Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- Heft 13 (2.7.1932)
- Date
- 1932-07-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 2 Der jüdisehe Arbeiter Bestialische Folterung unseres|Nachtcaf6 in Beth Alpha Genossen BfaiiUfttfei^ gu^^v-zii*!^*8^ ^Äacwcafa.vöii bA v^pim,- mätllSChen Getldafmetf XV«'"- M^tiWindfang,.. Spiegeiscbelben;'Politischen, Vfjie rumänische OendkrmeÄ scÜnVdie Ä zu' j|£ ^ttb.ejwn, Hetufe und Karminrot,; bttttzen; vor den bilden Horden-der „Ertffehefita Üng>rri« lMct. Pä™f?r ^p'edufl und-• " - nicht zurückzugehen. Iii der tötefetf*2dF KaOsie^viel* i??"^-Ja^?nd. 7: „ v "V f .?.^} , Ä teden lassen* dürchÄ MeucÄdriielän ifaibew'älfneten|p.e^\.da; «n^rgleicTihc^ m^te Ifetbafg/ - letzten Tagen drangen erschütternde Nachrichten über die 1?!^ rolibetoniertfen Pferdestall voif^ Betfr- Alpnäf--^ ^alischet-f^tWung; untres, ©enqssen, Schinischon .Bern- Uj* m fetroUicht^ gelblich im Zugwind Hackemd fiä^: ÄfwteToTgt8' befkhtet diGSen erSChÜttem* Dort, P^^te Ebne, Dieses tierische Toben der Sjguranza sollte die Ent- Wo Kommu"e sich stolz an Kommune reiht, gleich - frei - rüstung aller menschlich Denkenden * hervorrufe! $ie^a&P^ ' *- ' *^^%iMu5f!f fi dieser ^estieri, bilden eitie Schmach für,., die ganze Mensch- Heft*ün#^ " *flk . ..M'r-v Kampfe gegen diese Ke"cht *us dem tauschweren, Barbarei nur noch anspornen. Todesschwangeren Dunkel Wir beföÄ "den Siguranza^uftse|e tiefste. Abscheu und übermitteln unserem „f1* be. elt^V-• unglücklichen^ Genossen Braunstein unser aufrichtiges Mitl^^. insc»™lle geföhl und unsere proletaris.che Solidarität. Er1 ist1 eine* |™t J ™\ . . , t der viejen .Qpfet.im( ^nipfe mit de^ ^vertierjlen Henkern Lehllt an die Wand sein Gewehr, gesichert, zuhause des KapiteUsmus/Der Sieg* im .Kanlpfe^ tfegen':'dles^';Barb'dVei | - , > .„ , „ . , , . v „ kann Trost für ihn und uns bringen. Itidieser- Bekundung Rasselnd reißen dieerd^ -Schlaf an eisernen. Ketten, wissen-wir uns einig mit dem kämpfenden Weitproletariat ^!durSülle der NaGfafr^a^i^cl^hciuttdieHya««ründ allen freiheitlichen Menschen. D°CJ der. Sam°var bu^,^ inv^h m'W^l .^S^t f<; „Im Zimmer Nr. 25 des Jüdischen Spitals liegt der Rohbetomerten StaUs am; Rande der syrischen W;üste Mann, mit dem;in der letzten Zeit die Presse sich eingehend Samovar -summt ~p?g^te gIuht auf ~ -ein gIuhendes beschäftigter es ist Braunstem aus Jedinetz, der des Kom ' Punktlein. Reviiionitten-Spiegel hiunismus verdächtigt, von Polizeiorgänen fürchterlich zugerichtet wurde: Schon der erste Eindruck, den man von diesem Menschen gewinnt, ist für jedermann genügend, um sich ein klares Bild über den ganzen Verlauf einer ungeheueren Tragödie, die -sich in den Gesichtszügen widerspiegelt, zu machen! Was dieser Mensch in den letzten Wochen durchgemacht hat, ist so ungeheuer, so schrecklich, daß man nicht glauben kann, im zwanzigsten Jahrhundert zu leben. Es ist beinahe unglaublich, und wäre man nicht Augen- und Ohrenzeuge, s,o würde man glauben, daß die ganze Sache «in Schauermärchen ist. Leider sind es aber unwiderlegbare Tatsachen, geeicht durch blutige Wunden. Dieser Mann, der auf dem Krankenlager vor mir liegt, ist das Opfer einer Mentalität, die sich in Bessarabien eingebürgert 'hat. Wer die Zustände' in Bessarabien kennt, wird alles verstehen. Hie und da ereignet es sich, daß so ein Fall durch die. Presse ans Tageslicht gezerrt wird, und dann wird die ganze Situation blitzlichtartig erhellt. Man findet immer etwas, um diese armen Leute zu