Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 8 (1931)
- Issue
- Heft 18 (4.12.1931)
- Date
- 1931-12-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Dtf jüdische ArbtH* mt $. •orden sind. In Galiläa: Dagania Ä., Dagania B., Kinefclh. ttt Emek: Oewa, Nahalal, Kfar Jecheskiel, Ginegan in udla: Kfar Malal, Nachlafh Jehuda, Ben Shemen, Atharoth, irjafli Anawim. In der Sarona-Ebene: Gan Schmuel. '« Beschäftigung jüdischer Arbeiter In Chederah. Ab Abgesandter des Arbeits-Departements besuchte asl Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Herr Dr. enator, zusammen mit dem Sekretär der Abteilung, Herrn Rabinowitfc vorige Woche Chederah wegen des1 dort entfandenen Zwistes zwischen Kolonisten und Arbeitern. Die erfreter beider Gruppen wurden zu einer gemeinsamen itzung mit dem Vertreter der Jewish Agency eingeladen, ach Erörterung der Lage und nach einer Erklärung seitens er Vertreter der Kolonisten, daß sie ihr möglichstes1 tun vürden, um die Zahl der jüdischen Arbeiter bei der Pflückrbeit zu erhöhen, wurde der Zwist in der Kolonie beielegt nteraive Bautätigkeit in Tel-Aviv. Den Angaben der Technischen Abfeilung der Tel-Aviver fadtverwaltung zufolge gab diese Abteilung während der rsten zehn Monate des Jahres 1931 Bau-Erlaubnisse für 7.000 Quadratmeter Boden aus, während im1 Laufe des esamten Jahres 1930 die Gesamtfläche, für die Bau- Erlaubnisse erteilt wurden, nicht mehr als 44.000 Quadrateter betrug. Entgegen der allgemeinen weit verbreiteten «nähme ist diese erhöhte Bautätigkeit nicht ausschließlich arauf zurückzuführen, daß das Publikum nach dem Fall es Pfundes das Vertrauen zu Papierwerten verloren hat; ie ist vielmehr in der Hauptsache eine Fortsetzung der 'tändigen Zunahme der Bautätigkeit, welche seit der Erolung von der Krise, die gegen Ende des Jahres 1925 begann und bis 1928 dauerte, ständig zu beobachten war. Die bebaute Bodenfläche betrug 1927: 12.720 qm!, 1928: 23.612 qm, 1929 : 28.710 qm, 1930 : 43.692 qm. Nach den Gesuchen zu; urteilen, die Anfang November vorlagen, dürfte die Gesamtzahl am Ende des Jahres sich auf 53.000 qm belaufen. Diese Zahl ist seit 1926 nicht mehr erreicht worden und wurde nur 1924 und 1925 übertroffen. Entsendung einer Arbeiter-Delegation nach! Amerika; In Verbindung mit der Vorbereitung de/ geplanten „Werkzeug-Kampagne" in Amerika hat die Jüdische Arbeiterföderatjon von Palästina zwei Delegierte nach den Vereinigten Staaten geschickt, die dort die Propaganda für sie leiten sollen, nämlich Salman Rubaschew, den bekannten Arbeiterführer, welcher auch der Redaktion des „Davar" angehört und Simon Kuschnir, einer der Gründer der Siedlung Kfar Jecheskiel im Emek. Vom jüdischen Leben. Volkszählung in Polen. Von der Organisation. Das Winter-Skilager der Poale Ziotr findet im Türnitzer Gebiet statt. Es werden Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene abgehalten. Alle Genossen, die sich :bis nun gemeldet haben, müssen das Quartiersgeld in der Höhe von S 6.— bis Samstag, den 5. Dezember 1931 erlegen. Das Sportreferat. Arbeiterbibliothek Borochow. 