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Der Jüdische Arbeiter · 1932-02-05 · Heft 2-3 (5.2.1932) · page 3

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
9 (1932)
Issue
Heft 2-3 (5.2.1932)
Date
1932-02-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Der jüdische Arbeiter Seite 3^ griff es der Arbeiter fein de u-nd die Fort* - setz Ii n g tf e s% A u f b' a u w e r ke#s in Pal äs 11 n a '". erm öglich en. Das der Sinn der Vereinigung der „Poaie Zion" mit der „Hitacbduth''. ■ * Die Vereinigung liegt auf der Linie der Einheit zwischen Gedanke und Tat, der einheitlichen Orientierung im allgemeinen, wie im jüdischen Leben. Das ist für uns eine Gewähr, daß sie zum Aufstiege, zur Erstarkung der zionistisch-sozialistischen . Arbeiterschaft hier wie in: Palästina führt. M. Singer. Dr. Chaim Tartakower: Die Vereinigung u. die Schaffung eines zion.-soz. Weltverbandes^ : . Was trieb uns zur Vereinigung? ... Das «Wort „trieb" r sagt bereits viel: Der Ichud war mehr ein Werk eines inneren Triebes als daß der Ueberlegung. . . Was hat -nun der Ichud herbeigeführt? Das arbeitende Erez Israel. Hier hatten sich beide Parteien getroffen, .die anfangs von verschiedenen Gesichtspunkten ausgegangen waren. . Der „Hapoel Hazair" war vom. jüdischen Volke,, •vom Zionismus, ausgegangen; er. wollte diesen verwirklichen und stieß auf. die Notwendigkeit.der Sicherung der jüdischen Arbeit in den Kolonien. Die. entgegenstehenden Hindernisse ließen; dann den Gedanken, der Eigenarbeit auftauchen, die wieder fl'as ganze - Problem des .Am Owed (des*, arbeitenden -Volkes) aufrollte. - . .; Es zeigte sieb, , daß der Zionismus nur dann "zu realisieren sei, w'enn: das. jüdische Volk sich' produkti-. vieren.-werde. . ' v ■ ■■' ■ ■■• •-• Der Hapö.el Hazair schuft praktisch-SbziäHsmus, lehnte •jedoch-.di'e''Ai-beiterinternationale und dasv- Be- :' ^entiffris"-;ztim r Sbzialism üs" aft. v' Die" Ppale Zion wieder gingenvom. Sozialismus ■ und .-von der Internationaleder Arbeiterschaft iius,' sie'wollten im jüdischen Volke den Sozialismus verwirklichen. Aber in- Palästina stießen 'sie auf die' originale'Juclenfrage, auf die Notwendigkeit, erst eine jüdische Arbeiterschaft zu schaffen. Nicht die Proietarisierung der Juden konnte in Palästina das Ziel sein, sondern die Schaffung eines normalen arbeitenden jüdischen Volkes.; ■ '\ ■ - - So ■ trafen1 sich1; -beide Parteien in' der alltäglichen Arbeit der Umb'aunng des jüdischen Lebens; .... Es zeigte sich' bald, daß in praxi beide das gleiche wöllten : -- und der IclYud in "Erez Israel mußte verwirklicht werden. Kaum war das geschehen, so mußte auch die .zion. Arbeiterschaft in cler Gallith aufgerüttelt werden. 'Das 'Nebeneinanderbestehen ' zweier auf das gleiche Ziel gerichteter Organisationen mußte schädlich' wirken. Im Interesse des Zionismus und des -zionistischen Sozialismus mußte auch" hier der Ichud kommen. Alles trennende, alles nebensächliche mußte vor der brennenden Notwendigkeit der Einheit zurücktreten. Warum aber war.diese Vereinigung brennend geworden? Der Zionismus durchlebt innerlich' und äußerlich eine der schwersten * Krisen. Die Mitläufer verlaufen k sirjh1 in!" kritischen Zeiten; diejenigen aber, die den' k inneren Glauben an die Gerechtigkeit und daher an die Gerechtigkeit und daher an die Möglichkeit der S'adh'e besitzen, h'aben die Verpflichtung, die Reihten zu schließen1, die Front zu verkürzen, um das Werk des Volkes in bessere Zeiten hinüberzunetten. Die Hitacbduth ist in Oesterreich nicht deswegen aus der allgemeinen zionistischen Organisation ausgetreten, weil sie .nicht dort zionistisch arbeiten konnte oder wollte, sondern um die zionistische .Front als Territorialverband mitzusehaffen — die große Lebensnötwendigkeit der zionistischen Bewegung dieser Tage. < Was will der Ichud? .;; Er. bejaht bedingungslos das .jüdische Volk und sein Streben nach' nationaler Befreiung, den Zionismus. Er bejaht den Sozialismus als das Mittel zur Verwirklichung des Zionismus, denn nur ein auf eigener jüdischer Arbeit errichtetes jüdisches Volksleben.in Palästina vermag das jüdische Volk zu einem normalen Volke umzugestalten. ,.j Der Sozialismus besteht für den Ieh'ud nicht •neben dem Zionismus, sondern beide bilden-'für ihn . eine unzertrennliche Einheit. Ein Sozialismus, der dem jüdischen Volke Opfer seiner Existenz abverlangt, ist keiner, ist alles andere mir nicht 'die '■ völkerbefreiende sozialistische Bewegung. r Der Ichud lehnt daher mit aller Kraft den Sozialismus ab, der uns einreden will, daß das jüdische Volk aus Gründen der materiellen Weltauffassung zum Tode verurteilt sei. 1 Assimilation und Selbstaufgabe bleiben nicht schöner und moralischer, weil jüdische Sozialisten, die ihr Volk feig verlassen — in der schwersten Not 'verlassen' fälschlich ad maiorem. communismi , gloriam sie postulieren. > Der Ichud lehnt auch aus wahren nationalen und Menschlichen Gründen efen nationalen Chauvenismus ab. Man braucht, sich bloß1 den Hitlerismus und den Muftiismus, mit ihren: feigen Lügen lind Verleumdungen des jüdischen Volkes anzusehen, itm sich vom sacro egoismo mit Schauder abzuwenden. Wir erblicken1 . in der sozialistischen Arbeiter-. Internationale die Gewähr dafür, daß jedem Volk'das Recht auf Leben und Entwicklung gewahrt bleibt, während die nationalen Auswifchse ausgemerzt werden. Nur der Nationalismus ist human und .gerecht, der sich nicht auf Kosten anderer Völker breit macht. Mit tiefstem Schmerze sehen wir, wie viele kostbare Menschen unsere Reihen aus Verblendung verlassen, wen sie national entwurzelt werde n. Gerade um diesen -Zgrstörungstendenzen entgegenzuwirken, ist der Ichud lebensnotwendig. Der Ichud in1 Oesterreich stellt bloß ein; Glied in der Kette dar, die. die vereinigten zionistischen Arbeiterparteien zu. bilden .haben.. Dieser zu schaffende interterritoriale zionistischsozialistische Verband hat eine geradezu historische Rolle zu spielen. •<Er; h'at die Hauptveranhvo'rtung, ' für '„die Realisierung .des Zionismus zu . tragen. Nur er hat die' Kraft durch ' Intensivierung und Erweiterung des arbeitenden .'Jiscbüws #die5 Hinerschütterliche Grundlage für das zionistische, Aufbauwerk^ zu schaffen. Äber nur ein 'arbeitendes jüdisches Palästina vermag einen wirklich "jüdischen;. Sozialismus zu schaffen, jeder andere...-..... der nicht auf: Palästina orientiert ist' ~-\ führt früher oder später zur Assimilation, zum Untergänge. - , ■ . •'"• Der Weltverband hat gegen die jüdisch-sozialisti^ sehen Zerstörungstendeiizen einen machtigen Kampf zu führen. •'""'■ ."' . ' ' " .. Er hat auch die Aufgabe, in;alleh' Ländern auf die .Schaffung des zionistischen lerritorialverbandes zu "drängen, damit die zionistische Bewegung intakt erhalten werde - für bessere Tage, da das zionistische Befreiungswerk init vervielfachter Intensität wird, aufgenommen werden können.." ' "Der Verband hat die' Aufgabe, " den Kampf um die Seelen der jüdischen Jug'ehd zu führen', diese Jugend für ihre' nationalen und, sozialen Aufgaben zu ^erziehen1 speziell _in diesen Tagen, da die" Alijahaussich'ten; gering sind.. . . . : Wir glauben ah xlie ^Jfuhft des jüdischen; Volke^ wir, glauben, daran, , ,daß das .Jüdische^ Volk, ein aktives Glied in' einer ^sozfal gerechten Völkerfärhilie werden wird, 'die weder die wirtschaftliche, noch' die geistige Ausbeutung des Individuums, noch der Völker kennen wird. Unser zionistisch-sozialistischer Weg . ist schwer aber wir glauben, daß wir. ihn mit, vereinten Kräften erfolgreich zu' Ende gehen werden efenn das höchste menschliche Recht der Freiheit ist. auf unserer Seite. Ring des „Jüd. Arbeiter". Gen. Dr. Willy Schorr beantwortet die Aufforderung des Gen.' Mendel Singer, spendet S 2.