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Der Jüdische Arbeiter · 1932-04-15 · Heft 8 (15.4.1932) · page 1

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
9 (1932)
Issue
Heft 8 (15.4.1932)
Date
1932-04-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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unvre*»- Heilt*« A S SSpSfSSI ^^.W^^^JS^^^^^^^^ßW^^^B^ V. b. b < - >• ri(;v'-< •('>. i'? i Organ der Vereinigtet) zionistisch-sozialistischen Arbeiterorganisation Poale Zion—Hitachduth in Österreich Brech«ifrt jwtffl ^weiten Freitag . * / . fttflakthw fiifl. Admi^ttrttitii: Wie«, IL, Blumautrgam 1 -* Postaeheckkoirto Nr.-17.878» , Bezugspreis: ganzjährig S 4.80, halbjährig S 2.50 Einzelne Nummer 20 Groschen ■ ■ '.. ...Ii 'JLL^gB^TrlgtWWlBWWffff l ,..jl.-U u,U «> U.lJj' '.iJl'.C u Nr. 8. Wien, 15, April 1932, ^.Jahrgang. ,-Hfi •?•»•» na tj?"'-'«^*t t»s*^ r"rl- "rT WfM1 ,L- Jl) "•l.,.l,| ■ MöiscJie Wähler und Wählerinnen! . ,£m. 24. April so({j#t \hr durpfil de$ Sßmmzettel!' ^n^tehiejfi^nv, ' 1 ' J ' -' ■ 1; die Hauptstadt der Republik verwalten soll. Das Wählresultat' wird aber gldclhzeitig zum Ausdrucke bringen, wie die arbeitende jüdische Bevölkerung über das arb'eifeer- und wirtschaftsfeindlich'e Regime der österreichischen Regierung denkt. i Ratund1 tatlos steht die arbeiterfeindliche bürger-,' .'liehe Regierung den Erscheinungen der Wirtschaftskrise gegenüber. Die Diktatur des Großkapitals über die Mehrheit des Bürgertums war stets ein Verhängnis für die wirtschaftliche und politische Entwicklung! lunserer. Republik. Die Ergebnisse liegen nun klar zutage: Wirtschaftlich — der schmähliche Bankrott der Creditanstalt, der unsere gesamte Wirtschaft und die Republik an den Rand des Abgrundes brachte. : Politisch —der offene Pf Hemer-Staatsstreich, der für die Arrangeure völlig straflos ausging, und die völlige Auslieferung der Republik an das ausländische Kapital. Wir wären! .einer demokratischen Republik nicht lig, wenn wir nidht Die sozkfdemöjä'atische' Verwaltung der Stadt Wien1 äber, hat das r ' ". - - ' Wohnungsbedürfnis von ze>hntausenden MenSphen von der Willkür der^ Wohnungszinsgeieir emanz und gleichzeitig_____ zehhtauseipen verschafft; sie hat für den .. Mittelstand Möglichkeiten von Kreditgeschaffen; sie hat an' Stelle des; menschen unwürdigen Armenwesens einl;;" . ' < grandioses mustergültiges Fürsorgewerk geschaffen1.- ..... ' > . ■ ■ pje nßr^tnersteuernÄ der Gemeinde Wien haben die Wirtschaft be^rtichteVdas 'Leben der, Menschen erträglicher gestaltet, die Bundessteuern den Parteien, die für diesen Zugtand yerant^rtlich sind, den Garaus inachen' würben«- v Es ist 'gewiß kein Zufall, daß diö reaktionären^jarbeiterfeihü'lidhen Parteien1 des Bürgertums, Christlich'-, soziale wie Qfoßdeutsche die Prediger des-'wilder stett Judenhasses und die Wegbereiter des maskierten1 .QHdmwehr';') oder offenen Hakenkreuzes sind. Politische Reaktion und Judenhaß waren und sind stets unzertrennlich. Als Bürger der Republik, wie als1 Juden!, muß! es unsere Aufgäbe in diesem Wahlkampfe sein —- die bürgerlichen Kfleqhte d§s Großkapitals niederzuringen, Inl dieser, furchtbarsten. ajler Wirtschaftskrisen!,, die durch1 das chaotische