Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- Heft 10 (13.5.1932)
- Date
- 1932-05-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Dhec _;- jiad%0hi^ j^lJ^Ster Sdte,;3 )■>*■' ri'n«K«-. Die Ballade vom Emek. Von Klara Blum. Als der Jude < Neu zurückkam in das Jordanland Fand er zwischen blendend harten Felsen, Fieberbuntem Sumpf und endlos gelbem Sand, Fand Jn; dem Palmenstolz der Herrensitze, Im gequälten Kehllaut ausgesogener Massen, In der Tage vierzehnstünd'ger Arbeitshitze, Grinsend breit ' .: > In den Tag, die Nacht, die Landschaft eingewachsen " Das Gesicht der alten Zeit. Das Gesicht der alten Zeit Hatte er daheim zurückgelassen In den Ghettostuben festgebannt Fromm erstarrter Bräuche schmerzlich listiges Gesicht Ewig zwischen ihn und die lebendige Welt geschoben, Das Gesicht der alten Zeit Hatte er gelernt zu hassen Wo er es auch fand. Und der Jude Setzte sich im Emek fest Im gesenkten Kesseltal des Jordanlandes. Berge Mit den biblisch grimmigen, den starren Felsgesichtern Schlössen seine Arbeit ein, Schauten zu, mißtrauten seiner Arbeit. Sumpf / Sandte schillernd bunte Fiebertage, Wüstenwind Oeffnete versengend seinen gelben Mund , Herrenrecht und hörig fromme Massen Schlössen rings um ihn den Kreis. Und hinein in ihren Kreis vergangner Welt Trieb der Jude einen Keil der Zukunft. Baute mühsam Stück um Stück. In den Feldern neugeschaffner Fruchtbarkeit Stand er für das Recht der herrenlosen Arbeit Kampfbereit. Hart im Emek, heißem tiefgesenktem Kessel Prallten aufeinand die Proletarierfahne Und die alte Zeit. In der Landschaft Wildester Vergangenheit Standen plötzlich rot und frei Kommunen. Und Maschinen Stehen an den Strömen, wilden Strömen, Die wie Tiger springend miteinander spielen, Halten starke, arbeitsschwere Wacht, Bis die blinde Kraft elektrisch ihre Augen aufschlägt Endlich Ziel zu sehen, gutem Plan zu dienen. Tag und Nacht Singen die Maschinen, Singen das durchkämpfte Lied vom Emek Und ihr Takt geht schwer und monoton. Hörst du's gut? An die gelben Tore Asiens schlagen Rote Fäuste der Revolution. Hörst du's gut? An das gold'ne Tor des Lebens schlagen Blasse Ghettohände neu zur Faust geballt Und das Tor des Lebens muß sich öffnen. Aus Palästina Konferenz des arbeitenden Palästina. Am 21. April fand in Tel-Aviv eine Konferenz des Arb. Palästina statt, um die Gäste mit den Wünschen der jüdischen Arbeiterschaft bekannt zu machen. D. Ben Gurion sprach namens der Histadruth: Ich will euch nicht erzählen, was hier der jüdische Arbeiter geleistet hat, das werdet ihr seil e n. Ich will euch nur aufmerksam machen, daß, wenn ihr die Leistungen des jüdischen Arbeiters bewundert, vergeßt nicht, daß tausende von ihnen nach Erde und Arbeit hungern, und daß es Hunderte von Wirtschaftseinheiten gibt, in die der jüd. Arbeiter keinen Zutritt hat, daß man in der jüdischen Stadt Tel-Aviv ein Attentat auf eines seiner elementarsten Rechte plant, das Recht, ein Bürger zu sein. Hier, wo der jüdische Arbeiter so viel geleistet hat, wird glühend gehaßt. Sagt denen, die euch geschickt' haben, daß der Berliner Kongreß der dreihunderttausend Mann, die sich um das Arbeitende Palästina scharen, seiner Fortsetzung harrt." Nach Ben Gurion sprach der in Palästina weilende jiddische Dichter David Pinski; es prach ferner der Delegat des amerikanischen „Arbeiter-Ring" u. a. Mit dem .Referat des Gen. Sprinzak und einem reichen künstlerischen Programm fand die Konferenz ihren Abschluß. Erfolgreiche Lohnkämpfe. In der Tel-Aviver Mazoth-Fabrik haben die Arbeiter einen erfolgreichen Streik durchgeführt. Sämtliche