Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- Heft 8 (15.4.1932)
- Date
- 1932-04-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Der jMsdifc Arädter «»w.*» m lm<&tä ,Lärtdfe<jttMltJK* .. I DaÄtfite unsere^ ßesli^öimgeit Und l^ehte Mii ' ~> S^lf I > ,. . hffife-h^lÖ dtfi somMemoktatiÄrt Partei dieses Lan<* , Di£ Vereififung^äfer b^deTt^..ziömstis^saarähsts-1 des flödi' nicht das rfcfttter. Verständnis herrscht söhetf Part^Jeht ift eine|;?.Zeit; W sicft dief. vor* beweist Politik der Getrrönde Wien, die fäst e^c'h^ender^^ diet^eite^ Züfcurrft g^ unter/dfem Einfluß diesei* Partei steht Handelt äifl ges^ntertf. tod somit eä-sicB :tim'Angehörige vörr Berufen, wie Aehrte, äfttih fite Miö .jttderfr^; Lehrer, Erzieh'umgsijersön^l tusw., sö wden woch Die Weltwirtsdh'aftskrise hat Oesterreich in' einem Juden' m gewissem Maße beschäftigt dä sie in dieser Zustande Chronischer,.Krise, in der es sich1 seit Kriegs- Beziehung hochqualifizierte Kräfte liefern. Wo sind eüde befanrf/'-iüberrasicfif' Urrf *sö* •verheereftder ihre jedödltf die jüdischem; Arbeiter/und^ Angestellten! in Auswirkungen. Beispiellose Schrumpfung des gesamden großen' Betrieben der Gemeinde, im' Gas- und teil Wirtschaftslebens. Großer Rückgang der Produk- Elektrizitätswerk, bei der Straßenbahn usw.? An' jütioni und des Außenhandels. 500.000 Arbeitslose. BandiseWeW*Bewefbertf niit den ^r#enxli^ K^ntnissen kenzusammenbrüche und zuletzt die Affäre Kreditfehlt es gewiß nicht. Und wo sind die jüdischen amstalt Den Staat muß in did>Wirtschäfb „Astoria", IL> Praterstraße 60 i^erüfg voll j€deW^ -Nof* interessatiten-Ansehauung^ünterrichl: "in diemehrt -;dadtir^ ^ch<udie Mißwirtschaft. Die Furcht I ser Beziehung.; *- ., vor'derf Ma'tiön4diktiert die Devisenbewirtsch'aftungU Es ist 'vielWerrt jetzt ^nacht der'geeignetste Zeitdie ihrerseits wied^ vm pitn:kt, diese - wiöh'ti'gen-Fragenkomplexe aufzurollen; ikrise einwirkt. noch1 weniger besteht Aussicht, etwas Positives1 zu Die verzweifelte wirtsChaftlicfte Lage findet naerreichet)!,, denn ,die. allgerrieirie Wirtschaftskrise vertüirlich , im der inneren' und äußeren pstörreichischeinf| langt kM0j<m deV^Gemeinde Wieni Abbauwnd Er¬ Politik ihrem Ausdruck.Dää Bürgertum sucht die sparungsmaßnahmen, Neueinsteil ung von Arbeits- Lasten! der Krise auf den Rücken; der' arbeitendem kräften und Erweiterung der Kultur- und Fürsorge Bevölkerung m schieben. Die Arbeiterschaft; wehrt Institutionen1 ersdheinem nicht zeitgemäß. Doch' ist es sieh/'Sie soll dureh'^die 'Heimwehrehi eitigesch,ü'chlteFt| wjclh'tig, das .sich' ständig vor Augen zu halten' und wer-ert Die Heimwehr ist'.'bewaffnet und schreckt I daraus die Gewißheit zuu ziehen!, daß! der jüdischen •nicht vor verfassungswidrigen' Aktionen zurück. Auch1 -arbeitenden Bevölkerung auch1 der Sozialismus nicht 'der Nationalsozialismus gewinnt im Zusammenhang1! dielrdfetf Früdh'te,'in:* den; Schbßi wird fallen! lassen!, mit der. gleichen! Erscheinung im Deutschem ^Reicht söndern''daß es auch" hier-: die aufmerksamste ■ Verfolam Raum, v ■ gung der Ereignisse, angespannteste Kraftanstrengungj In solch ernster Situation ist, natürlich1 vollkom-. und die Organisierung aller bewußten! jüdischem somenste Einheit der Arbeiterklasse das - wichtigste Ge-! zialistischeni Kreise erfordert, um sich1 die Zukunft b'ot der Stunde.. Nur geeint wird sie die1 Angriffe in diesem Lande zu sichern. Die Verhältnisse, in; auf die bisher