verfolgen. Und die zärtliche Stihjhie des jMädchens hebt' an;ntui j melodisch, Und grüßt hastig den Freund, den sie mit Bangen erwartet. Bald darauf flattert ein Lied durch die tiefgebettete Ebne, Einsam chaluzisches Lied völi todesbereiter Extasen. Hört es der Nachtwind im Weh'n und. trägt er's zum blauen Kinereth? . Trägt er's bis über das Meer und, rüttelt vom Schläfe die Trägen? Martha Hofmann. Unser Eine-Million-Groschen- Fonds In der letzten Nummer unseres Blattes' haben, wir unsere Genossen und' Freunde aufgerufen, einen Fonds von einer M i 11 i ö n Groschen zu sch'af- ,.,........ fen, um die wöchentliche Herausgabe unseres Or- Jelzt^heißt: esjagd auf Kommunisten. Was Braunstem er- I ganes in erweiterter Form zu ermöglichen. Der Wider zählte, das passiert vielen Leuten. Und nun lassen wir ihn hall jUnseres Aufrufes ist ein sehr günstiger. Jeder sprechen. I Freund unserer Bewegung weiß, wie notwendig es Im Auftrage des Grankerihauptmanns aus Chotin, Poiist, gerade in! der Zeit der wirtschaftlichen Not und nisoara, erschienen am 7. Mai bei Braunstein, der der Führer politischen Reaktion unsere, die zionistiscn'-sozialisti'- der Poale Zionisten ist, also bei einer zionistischen Partei- I sehe Front, gegen «Unsere Gegner von den verschieden gruppierüng, die Gendarmen Ohitica, Baba und Foti und sten Seiten zu sichern. Und als eine der besten' forderten ihn auf, sofort auf die Gendarmeriekäserne zu Waffen, neben einer schlagkräftigen und gut funkkommen. Er kam hin, und dort wurde ihm mitgeteilt, daß tränierenden1 Organisation, ist eine ausgebaute lin'd1 ein gewisser Nedolni, der übrigens geisteskrank; ist,, ihn des mit ihren Mitgliedern eng verbundene Presse. Das Kommunismus verdächtigt habe." Nedölhi Verdächtigte' 'ihn I könnte ^ein' Wochenöllgah im vollsten Mäße erfüllen. weif|fdeffSpidfiS^e und erklärte, daß er dem- Braunstein Unsere Aufgabe ist; es daher, diesen Fonds auf 700 ||)ollar|rür kommunistisiche Propagandazwecke übergeben I zubringen. Die Sommermonate sollen uns nicht aufhabe: VotF't Uhr 'mittags bis in die späten Abendstunden halten, das Mögliche zu tun, um diesem Ziele nähen wurde Braunstein in der - schrecklichsten Weise gemartert, I zu kommen. Die Vorarbeiten sind geleistet, nun, um Geständnisse zu machen, die die Verdächtigungen Nadol- I heißt es: an dl'e Arbeit' Verschiedene Sam'meimittel nis rechtfertigen könnten,. Er wurde gefesselt, und die drei I Rollen uns ermöglichen, diese Groschen aufzubringen Sergeanten setzten sichauf seinen Körper hin, während man Sammellisten, Blocks zu: 10, 20 .Und 50' Groschen1; ihm mit Ruten die Fußsohlen, System türkische Bastonade, täglich 2 Groschen für,.'diesen Fonds spenden, die peitschte. Als er nahe daran War, ohnmächtig zu werden und dann abgesammelt werden, lind in der, nächsten Zeit Wasser verlangte, brachte .man ihm ein Glas, setzte es ihm Veranstaltungen für diesen Zwiecte — das alles muß: an die Lippen und zog das gefüllte" Glas wieder zurück, ohne 'genützt werden. Alle für^ diesen Zweck einlaufenden ihn aus demselben trinken zu lassen. Dieses Spiel wieder- I Gelder.werden, wie . bereits erwähnt, von Genossen holte man mehrere Male. Und jedes Mal kam der Haupt- Dr. Bernay persönlich.