Wirtschaftssystem hervor-i gerufen wurde, von den, Parteien des wirtschaftlichen 'und politischen Bankrotts angefeindet, ist die Sozialdemokratie die einzige, die das Chaos durch Planwirtschaft; die Zerstörung durch Aufbau wettzumachen! versucht. Im der Regierung der Republik bilden die bür-, gerlichen Parteien noch immer eine Mehrheit, können) also die Wirtschaftspläne der Sozialdemokratie inl die Tat nicht umgesetzt .werden. In! der. Verwaltung der Stadt Wien! aber können wir.,, die Frtfchte der aufbauenden Macht des Sozialismus _ : v y:' waifrn^h'men; \\ '=' Der „Äntimarxismus" spekuliert, auf die Dummheit der Bürger unserer jungen Republik! mit dem ewigen Geschwätz:; ■y.v.h-: Die „Br%itnmXvm0 Wachten uns! Eine flüchte Gegenürperstellimg, genügt, um difraew Widersinn zti beweisen. ■ 'r ' ■ ' UnzähU^^^ des Bundes sind verpulvert worden, um verkrachte Banken zu sanieren, um die Verluste aus den1 Spekulationen! idler/. -Sparkasse, .^tzumajßh'jsnv , Was ist mit diesen Millionen von Schillingen geschaffen worden? Nichts! dagegen sind zum großen Teile für wirtschafts-, zerstörende Spekulationen; verpulvert worden und [stehen,, haben die Not der Menschen nur noch vergrößert« I für den Ausbau des, Fürsorg«- und: Kiulturwerktesv Die sozialdemokratische Stadtverwaltung hat sich]™ Aie%!W—bw***«-—A~ &tte :• ■•. :B.v!nld]^j>e^e^^e ,• sind für, .Juiden afs Dienstnehmer 'v^j^^t'}^tib'm der großen! unü malere,« InidusMe, macht der jdqrt jierpschendei Qeist des -ffa- •tofeeu^/iinjä! des Hah'h^nschy^n^ die Aufnaft'rnei von Juden! fast uiimoglich1. ,I}i!e' ....... Tendenz der Auischaltung der Juden als Arbeitsnehmer A greift in! der letzten Zeit auch' auf namhafte Teile 'des'' Handels* (über. ' > . ' ' ■ \ Wir erwarten, daß die sozialdemokratische Stadtverwaltung! bemüht sein wird, diese besondere Berufsnot der jü(|en zu lindern! 'und das Unrecht im eigenen Wirku'nlgs,- kreise gutzumachen. Es gehört zu den „Traditionen4' des christlich-sozialen! Wien, daß. in den städtischen! U'nternehmun'geni (Sti-aßenbahn, Elektrizitäts- und Gaswerke), wie im VeAvaltungsdienste der Gemeinde Wien Juden fast nicht zu finden, sind. Wir .wissen wohl; daß die Einstellung^ neuer 'Kräfte auf einl Mindestmaß, eingeschränkt, wurde, aber insofern sich? neue Anstellungsmöglich'k'eitenj darbieten sollten, müssen sie auch für Juden offenstehen. Das Eigenleben der Juden hat auch1 zur Folg|e, daß sie ein ansehnliches < Netz voni jüdischen Fürsorge- und Kulturinstitutionen .unterhalten. Das wird fälschlich als konfessionellel Artgelegenheit , "betrachtet..' Das -ist es.;.aben nicht/ esist viel mehr ein, "Ausdruck. der .besonderen sozialen! und^'Mtuiiellen Bedürfnisse 'des; großen "Teiles- -ftfr,-^ j.üJdisch'enJ Bevölkerunig. In der Wiener Kultusgen meinde, welchen die meisten dieser Institutionien unterwirken auch . Sozialdemokraten mit Erfolg auch als unüberwindlicher Wall : gegen Reaktion und Judenhaß erwiesen. Nicht als ob' sie besondere Schutzmaßnahmen für die Juden 'getroffen hätte, ihre Tre'uej |zur Idee des ■ \ völkerbefreienden internationalen Sozialismus bietet die sicherste Gewähr, daß sie: Reaktion ün'd( Judenhaß nicht dulc^e. Ihre Duldung woirc-e gleichbedeutend sein mit Verrat