eroberten; Positionen abwehren können/ Mitteleuropa 'sind andere als in Osteuropa. Eine Nur geeint wird sie mit den; faschistischen Bestrebungen aufräumen können. Nur geeint wird es ihr möglich sein, diese Krise des Kapitalismus zur Dienstag 19. April 8 uhr abends, im Theatersaal des Cafe" letztem dieses Systems werden zu lassen unid daran! zu gehenl, den Sozia 1 ism..us aufzurichten Von diesem Gesichtspunkte aus ist die Vereinigung der beiden" jüdisch'- sozialistischen Gruppen („Poale Ziom" und „Hitachdutb") aufs wärmste zu ■begrüßen. Nodh' Wichtiger ist sie' im' Hinblick auf die Zukunft der jüdischen werktätigem Bevölkerung im Oesterreich'. ' - * ■ Die Wirtschaftskrise erschüttert das <s gesamte Wirtsdh'aftslebem Oesterreichs in. bisher noch1 nicht dagewesenem - Maße/- Alles;:.sdheint .aus demu Fugen) I sch'abtaenhäfte Anwendung 'gesammelter ErfahVunzü gehem. Alles, was nidht met-undnagelfest ist,, gert in Sowjet-Rußland auf die hiesigem Verhältnisse wird-aus dem1 Wirtsdhaftsprpzeß geschleudert. Keim wäre igrundfalsdh1. Nur eine starke und gut orga- Wunder, daß die, jüdische Bevölkerung ganz besonk nisierfe jüdisCh^ozifalistische Arbeiterbewegung wird1 ders vöm ihr betroffen wird. . die Iimteressem der jüdischen: werktätigem Bevölke- Die staatlichen ü'rid kommunalem Verwaltungs!- rung im Oesterreich1 mit Erfolg vertreten können, 'beh'ördem müssen eingreifen, um dem völligen Zuj Zur Angelegenheit: Kultusgemeinde. Unsere PosammembruCh der Privatwirtschafthintanzuh'altem. Der Htik der Kultusgemeinde gegenüber muß klar, und ein Staatsapparat nimmt an' Umfang zu, da er gewisse deutig;Seim. Wir , sind biestrebt, die Kultusgemeind wirtsCh'aftsregulieremde Fun'ktiönem ■ .übernimmt. Der aus einier religiösen Institution1 im eine nationale um Staatsapparat h'af bösh'er die Politik verfolgt, judem züwandelm. Innerhalb dieser nationalem Institution itti nuri: verschwindendem Mäße, zu .beschäftigern. Wo müssen wir die Kräfte des Sozialismus stärkem und sind .die 'jüdischen Staatsbeamten?. Wo: die jüdischem zur Macht verhelfen!. Die Kultusgemeinde soll Eisenbahner, Teleph'onundTelegraph'enarbeiter Und zum Zentrum, j.üdi'SCh'er - Seibstverwäl -Angestellte? Wo sind die1: Juden, im Polizei iun'dj tung* im OesterreiCh' werden1 Armee? Am geeignetem jüdischen; Bewerbern fehlt es Und jetzt noch' einiges betreffs : Methoden! der gewiß nicht. Und wird diese; Frage jetzt nicht ganz Landespolitik. Dem Staatsapparat gegenüber haben! lbesomders,, ak'tuell, -wo der .^Staatsapparat darangeht,., wir eigentlich1 nur die Mittel des Protestes und des gesellschaftliche Funktionen! zu übernehmen, die er Beharrens auf unsere Rechte. Schwache Mittel, wenni .•bisher nicht .in diesem Maße, inne. hatte? Daß die .sie nicht von einer starkem organisierten Gruppe der 'bürgerliche Re•gl|emlllgln^.pesterreich,' ihre .wirtscha^tsh Bevölkerumg• vertreten1 werden!' .antisemitische Politik auch1 auf die Un.terrieh'mungen. 1 Der Gemeinde gegenüber aber, die vom Sozial ausdehnt, die sie kaum erst unter ihre Kontrolle; demokratem verwaltet wird, können wir ums im1 Kämpf /gebracht, beweist die Angelegenheit Kreditanstalt, wo. um diev Erfüllung unserer, ^gerechten Forderungen] die erste Tat der Regierung der Versuch1 war, allen' der geistigem Mittel sozialistischer Lehre und politijüdischem Angestellten zu kündigen. scher 'Taktik bedienen. Ueber unsere Mittel im diesem Und-besteht , nicht die Gefahr, daß! die einmal Kampfe müßten wir uns klar, werden. Die Diskus eimgelebte Tradition, Juden im Staatsdienst nicht zu sion hierüber sollte rechtzeitig eröffnet werden Redner: Nationalrat Ellenbogen, Dr. S. Sokal,, Mendel Singer. Erscheint in Massen! Erscheint in Massen! beschäftigen!, sich sofestsetzt, daß sie auch' eine ernste Gefahr für den wirtschaftlichen1 Bestand der Juden werden! könnte, zurzeit, als bereits sozialistische Kräfte darangehen würden, die Gesellschaft umzuformen]?'