{verwaltet. Die gesamte techmann in die Stube und spornte die Sergeanten an, in ihrem nische Durchführung dieser Aktion liegt in den Hän Gehaben weiter fortzufahren. Das Interessanteste ist aber, den des Genossen Samp H alpern daß bei, .einer Konfrontierung, die ebenfalls im Laufe des Genossen und Freunde! Nützet die Gelegenheit Nä'chmittag^ 'mit" '"Nedolni erfolgte, letzterer Braunstein gar und übernehmet Sammelmittel, um unserem Organ niqht kannte. Um 8 Uhr abends hörte man vor der Gendar- und somit unserer Idee, die größte Verbreitung zu meriekaserne ein Auto vorfahren. Ein Sergeant kam herein (ermöglichen. Fördert und unterstützet die Arbeit der und meldete,"daß der Präfekt von Chotin, Öiürguleanu; mit Vertrauensmänner, die euch zu diesem'Zwecke bedem Geiid^rrherieoberst und Major vorgefahren sei. Der|sjuchen' Hauptmann gab sofort den Befehl, den gänzlich zusammen gebrochen^ den Garten hineinzutragen. Obwohl.' Braunstein bat, man möge ihn doch vorführen, I steins wahrnahm und-erklärte dem Hauptmann, daß er jede er; werde allesi erzählen, wollte der Hauptmann davon nichts I Verantwortung ablehne,, wenn Braunstein nicht sofort in wissen und hieß .ihn schweigen. das Spital. eingeliefert werde. Die Wunden hatten nämlich So kam es, daß die zur Inspizierung nach Jedinetz geschreckliche Dimensionen angenommen,'daman Braunstein, kbj^rqeinifeif^Vertreter der zivilen und militärischen Behörden'.! um seine Schmerzen zu erhöhen, Essigkompressen zugelegt ö^sf'durch eine Bürgerdelegation am nächsten Tag von dem I und Salz und Lehmbrocken auf die Wunden gestreut hatte, gärizeh Vorfall Kenntnis nahmen. In diesem Momente^ als die I Der Hauptmann, beunruhigt, gab schließlich nach, aber ließ Herren die Gendarmeriekaserne verließen, wurde, er in diel ihn mit Auto anstatt in. das nächstgelegene jüdische Spital Stube zurückgebracht, I in ein 16 Kilometer weit entferntes "Spital, in das der Endlich, in später Nachtstunde, als scheinbar das Stöh- Gemeinde. Trinca, überführen. Als der diensthabende Arzt neri-des ^Schwerverletzten dem Hauptmann - zu bunt wurde, I an die Untersuchung der Wunden schritt,- bekreuzigte er gab man dem Verlangen Braunsteins nach und holte den I sich und sagte, daß es schwer sei, Braunstein zu retten, Dienstarzt des Jüdischen Spitals aus jedinetz, Dr. Brillant. I jedenfalls müssen die Beine amputiert werden, da mittler- Der Arzt war sehr erschrocken, als er den Zustand Braun-1 weile eine Blutvergiftung eingetreten war." : %~* vr.; v' Diölehren von Tunis*; -V^6 " * ^£ Cr.-'Tdtfis kamen zwei:: Nachrichten: ,Die franzo^ sisfche* '.Kpgifeing habe. ' Herrn Jabötirt&lä 'die -Einrei^i iiia&i {Tgnifeich'txerl'aübt':,weil ^es dtft dortigeii *AFatoÄ;^fÄ g^ftm \Ä:- -Einigje 2eit -darauf; D^! frafizösl^öflÄeg^^' haWieine beMfe erlaubte ren-Hajessod-Versammlung wieder verboten — weil?^e^A^.^^^lken^. ... . „r,! ft*SJ> «jf? fr> f * * -VA *'• äi.-.-V. mn ^Mört&iefif 'Kerr'' Stfidkef %ndi die Herren um ihn, rührten kräftig die Agitationstrommel, nicht, etwa gegen die französische Regierung^ sondern gegen den leichteren Gegner, die Zionistischer Q^W^^'^t^MS^^11^ das Jammergeheul zum Triumphüna Scmacntensch'rei: Halleluja! Da habt ih^ ^.Folß^ei^rvP(?litiHf dm/PkkceäiteunÄ^Ia?. 1>o?irStirt .^)ÜÄii^^.JHßo^;JE:mmt^ der Reklame, entblöden sich nicht, den rjallf der.-wid selten einer, den; völligen; Unsinn dervüreviliönistih -achea, 7j Bolilik'.'., bewei8i,r^g|efl^.die^ .Qr* ganisation auszuspielen. JähreMag; s'chbh 'pred^ri fdie ^revisidniatiscllfej&i Wortführer **diV Lossagüng^vori ßnglä'nid,. die Üebrergabe des-Mandates an eineandere Großmacht, die uns besser und gerechter-'b'eh'änldeln wird. Herr jabotinsky wüßte; auchtsöh'ori'»'-ern.