— Lina ruft" folgende Genossen und Freunde auf, denselben, Betrag zu spenden: Dr. Ing. Guido Kaminka, In'g. Fritz Pollak, Dr. Gertrud Freund, Stella Hochstimm, Ing. Otto Braun, Dr. Paul Fischer, Doktor Judith Horowitz. Gen. P i n k a s S i 1 be r IVe r z beantwortet die Aufforderung des Gen. Dr. Kantor, spendet S 2.-~ und ruft folgende Genossen auf, denselben Betrag zu spenden: Dr. <Chaim Schieber, Dawid Hauser, Moritz Salzhauer, Simon Picker, Saiomou Rutzky. Gen. Abraham Bloch beantwortet die Aufforderung des Gen. Ing. Baumannspendet S,!2.-~ amcl ruff folgende Genossen auf, denselben Betrag Zu spenden: Hermann Kanner, Dr. Max Schönberg, Karl Lederer. üen. B e r n h a r d B r a v e r beantwortet die Auf-" förderung des Gen. Dr. Bernay, spendet S 2.—- und ruft folgende Genossen und Freunde auf denselben Betrag zu spenden: Nationalrat Heinrich Allina, Gemeinderat Alfred Brocznyer, Norerbt. Weichselbaum, Jakob Scheuermaun, Frieda Ludmer, Joachim Zipkin:, Josef Goldberg, Salomon Weinig,' Dr. Leopold Rosenmann, Heinrieh Triger. Gen. Chaim Kupfer beantwortet'die Aufforderung des Gen. Welt und spendet S 2.-—. Gen. S a u I W e i n r e b beantwortet die Aufforderung des Gen. Baumann und spendet S 2.~. Gen. Dr. Sau! Sokal, Dr. Leo-Schaf ler und Dr. M. Dr immer beantworten die Auftorderung des Gen. Dr. Bernay und spenden je S »2.—. Gen. Pinchos Sorokin beantwortet'die Aufforderung des Gen. Ing. Baumann und spendet S 2.—. Gen. Moses H o r o w ft"z, Pa u l 'K a t z und M a x A p p e n ze 11 er beantworten die Aufforderung des Gen. Dr. Kantor und spenden je S 2.—. Gen: Dr. J o h a n n H e 1/ m a n n beantwortet die Aufforderung des Gen. Dr. Kantor und spendet S I.—. ' Chaim Nachman BiaHk. Zum Abschluß einer mehrmonatlichen erfolgreichen; Vortragstournee in zahlreichen Städten Ost* una Westeuropas weilte der hebräische Dichter Gh'aim Nac'hma'nn Bialik eine Woche in Wien, um auch' das hiesige Judentum aufzurütteln und zur Erfüllung! seiner nationalen Pflichten zu mahnen. Die Erkenntnis von der Notwendigkeit cheser seiner nationalen Mission dürfte Bialik' auf dem letzten Kongreß in Basel gewonnen haben'. Nach zehn Jahren kam der Dichter abermals zu einem zionistischen Kongreß und geriet ob seiner gemachten -Wahrnehmungen' beinahe' in Verzweiflung: Einerseits das aus unzähligen' Wunden blutende jüdische Volk, die in entsetzlicher physischer und geistiger Not darbenden und um Hilfe ringenden Massen. Andererseits,;als einziger Lichtpunkt, das unter ungeheuren Geburtswehen entstehende Erez-Israel, an dessen. Auf- und Ausbau eine verhcältnismcäßig geringe Schar von begeisterten Pionieren in übermenschlicher, Kraftanspannung und Zähigkeit,, allen Memmnissen zum Trotz, unermüdlich' "tätig ist; Und dazwischen die versammelten Vertreter des Zionismus, die anstatt einmütig Wege und Mittel zur Rettung der Judenmassen und zur Beschleunigung des Aufbaues Erez Israel zu suchen, sich in kleinlichem Parteihader und nichtigen Wortkraubereien, verlieren., Diese Wahrnehmung und die verzweifelte Stimmung Bialiks fanden denn auch ihren