• '.;' Und da setzt nun eine der wichtigsten und schwersten Aufgaben der vereimigh tem jüdisch-sozialistischen Arbeiteror^ ganisätioh ein. Gegen1 die Ausschließung der ju Josua Imber. Die Arbeitslage in Palästina. Von H. F r u m k in. Es bestehen begründete Aussichten, daß man im nächsten Frühjahr und Sommer 15.000 Dunam neue Orangen pflanzen wird. Auch die Kolonisation der 1000 Familien wird man zu verwirklichen beginnen und 600 Wohnhäuser dem aus dem Staatsdienst zu kämpfen, ist sehr schwer I und Wirtschaftsgebäude bauen müssen, Die jüdische Industrie umid fast aussichtslos; doch müssen wir in verstärk- und das jüdische Handwerk in Tel Awiw festigen sich weiter tem Maße dem Kampf im dieser Richtung: auf nehmen, und es ist anzunehmen, daß diese Wirtschaftszweige in der Wichtiger jedoch5noch ist darüber zu wanächsten Zeit einige hundert weitere Arbeiter neu aufnehmen ctteni; daß feine AenderUmg der gesellwerden. Das alles sind Arbeiten, bei denen nur jüdische Ar- $dh'af tlicneim Ztu&t'ände zum Sozialismus beiter in Frage kommen. Wich t an äeim jluden Vor überge h t. Hier Die Regierung wird im,, laufenden Jahr außer dem kei6t es alle UTil.sere Kr$fiQ anspan'n'e^ Hafenbau Arbeiten für 350.000 Pfund durchführen. Der jü- 4ie jüdischem passem im Oesterreich1 afwf .dische; Anteil an diesen Arbeiten ist, ganz minimal, heute diese Gefahr auflnerksam zu maöh'em i^h'äj beschäfögtvdjc Regierung bei,;öffwj^chen Arbeiten im Zixm Kampfe f ür ihrem weiter«II wirt^- ganzen 85 jüdische Arbeiter' (abgesehen vom Hafenbau), ach'aftilQtteW ^estan!^ "Z!U^ or^an'isiereni, |Na9h dem jüdischen Anteil,an den Steuern sollte die Anzahl der jüdischen Arbeiter ungefähr das zehnfache betragen find wif' wefdell einetf Kampf um einen gefechleJi Anteil ärt 'den Regiefüngsarbeiten führen müssen. ) Die Stadtverwaltung von Jerusalem ist im Begriff, große Arbeiten durchzuführen: Kanalisiefüttgsarberfen für 4&000 Pfund, ßau eines Wasserreservoires. füf io.000 Pfund, Straßen ü. ä. Däbei Verden ungefähr 500 Afbeitef beschäftigt werden. Da d6r jüdische BevölkerungSättteil in Jerusalem 53 Prozent beträgt, so wird man für entsprechende Beteiligung jüdischer Arbeiter in diesen Arbeiten sorgen müssen* Die" jüdische Bautätigkeit ih Jerusalem wächst ständig. Im Januar waren 700 jüdische Bauarbeiter beschäftigt, im Februar schon 800. Es ist klar, daß man infolge der neuen Arbeiten, die jetzt begonnen werden, noch einige hundert weitere Bauarbeiter brauchen wird. Auch in Tel Awiw sind jetzt 696 Arbeiter bei Bauarbeiten beschäftigt und die Baubewegung wächst weiter. In Haifa sind bei Bauarbeiten "''250 jüdische'' Arbeiter beschäftigt;1 man > erwartet dort für 10.000 Pfund neue Bauarbeit in der Schchunat Owdim. Im nächsten Halbjahr müssen einige wichtige öffentliche Arbeiten. im Norden Palästinas durchgeführt werden, in den privaten Kolonien erwartet man eine rege Bautätigkeit', Bewässerungsarbeiten usw., Arbeiten,, bei denen weitere 500 Arbeiter