Forderungen sind erfüllt worden. In Petach Tikwa haben die Bauarbeiter erfolgreich um die Regulierung des Lohnes gekämpft. Trotz der streikbrecherischen Arbeit der paar Bethar-Revisionisten, mußten die Unternehmer klein beigeben. Die Steinhauer in Jerusalem, die bis jetzt unter mißlichen Bedingungen gearbeitet haben, führten mit Hilfe 4er Histadruth eine erfolgreiche Lohnaktion durch. Kommunisten hetzen. In den Tagen vor 4er Makkabiade haben die jüdischen Kommunisten arabische Aufrufe verbreitet, in denen sie die Araber auffordern, nach Tel Aviv zu kommen und ihrem „revolutionären Zorn" Ausdruck zu geben. Sie versprechen ihnen die Hilfe der „revolutionären jüdischen Arbeiter".. Ueber die moralischen Qualitäten der jüdischen Kommunisten unterrichtet die Tatsache^aß.vor Jkurzem ein palästinensische/; Kommunist eine kommürtistr^ne ^Versammlung def Polizei angezeigt .hat. ) .: Die „unparteiische" Makkabiade; t ■"• > ■ \ Zur Eröffnung der Makkabiade wurde keine einzigej Institution der Histadrut" eingeladen. >••'' ii-t Die Aufforstung Palästinas^ , ,, j Seit 1928 sind an 15^|>|uiJ#r|<5^^p70;; Dü^alö^f-| glfprstet^orclen,;. >v w ^NebhMulsar -- " **** Anläßlich des Umzuges am Nebi-Mussa kam-"es in Jerusalem zu einem Zusammenstoß zwischen der Polizei und den Arabern des Dorfes Ejn Kerem, die gegen das Verbot im geschlossenen Zug nach Jerusalem marschieren wollten. Zwei Schutzleute und einige Araber wurden verletzt. Mehrere Araber wurden verhaftet. Anfragen im englischen Unterhaus. Im englischen Unterhaus fragte das Mitglied der Arbeiterpartei Grinfell an, was die Regierung zu tun gedenkt, um den Touristenverkehr nach Palästina zu lieben, und ob in der nächsten Zeit Wahlen auf demokratischer Grundlage in die Stadtverwaltung von Jerusalem ausgeschrieben werden sollten. Der Minister-Stellvertreter für Kolonien, Sir Robert Hamilton erwiderte, daß die Palästinaregierung dem Touristenverkehr gewiß die verdiente Aufmerksamkeit widme. Die Wahlen in die Stadtverwaltung von Jerusalem werden nach der Publizierung der Verordnung über die kommunalen Verwaltungen, die in der nächsten Zeit erfolgen dürfte, ausgeschrieben werden. Die Aufteilung der Zertifikate. Von den 2000 Zertifikaten für die Einwanderung nach Palästina, sind 300 für die Einreise von Verwandten, 300 für Angehörige des Mittelstandes bestimmt worden. Dierestlichen 1400 erhalten die Arbeiterpioniere („Chaluzim"). Die „Jüd. Agentur" beharrt auf der Zahl von 3750 Zertifikaten, die sie beansprucht hat. Ein Ueberfall. In ein Haus eines Kolonisten in „Kfar Jecheskeel" schössen unbekannte Täter und verletzten hiebei zwei Juden. Ruhiger Verlauf des 1. Mal. Der erste Mai verlief heuer besonders ruhig und imposant. In den Städten nahmen hunderte arabische Arbeiter an den jüdischen Mai-Feiern teil. In Haifa hielten auch arabische Führer Ansprachen. An das Büro der Soz. Internationale wurden telegraphische Grüße gesandt. Der botanische Garten eingeweiht. , Am 1. Mai wurde, unter Teilnahme der Professoren und Studenten der botanische Garten der Hebr. Universität: eingeweiht. Ein- und Auswanderung im März.!l Im März wanderten nach Palastina 1538 Personen ein, darunter 1355 Juden. Unter den 136 Auswanderern waren 51 Juden. -Unter den Eingewanderten waren 1086, die als Touristen gekommen waren und nachträglich die Erlaubnis zu dauerndem Aufenthalt erhielten." Arlasoroff genesen. Gen. Dr. Arlasoroff hat Ende April seine regelmäßigen Arbeiten im Büro der Jewish Agency und die Besprechungen mit dem High Commissioner wieder aufgenommen. Weltkonferenz für „Tozereth Haarez". Am 24. April