu finden, ist. Es muß daher das Bestreben des Kibbuz: sein, Pflanzungen direkt zur Anlage und alleinigen Betreuung zu bekommen. Tatsächlich ist es bereits gelungen,. 120 Dunum Pflanzimgsfläche zur Verwaltung und Bearbeitung" auf eigene Verantwortung zu erhalten. Die gesamte Arbeit wird von den .Genossen im Kibbuz geleistet und

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