beschäftigt werden sollen.;AHe diese Arbeiten zeigen uns, daß im nächsten Halbjahr ungefähr 2500 neue jüdische Arbeiter nötig sein werden. Im Augenblick gibt es ungefähr 900 Arbeitslose, hauptsächlich in der Stadt. In den privaten Kolonien gibt es jetzt keine Arbeitslosen. Von den 900 Arbeitslosen kommen nur ungefähr 500 für schwere physische Arbeit in Frage. Auch diese wenigen Arbeitslosen in den Städten müßten nicht vorhanden sein, wenn die Regierung eine gerechtere Einstellung zur jüdischen Arbeit hätte. Das Pflanzen der 15.000. Dunam neuer Orangen und der Beginn der Ansiedlung der 1000 Familien in Siedlungen der privaten Kolonien wird ohne Zweifel einen sehr großen positiven Einfluß auf den Arbeitsmarkt in den privaten Kolonien selbst haben. Es ist anzunehmen, daß nicht nur die vorhandenen Arbeiter voll beschäftigt sein werden, sondern daß noch ungefähr 300 neue Arbeiter nötig sein werden, abgesehen davon, daß man in der nächsten Zeit ungefähr 200 Arbeiterinnen in den Arbeiterinnenwirtschaften brauchen wird. Aber auch die jüdische Industrie und das Handwerk, die ihre Standfestigkeit trotz dem arabischen Boykott und der allgemeinen Weltkrise bewiesen haben, zeigen Tendenzen zur Weiterentwicklung, es entstehen neue Unternehmungen, der Absatzmarkt vergrößert sich und nach vorsichtigen Schätzungen wird man ungefähr 4—500 neue Arbeiter brauchen. Es entwickeln sich Galanterie- und Konfektionsindustrie, ferner die Erzeugung von Leder,. Möbeln, Ziegeln Seife, Schreibmaterial u. a.; Zusammenfassend läßt sich sagen, daß bei den Bau- und öffentlichen Arbeiten 2500 Arbeiter nötig sein werden, in den privaten Kolonien und der Landwirtschaft im . allgemeinen 500, in der Industrie und im Handwerk ungefähr 500. Rechnet man dazu noch 15 Prozent, da erfahrungsgemäß je 100 neu einwandernde Arbeiter 15 Menschen Arbeit im Ernährungs- und Bekleidungsgewerbe u. ä. geben, so kommt man zur Forderung nach Einwanderurig von 4000 neuen Arbeitern im nächsten Halbjahr. Aber es gibt im ganzen Land noch eine Menge Nebengebiete der Wirtschaft, die neu einwandernde Arbeiter aufnehmen können. Es heißt, daß bei der Jewish Agency 2000 Gesuche von Leuten liegen, die um die Erlaubnis bitten, Verwandte nach Palästina zu bringen, für deren Existenz sie garantieren. Wenn die Regierung auch nur die Hälfte dieser Ansuchen bewilligt, so haben wir auch eine Einwanderung von 1000 Verwandten. Das Land braucht also die Einwanderung von 5000 Arbeitern im nächsten Halbjahr. Maxim Sakaschansky in Wien. In Wien weilt seit einiger Zeit Maxim Sakaschansky, der Führer der bekannten jüdischen Kleinkunstbühne „Kaftan" aus Berlin. Wie aus der Ankündigung zu ersehen ist, wird der Künstler auf unserem Schulim-Alejchem-Abend am 18. April im Hotel Post mitwirken. Wir werden in der nächsten Nummer eine Würdigung dieses Künstlers versuchen. » Wer Wein und Palästina liebt, wählt „Karmet-Origlnal" für den Seder-Tisch. Nur mit nebenbezeichneter Vignette versehene Flaschen geben Ihnen Gewähr, daß der Palästinawein tatsächlich aus den bestrenommierten / Weinkellereien S. Friedmann & Sohne, Haifa-Petach-Tikwa direkt stammen. Alleinverkauf lür Oesterreich: Nathan Spindel Laurenzerberg 3 Te^ R-29-7-34 Niederlage: Nathan Brodetsky, IL, Uppoldsgawe 43. Vormittags Aufmarsch zum Rathaus. 8 Uhr abends \m Hotel Post, Wien, I. Bez., Fleischraarkt Nr. 24 GROSSE MAI-FEIER mit reictoltigera- Jcjnjitifrfeqhe^ Programm, Erscheint .yollzühlig i