wurde im Rahmen der Levante-Messe die Weltkonferenz für die Verbreitung palästinensischer Landesprodukte („Tozereth Haarez") eröffnet. Referate über die Exportmöglichkeiten der palästinensischen Industrie, über die Absatzmärkte für landwirtschaftliche Produkte, über Produkte der Arbeitersiedlungen, über die Verbreitung des hebräischen Buches u. ä. wurden erstattet. Es sprachen auch Vertreter aus Polen, Rumänien und Amerika. Eine Reihe von Kommissionen wurden eingesetzt. Hebräische Presse-Ausstellung. Im Rahmen der Levante-Messe wurde die Ausstellung der hebräischen Presse eröffnet, die einen Ueberblick über die gesamte Presse des Landes gewährt. 800 Stücke sind ausgestellt. Landesinspektion des High-Commissioners. Im Rahmen seiner Landesinspektion besucht der High- Commissioner auch die jüdischen Kolonien, wo er feierlich begrüßt wird. In einer seiner Antwortreden gab er seiner tiefen Bewunderung für die jüdische Aufbauarbeit Ausdruck. Gesundheits-Ausstellung. Im „Beth Habriuth" (Gesundheits-Haus) zu Jerusalem wurde eine Gesundheits-Ausstellung eröffnet. Politische Abenteuer der palästinensischen Revisionisten. In der in Tel Aviv abgehaltenen Konferenz der palästinensischen Revisionisten, haben die abenteuerlustigen Extremisten unter Führung Achi-Meirs die Oberhand gewonnen und in einer Resolution die revisionistische" Welt-Exekutive aufgefordert, eine von der zionistischen Weltorganisation unabhängige zionistische Polittik zu führen. Da die gemäßigte Minderheit nach Annahme dieser Resolution in der Landes-Exekutive nicht vertreten sein wollte, wurde eine ausschließlich aus Extremisten (lies: unverantwortliche politische Abenteurer und Schädlinge) bestehende Exekutive gewählt, In einem Brief an die Konferenz erklärte Jabotinsky, es bestünde die Notwendigkeit einer Aktion zur Ersetzung Englands als Mandatar Palästinas durch eine andere Macht. Interessante archäologische, Ausgrabungen. ... , / Der Archäologe Sir jplinders Petric, der in' .Gaza,, Süd« .Palästina, Ausgrabungen .macht, hat den' Palast. in^de* Mftte 4er alten Festung bloßgelegt. Unterirdische Gänge .steilen eine. Verbindung zwischen, der Festung und der T Wüste her. Der Gelehrte glaubt," daß hier viele archäologische' Schatze . ■' ■ . * . > * ■ ä <'' ' t' 1 >T'- . * 1;f* f r'w '„ v t verborgen liegen, deren Ausgrabung 50 Jahre, beanspruchen .dürfte. . , .____, _ Auflösung deS/.Kin.der.dorfes.-Vi > ,Vi ,n5o;y Das Kinderdorf' bei; .Balforioh, das:- bislang:; vom: der südafrikanischen^ Jude^nheii finanziert wurden .wufderaufgelöst. Die letzten noe;h<;;4o^^b^fin^lichen Kindg^ >vurdenu.in das Jugenddorf' B e nr,S; c,h gm e jn- ,überfühlt<1!:i jubTiiv; iri:,-n-i :•.•;..{: ru~»;\/,b ■:•■■!-> >'j;vf> h^hm:; \IQI -iln;! Wie unsere Genossen in Sowjet- Rußland verfolgt werden. Dem Mitteilungsblatt der „Ausländischen Delegation der zionistisch-sozialistischen Partei (Z. S.) in Sowjet-Rußland" Nr. 14-15, entnehmen wir folgende grauenerregende Nachrichten. über die Verfolgungen, denen die Mitglieder der zionistisch-sozialistischen Organisationen in SSR. ausgesetzt sind. Das Mitteilungsblatt bringt auch die Namen der in Frage stehenden Genossen, die wir aber aus Raummangel auslassen müssen. ' Neuerliche Arretierungen. Eine neue Welle von Arretierungen flutete Ende vorigen Jahres durch die wichtigsten Orte der Verbannung. Fast an ein und demselben Tage, am 25. X. 1931, wurden sämtliche politischen Verbannten (Z. S., S. D., S. Rev., „Hechaluz" u. a.) in ganz Mittelasien,, Ural und in anderen Gebieten der sowjetischen Verbannung arretiert. Von den Arretierungen