1 IL, Blumauergasse 1 Biblioth'ekstunden: Montag und Donnerstag von 8 'bis 9 Uhr abends. ■ Abendkurse. Die Kurse für Hebräisch1 iun'd Englisch häben bereits begonnen. Anmeldungen werden noch Jeden Abend im Sekretariate entgegengenommen. Rechtsberatung. Die Sprechstunde für Rechtsberatung im Sekretariate ist Dienstag von 7 bis 8 Uhr abends. Ich dachte dann: So sind sie — diese Menschen, Juden aus1 Palästina, aus dem Lande im Osten, an der Küste des1 Meeres gelegen, das drei Weltteile umspült — Unbekümmert um alle Gefahren, um die offene Feindschaft Schlechtberatener Araberstämme und die vielleicht noch mehr bedrohliche Vormundschaft ihrer scheeläugigen Beschützer, bauen sie. Sie bauen auf altem Boden mit Hilfe moderner Technik, Werke einer neuen Welt. Diese unbeugsame Arbeitslust, diese rastlos strebsame Aktivität, ihr Wissen und Können, das mögen sie aus ihren früheren Heimatorten irgendwo in Europa als Erbe mitgebracht haben. Aber jene ruhige Gelassenheit, die aus den Dingen kein Wes'en macht, wenn sie noch so bewundernswert — jener schweigsame Blick, beredter als die schönsten Worte und jenes rätselhafte Lächeln, die Mitleid und Weisheit, Zuversicht und tiefsten Glauben, Ergebenheit und vertrauensvolle Erwartung in einem ausdrücken — das ist slchon etwas aus dem Besitztum des Orients, das' ist jene ferne wunderbare Welt, die segensreiche und weisheitgetränkte Urheimat der Menschen — das ist A s i e n . . . Dies, mejne Freunde, ist es, was uns hier so fehlt, um das wir unsere Brüder dort in Erer Israel beneiden: der unerschütterliche, selbstlos schaffende Glaube, die innere Festigkeit, die ruhige Zuversicht in die Zukunft. — Nur a!o kann man — nur solche Menschen können und werden eine Neue Welt bauen! Philipp. Am 1. Dezember wird in Polen1 eine Volkszählung zum zweiten Male (die erste fand im Jahre 1921 statt) seit Bestand der Republik durchgeführt. Die jüdischen Arbeiterparteien, wie auch der größte Teil der bürgerlichen jüdischen Gruppierungen entfalteten eine Aktion, 'daß dre Juden sich zu ihrem Volke bekennen und im der Rubrik: Muttersprache — Jiddisch anführend Ein Teil der bürgerlichen Zionisten wirkt dafür, daß Hebräisch als die Muttersprache angegeben werden soll. Ein neues Judengesetz in Preußen Im Preußischen Ministerium für Kultus und Unterricht ist 'der "Entwurf eines! „Gesetzes über die Synagogengemeinden" fertiggestellt, der nach Billigung durch das Staatsministeriuni dem Landtag noch vor Ablauf der gegenwärtigen Legislaturperiode vorgelegt werden soll. Dr. Max Kollenscher sagt in einem1 in der „Jüdischen Rundschau" (Nr. 86) erschienenen Aufsatz* einiges Grundsätzliche zu dem Entwurf. Jedes neue Judengesefz .schreibt ,Dr. Kollenscher, wird sich mit der Frage der Autonomie der Gemeinden, wie sie im Artikel 137 der Reichsverfassung festgelegt ist, abzufinden haben. In dieser Beziehung ist der preußische Staat mustergültig vorgegangen, als er die Kirchenverfassung der evangelischen Landeskirchen staatlich geregelt hat: Die Kirchen haben sich selbst Verfassungen autonom1 ge geben, die der Staat anerkannt hat. Die preußische Juden heit muß verlangen, daß auch die von ihr beschlossene Gemeindeverfassung in gleicher Weise die staatliche An erkennung findet. Im" Frühjahr 1928 hat der preußische Landesverband jüdischer Gemeinden in seltener Einmütig keit ein Judengesetz beschlossen und es der Staatsregierung zur verfassungsmäßigen