an der Idee des Sozialismus. Es ergeht daher der Ruf an! die gesamte arben ten'de jüdische Bevölkerung: Wählet die So^ialdempk^ati^ u^d werbet für sie unermüdlich! Der?4. April soll zu einem Tage der gründlichen Niederlage für die Parteien der Reaktion und des Judenhasses werden! Wir dürfen auch.1 erwarten, daß! eine siegreiche sozialdemokratische Stadtverwaltung', den dringenden Bedürfnissen der arbeitenden jMsc&en $?v$^erüflg Rechnung tragen wird. . < . ,,; U nter den Wirtschaftskrise hat •; die: jüdische. Bevölkerung vielfach meto als die.' anderem Bürger* zui; leiden. Auf den Mittelstand, ..in welcliiem1 > edn seh!T; großer Teil der Juden zusammengepferchte ist, -wirkt; sich die Krise verheerend aus, dier*; .■•(..' Verarmung und Proletarisierung der jüdischen Massen^ und ihrer Jugend geht rnit Riesenschritten' vor sich. Den Zusammenbruch der Bänken, deren "Beamtenschaft -zir einem ■*Bto' erh^licheni,. T^tevm,Jy)äm*fe^Mlii M< m jüdisches ßqamtenelend zur Fpjge, ^elcftes spwol}^^"^mfang fean Aussichtslosigkeit zu tra;g^Qhie4ten ErptJieinun'lenJ. unserer Zeit der furoh'tf^eji Not" gehört J.©er unfi|fhörlich, wachsenden Zahl den Arbeifeuchendenk' steht gegenüber eine fortwährende besondere Schrumpfung der Arbeitsmöglichkeiten für Juden, um die besonderen Erscheinungen der jüdischen Noti zu milderni und um den Juden ,zu ermöglichen, Iden intakt mit ihren in allen Lankern zerstaeuteni Brüdern1 aufrecht zu erhalten.; , ,' ., . . ■ . "^Das Verlangen der Juden, der Fürsorge im eigenen Kreise teilhaftig zu werden und den Zusammenhang mit der Kultur ihres Volkes in Vergangenheit und Gegenwart zu pflegen, darf die Förderung durch die sozialdemokratische Stadtverwaltung in Anspruch nehmen. Die Leistungen der jüdischen Institutionen entlasten auch die Gemeinde Wien, sie haben also Anspruch, von ihr gefördert zu werden. ~\ Angesichts der Verschärfung der Wirtschaftslage, des' ICatn'pfes .zwiscWenr 'Kapital _und1 Arbeit, die dteaiv beitende ' jüdische ' Bevölkerung 'besonders1: arg in) Mitleidenschaft gezogen;'haben, und . auch die Förtsetzunig; des Aufbauwerkss in Palästina aufhalten, hat sich die zion!.-sozialis£ Ärb'eiterbewiegungi Oesterrei'ch's konsolidiert. Die Organisationen'' „Poale Zion'' und ^HitäChduth" haben sich vereinigt, um für ihre gemeinsamen Aufgaben' igeschlossen zu kämpfen1.' Die radikale Lösung der Juden'frage erblickt die vereinigte Organisation!,,' in der Umgestaltung d$r Struktur des jüdischen Volkes in Palästina, im Aufbaue einer jüdischen Heimstätte mit sozialistischen Wirtschaftstendenzen. , Es gehört aber nicht wenigler in ihren Aufgab^'Kreis; für die Rechte der arbeitenden; Juden jed^eit untji überall einzutreten, und a^ > der-, Seite des, ^as^eflb^ wußten sozialistischen i. Prpletariats gegen1,. den . Ka,p^- talismus und für den Sozialismus, zn kämpfen,. Inl Erfüllung dieser; Aufgabe, rufen .^ir, -:d\e jüctisdhen Wähieri auf: . .i ' Kämpfet M4 mit^^ uh$;fiir den Sieg der Sozialdemokratie bei den Wiener öemfein^^tfwahlen am 24. AprU t WÄtÄÄJM der berechtigten jßd. Förderun- . .;: Vereiaigte zionisti|e^-8.oziaU|tischc Arbeiterorganisation Poale Zion — Hitachduth, Wien,

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