€!'' the^etischfe '-,;^ •schichtswisse'nWh'aftliche'' Begründung für diese seine Konzeption zusammenzukleistern: England, meint der Theoretiker Jabotinski, sei in Niedergang begriffen),, es sei ein altersschwacher im perialistfecbeT Staat, der ^icht Mut "und'Schwung genug, hat,, einen kühnen! Plan. trotz" aller .Widerstände in die - Tat umzusetzen. Frankreich :'h,ing6g^p'l;;.yersiGherte uns' der weitsichtige allwiss^Jie ^yis36h|i^eniführer, sei von jungem imperialistischen Tatendrang beseelt, Frankreich würde den" Arabern keine Zugeständnisse machen und ihre ' Wünsche "..überhaupt nicht berücksichtigen, also los von England,,.heil Frankreich1! . - Nun haben wir's: In Tunis, das bei weitem' kein so .umstrittener Punkt ist wie: Palästina, haben die französischen Behörden eine unschuldige Versammlung verboten, um die Araber nicht aufzubringen, wie würden dieselben Behörden in Palästina handeln,^ wo doch die Araber melir - Anrecht auf Berücksichtigung ihrer Wünsche zu haben glauben? Das ist also die erste Lehre von Tunis, die die Zionistische O.effentlichkeit ibeherzigen muß: Weg mit der revisionistischen Abenteurer-Politik! Das 'ununterbrocheneGefasel vom Mandat als „Ware", die wir dem Meistbietenden verkaufen können, die Propagierunoi einer philofranzösischen und antienglischenl Politik "ist ver f ogen ,., un veran t wort I i ch, schädlich und g-efäh'rlich! Die zweite Lehre aus dem. .Fall Tunis ish Kein Staat in Europa und außerhalb Europas wird die. zionistische Politik stjützen, wenn sie von vorneherein auf Kampf mit . den Arabern eingestellt ist. Die Verständigung mit der arbeitenden arabischen Bevölkerung, die Zusammenarbeit m i 1, iihr und nicht der .Kampf gegen sie, ist unbedingte! Voraussetzung für das Gelingen und Gedeihen des jüdischen Werkes in Palästina! Der palästinensische Hitler. Als Gen. Berl Locker am letzten Kongreß die Revisionisten mit den Hakenkreuzlern verglich, wobei er ihr soziales Programm und ihre politische Taktik im Auge hatte, da gab es eine Empörung und Entrüstung, ein Heulen und Schreien, daß es in allen Versammlungen jüdischer Zentren tausendfältig widerhallte: Nun scheinen die- Herren Nicht- •Hltleristen doch eine Entwicklung durchgemacht zu habenj konservativ können , sie wahrlich nicht geschimpft werden, sie schreiten .immer vorwärts, immer -näher,-- ihren. Meistern . entgegen. Und wer nicht glauben mag, der lese die Rede des revisionistischen Advokaten B; R. Konen zu Jerusalem, die auch in Deutschland peinlichstes Aufsehen . erregte. Besagter Advokat war nämlich Verteidiger des palästinensischen Revisionisteriführers Achi-Meir und der anderen Revisionisten im Prozeß, der wegen der., revisionistischen Stör-, versuche an der Hebräischen Universität anläßlich der "Antrittsrede Bentwischs, angestrengt wurde. Dem Vorwurf des Rektors Magnes, daß die Störung von' Vorlesungen eines anders . gesinnten Professors nur . von den. hakenkreuzkrischen Studenten als Kampfmethode geübt wird, begegnete der Verteidiger, mit folgender wörtlicher Erklärung: „W ä r e H i.tler kein Antisemit, wir hätten garnichts gegen ihn zu sagen, Hitler hat Deutschland ge-; rettet,ohne ihn wäre es längst schon verloren!" So gesprochen am 12. Mai 1932 zu Jerusalem, der heiligen Stadt, in der Revisionisten mit Brachialgewalt andersgesinnte Gegner aus dem. Felde zu schlagen versuchen und jeden Vergleich mit den Nationalsozialisten entrüstet ablehnen. Über diese historische Erklärung des offiziellen revi- Der Weg zum Wochenblatt: Sammellisten, Blocks und 2 Groschen taglich!