gesetzlichen Verabschiedung vor gelegt. Der Einwand, daß die Judenheit Preußens* nicht eine Einheit darstelle, sondern in einzelne Gemeinden aufgelöst sei, greift nicht durch. Die Tendenz des Judengesetzes von 1847 war allerdings1 die Afomisierung der Judenheit in einzelne Gemeinden. Die inneren Kräfte der Judenheit haben jedoch immer schon auf Vereinigung gedrängt. In der Frage des Austritts versagt der neue Enfwurf Vollständig. Er bestimmt, daß der Austritt ohne Angabe von Gründen und mit einer völligen Steuerbefreiung. Schon vom Schluß des Steuerjahres an zulässig ist. Somit sind mittlere und Kleingemeinden unausgesetzt durch Austritte einiger wohlhabender Mitglieder aus dem Grunde der Steue flucht Gefahren ausgesetzt. Es besteht die weitere Gefahr daß durch andauernde Drohungen mit dem Austritt Menschen aus eigennützigen oder parteimäßigen Gründen die Verwaltung der Gemeinden in bestimmte ihnen genehme Bahnen zu lenken sich bemühen. Äuch hier liegt eine pri vilegjum odiosum für die Juden vor. Bei den christlichen Religionsgemeinschaften gibt es den Austritt aus der Gemeinde ohne den gleichzeitigen Austritt aus der Religions gesellschafc nicht. Der Referenf6nentwurf sieht für die Wahlen in den Gemeinden nur gleiche, unmittelbare und geheime Wahl vor. Ob die Wahlen auch allgemein sein sollen, ist der Satzung der einzelnen Gemeinde überlassen. Es wird somit jeder Gemeinde überlassen, das aktive oder pas'sive Wahlrecht der Ausländer zu beseitigen oder zu beschränken. In den cnristlic'hen Religionsgemeinschaften ist das Wahl recht der Ausländer gesetzlich festgelegt. Dr. Kollenscher weist auf einige andere Fehler des Entwurfes hin, so u. a. auf die Bestimmung, da& der Rabbiner grundsätzlich die deutsche Reichsangehörigkeit besitzen muß, und schließt: „Man überschreibt das Gesetz als „Gesetz über die Synagogengemeinden". Indem man hier — und leider nur hier in der Ueberschrift — Synagoge und Kirche gleichstellt, übersieht man die Fülle der Kompetenzen, die jeder jüdischen Gemeinde außerhalb der Syna goge (des Gotteshauses) zusteht. Die preußische Judenheit wird diese „oktroyierte Verfassung" ablehnen," Genosse De Brouckerev über unsere Bewegung. Eine Absprache in Warschau. In den letzten' Tagen des Monats Oktober weilte in Polen der bekannte Führer des belgischem Proleta nats und der Sozialist. Arbeiter-Internationale, Oenosse De Brouekere. Am 31. Oktober erschein er im einer Parteiversammlung der Poale Ziom in: Warschau. Nach einer Begrüssung durch unsere Vertreter ergriff der Gast das Wort und führte u. a. aus: Ich bedauere aufrichtig, daß ich die jiddische Sprache nicht beherrsche und deshalb nicht in der Lage bin, mit euch in euerer Sprache zu sprechen1. Ich' kenne euere Bewegung nicht gründlich, aber sie ist mir nicht fremd. Ich1 hatte oft Gelegenheit von den vielen freunden, die ich in euerer Bewegung habe, Informationen zu erhalten. Ich sollte mich sogar im Jahre 1929 nach Palästina begeben1. Ich1 kenne die Schwierigkeiten euerer Bewegung, aber wer für eine hohe Idee kämpft, darf vor den Schwierigkeiten, die sich ihrer Verwirklichung entgegenstellen, nicht zurückschrecken. Euere Arbeit in Palästina ist auch für funs vom besonderem Wert, weil wir in ihr sozialistische