betroffen wurden hauptsächlich diejenigen Verbannten, die ihre Strafe in Bälde abgebüßt hätten und befreit werden sollten, nachdem sie 6—8 Jahre in Gefängnissen oder in der Verbannung von aller Welt isoliert waren. Ein Teil dieser Arretierten wurde nach einem Monat wieder befreit, der Großteil aber schmachtet noch immer in den Kerkern. In Taschkent wurden am 25. X. 1931 15 Genossen (Z. S., Haschomer Hazair, Hechaluz, zion-soz. Jugend) arretiert. Sie sind angeklagt in 1. Verbindungen mit dem Auslande, 2. Organisierung von gegenseitiger; Hilfe, 3. Organisierung der politisch Verbannten. Ende Dezember wurde ein Teil von ihnen befreit, 8 Genossen sitzen noch immer hinter Schloß und Riegel. In Samarkand (Uzbekistan) wurden am selben Tage 13 Genossen, alle aus dem „Hechaluz", arretiert. Die Beziehung der Gefängnisverwaltung ist sehr schlecht. Die Genossen leiden Hunger. In der Frühe bekommen sie , ein halbes Kilogramm Brot ohne Tee und Zucker, zu Mittag eine Wassersuppe, auf der etliche Krautstückchen umherirren, und abends dieselbe Suppe. Das „Spazierengehen" ist verboten, Speisenzuschüsse von außen sind untersagt. In Andidjan (Uzbekistan) sind 4 Genossen aus der Z. S., der jugendlichen Z. S. und dem „Haschomer Hazair" arretiert worden. Nach 2 Monaten wurden sie wieder freigelassen, ohne daß man ihnen die Ursache ihrer Verhaftung angegeben hätte. In C h a d j e n t (Uzbekistan) wurden alle zion.-soz. Verbannten arretiert und nach 2 Monaten wieder befreit, blieben aber weiterhin unter der Kontrolle der G. P. U. In Bek-Budi (Uzbekistan) wurden 2 Genossen arretiert. In Petropawlowsk (Kasakstan) sind einige Genossen und Genossinnen (Z. S., Hasz. Haz.) arretiert. In O k t i n b i n s k (Kasakstan) ist ein ■ Genosse seit September 1931. arretiert, worin er beschuldigt wird, wurde ihm noch immer nicht bekanntgegeben. Weitere Verhaftungen in: Kustanaj (2 Gen.), Dorf Ubat (Sibirien, Subalsker Rayon); Swerdlowsk (Ural) 16 Genossen. Ihr Verbrechen besteht darin, daß sie mit Palästina in Kontakt stehen. Auch in anderen Orten sind Arretierungen durchgeführt worden. Verhaftungen in der „Freiheit". In Minsk sind im August 1931 zwei Genossen (Z. S., Hasch. Haz.) arretiert worden. Nach einigen Monaten Gefängnis wurden sie verbannt. In Krementschuk wurden Ende 1931 zwei Genossen arretiert. Sie wurden beschuldigt, dem Hasch. Haz.-Z. S. angehört zu haben. Einer ist bereits nach Semipalatinsk verbannt worden, das Schicksal des zweiten ist noch unbekannt. Das Urteil über die Genossen in Saratow. 12 Genossen, die am 23. August 1930 arretiert wurden, sind endlich nach 10— 12monatiger Gefängnishaft abgeurteilt worden. Sie wurden zu neuen 3 Jahren Verbannung nach Sibirien verurteilt, nachdem sie bereits mehrere Jahre Gefängnis und Verbannung hinter sich haben. Hungerstreiks. 1. Samarkand. Gen. Jakob Lang (Hasch. Haz.- Z. S.) wurde am 14. April 1931 arretiert unter der Beschuldigung, in Verbindungen mit dem Auslande gestanden und in der „Zionistischen Organisation Mittelasiens" (!?) aktiv mitgearbeitet zu haben. Nach einer Gefängnishaft von mehreren Monaten forderte Gen. Lang, daß ihm sein „Urteil" bekanntgegeben werde. Als aber alle Forderungen ergebnislos blieben trat er in den Hungerstreik. Der Leiter der G. P. U. in Samarkand versprach Gen. Lang, ihm das aus Moskau längst schon erhaltene Urteil bekanntzugeben, nur müßte zuvor der Hungerstreik gebrochen werden, Ge* nosse Lang ging darauf ein, bekam aber trotzdem. sein Urteil nicht zu Gesicht. Er nahm infolgedessen nach 2 Tagen den Hungerstreik wieder auf. Gen. Lang.hungerte 30 Tage