Ausdruck in seinem-jüngsten Gedicht „Und ich sah Euch wieder .in Eurer Ohnmacht ...", das uns des Dichters blutende Herz offenbart und dessen Strafworte wie Keulen hiebe niedersausen ... . Unter der ansehnlichen Zahl von Dichtern und' Schriftstellern, die die neu hebräische Literatur bereits aufzuweisen! vermag, ist Bialik der' hervorragendste und auch der einzige, der Weltruf genießt. Er ist der unbestrittene neuhebräische Dichterfürst; (Der bekannte Scherzreim »ji^dt nh-phx^^ ist wohl keine Uebertreibuug). Im Gegensatze zu seinem Vorgänger und ursprünglichen ^Vorbild .J;..Li'-Gordon, der sich als den „Sklaven der hebräischen' Sprache" betrachtete, ist Bialik ihr Meister und Meisterer. Er gab ihr ihre Ursprünglichkeit und Ausdrucksfähigkeit wieder'.' Dabeisind ihm Spräche und künstlerische Form stets hur" Mittel," das Motiv, dagegen der Zweck. Und seine Motive haben immer einen ausgeprägten national-jüdischen Ch'arakteiv auch dort, wo es sich um allgemeiiriHmensch'liche Dinge handelt. Dadurch wurde Bialik zum wahren Genius seines Volkes, das er in seinen Liedern miLglühender Liebe, bedachte und üm dessen Schicksal, er stets bangt. Kein Wunder auch, daß sein Volk stets nicht bloß die Verheißungen -und Aufmunterungen des Dichters mit tiefem Daukgefühl entgegennimmt, son- .dern auch seine wuchtigen Geißel hiebe, entsprungen dem Gefühle des „Schmerzes ,un'cl Zornes", wie eine verdiente Strafe über sich ergehen läßt. Bialik ist auch eine cler wenigen zentralen Figu- : -ren des zeitgenössischen Weltjudentums. Er umspannt mit seiner Liebe das Volk in seiner Totalität, wie .er auch vom ganzen Volke ohne Unterschied der Parteien und Gruppen aufrichtig geliebt und verehrt wird. Und wenn auch Bialik als Dichter sich naturgemäß zu den: höheren Regionen der Geisteswelt hin- gezogen fühlt und vorwiegend geistigen Interessen dient, so verrät er.dennoch unverkennbare Merkmale eines Volkstribunen im besten Sinne, des Wortes und versagt keiner wichtigeren Aktion im Dienste des Volkes seine werktätige Mithilfe; Es soll erwähnt werden, 4daß Bialik bei seiner bekannten Intransi'genz. in beziig auf die Präponderanz .des .Hebräischen als nationale Sprache des Judentums die Bedeutung der jiddischen Sprache für die jüdischen Volksmassen nie verkannt, sich ihrer gerne in Wort, privat und öffentlich, bedient und in dieser auch ein'e größere Zahl herrlicher Volkslieder veröffentlicht hat. . - An dieser Stelle soll auch das stetig warme Interesse und die offenkundige Sympathie, t\\p Bialik dem arbeitenden Palästina und den wichtigen! Institutionen der palästinensischenvArbeiterschaft entgegenbringt, dankbar hervorgehoben und anerkannt werden. Es sei in diesem Zusammenhange an seine begeisterte Stellungnahme für die Linke von cler Tribüne des XII. Kongresses in Karlsbad erinnert, aus der die folgende Stelle gerade heute von besonderer Aktualität ist. Zur Rechten des Kongresses gewendet sagte Bialik:, „Gerade die Rechte muß es wissen, daß die größte Tat, die wir jetzt erleben durch die Linke vollbracht wird. Nicht nur in Palästina, sondern1 in Rußland, .in den fürchterlichsten Zuständen, in denen sich das Anläßlich des zehnjährigen Todestages. A. D. Gordons, veranstaltet 'die Gbrdoniah-Wien am Sonntag, den 14. II. 1. J, um 7 Uhr abends in den Kunstspielen, I. Riemergasse 11 eine . Gordon-Feier Karten sind zu haben im Büro des K. K. , L., 1., Kärntnerstr. 28, im Sekretariat des Arb'eiterh'ejms Borochpw,- IL, Blumauergasse 1 und allabendlich im Heinis üer Gordoniah, IL/ AussteHungsstr. 19.

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