Laborationumsarbeit sehen. Dort strebt man die Erziehung) des neuen Menschern t,ün die neue Gesellschaft an. Wir bewunde rni das Bestreben', die Idee mit der WirkISchkeit in Einklang zu bringen." Nach einer kurzen Schilderung der internationalen) Läge schloß De Brouekere mit den Worten: Im unseren Reihen, in der Arbeiterklasse der Welt muß sich die Erkenntnis durchsetzen, daß es nicht genügt sozialistisch1 zu denken, sondern daß man sich bemühen muß, den Sozialismus im täglichen Leben zu verwirklichen. So wird die felsenfeste Grundlage für die neue Gesellschaft, die auf Freiheit und Gleichheit tussen wird, geschaffen werden'." der Gemeinde Wien ttes Die Gemeinde Wien haftet mit ihrem getarnten Vermögen für alle Einlagen in der Zen- . - - tralsparkasse Brief aus Rischon-lezion. Von Hugo Steiner. Wir freuen uns unseren Genossen und Lesern den Brief aus Palästina, der einen führenden Genossen unserer „Wiener Gruppe" im 1 Kibuz Ris'chon I'Zion zum Verfasser hat, zu vermitteln. Wir wollen bei dieser Gelegenheit auf die Bedeutung dieser Gruppe aufmerksam machen, unsere Genossen und Freunde ersuchen, ihr die gebührende Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Redaktion. L Im gewissen Sinn ist es schwer der Galuth über Palästina, über das palästinensische Arbeiterleben zu berichten. Alles was wir gewohnt waren als Palästina zu sehen, sieht hier anders aus. Die jüd. Arbeiterbewegung in Palästina hat sich1 hier ihre eigenen Begriffe geschaffen, die der Galuth vollkommen fremd sind, so daß sogar ein bloßes Uebermitteln schwer wird.ihWenn sogar dem. Ostjudentum Palästina eine Offenbarung bedeutet, so steht das Westjudentum 'dem jüdischen Palästina noch ferner als man je geglaubt hat. Wiener in Palästina, Wiener jüd. Proletarier in' Erez Israel, wer vermag die Schwierigkeiten unseres Weges verstehen1, wer kennt den alltäglichen sich stets erneuernden' Kampf um das Eindringen ins palästinensische Arbeiterleben, mit all seinen vielen Fragen und Problemen einer europäisch' organisierten Arbeiterklasse unter nichteuropäischen palästinensischen Bedingungen. Nur wer das mit eigenem Augen sieht und mit eigenem Leben kämpft, vermag die gewaltige Kraftanstrengung jener 30 Wiener verstehen, die die Grundlagad er Plugah1 Rischon-Lezion bilden. Wir Wiener haben den! Weg des Kibbüz Hameuchad gewählt, nicht nur weil er die tragende Bewegung im Aufbau; Palästinas ist, sondern' auch1 die Fortsetzung 'unseres Lebens, das wir aufbauen wollen auf Grund unserer, proletarischen' Erkenntnis, die .wir nicht zuletzt in Wien empfangen! haben. Die Erkenntnis von der elementaren Bedeutung der Einheit de r Arbeiterbewegung. Wenn man sich1 vergegenwärtigt, daßi der Weg der Arbeiterschaft in Palästina mehr in konstruktiver Form vor sich1 geht, daß, in Palästina' die Form der Koonisation' der Maßstab für den) proletarischen Gehalt des Aufbaues ist, dann kanni man verstehen, daß der Kibbuz Hameuchad die Form in der der „Vereinigte Kibbuzi" die 'unbeschränkte kommunale Gesellschaft aufbauen) will', ein1 Ausdruck enes elementaren Klassenbewußtseins, des Massenbeüd. Soz. Dem. Arbeiter Org. Poale Zion in Wien Montag, den 14. Dezember 1931, um1 8 Uhr abends, im Arbeiterheim, II., Blumauergasse 1: , General Versammlung.