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Der Jüdische Arbeiter · 1931-05-18 · Heft 8 (18.5.1931) · page 3

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
8 (1931)
Issue
Heft 8 (18.5.1931)
Date
1931-05-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Der jfltlis.öhe Afbftiter Seite 3. Dunam alten Parde^sim, 472 Dunam zweijährigen und 3885 Dunam einjährigen Pardes'sinr gezählt. Es arbeiteten 284 jüdische und 258 arabische Arbeiter. Im Getreidebau waren an diesem Tage in Chedera 93 arabische und nur 3 jüdische Arbeiter beschäftigt. Die Arbeit am Toten Meer. Das von' der Palästinaregierung herausgegebene „Commercial Bulletin" vom März 1931 enthält einen Bericht über die Arbeit der „Palestine Potash Co. Ltd.", die bekanntlich für die Dauer von 75 Jahren die Konzession für die OeV winnung von Kali und anderen mineralischen Salzen aus dem Toten Meer besitzt. Das Nominalkapital der Gesellschaft beträgt 400.000 Pfund, eingeteilt in 380.000 Aktien zu 1 Pfund und 400.000 Aktien zu 1 sh. Das Konzessionslareal beträgt 4 Quadratkilometer. Die Arbeiten der Gesellschaft sind soweit fortgeschritten, daß seit dem Ende des Jahres 1930 ein Quadratkilometer mit Teichen für die Verdunstung- und Konzentrierung des Toten-Meer-Wassers1 bedeckt ist. Von den für die Arbeit benutzten Pumpen wurde die erste im Ausland bestellt, während die weiteren Pumpen im Lande selbst hergestellt werden und von guter Qualität sind. Nach erfolgter Verdunstung wird Carnalit erhalten, aus welchem dann Kali und andere Salze wie Magnesium, erhalten werden, wobei als Nebenprodukt große Quantitäten gewöhnlichen Salzes gewonnen werden. Kali wird auf lange Zeit hinaus das Hauptprodukt sein. Das für den Produktionsprozeß und für Trinkzwecke benötigte Sueß- Wasser wird vom Jordan her über eine Entfernung von 3 Kilometer gepumpt und, soweit es für menschlichen Bedarf bestimmt ist, gefiltert. Die Fabriken für die Kali-Herstellung, den Trocknungsprozeß usw. werden zurzeit gebaut. Zur Lösung des schwierigsten Problems; der Kommunikationsfrage, wird jetzt von der Regierung eine Straße vom Toten Meer nach Jericho gebaut, von wo aus eine 'Chaussee nach1 Jerusalem führt. Der Transport der Priodukte zur Eisenbahnstation Jerusalem erfolgt auf Lastautos der Gesellschaft. Der Plan der Gesellschaft sieht vor, daß, sobald die Proiduk'fion die nötige Größe erreicht hat, in Kooperation mit der Regierung eine Eisenbahnlinie vom Toten Meer durch das Jordantal nach Beth Schan gebaut werden goll, von wo dann die Produkte auf der Eisenbahn zum Haifaer Hafen gebracht werden können. Es sind jetzt zirka 300 Arbeiter beschäftigt, für welche 3 moderne und hygienisch eingerichtete zweistöckige Wohnhäuser von der Gesellschaft erbaut wurden. Ferner wurden für die Arbeiter Küche, Speiseraum usw. erbaut. Ebenso wurden eine Radioeinrichtung geschaffen. In 8 Monaten des Jahres ist die Sonnen^ hitze groß genug, um die Verdunstungsarbeit zu leisten. In dieser Zeit wird von früher Morgenstunde an bis 11 Uhr vormittags gearbeitet ujnd um 3 Uhr die Arbeit wieder aufgenommen. Die Arbeit geht mit großer Beschleunigung 1 vor.; sich, und die Umgebung, die bisher eine nur von Touristen besuchte Wüste war, hat sich in einen Platz lebhafter Arbeit verwandelt. Koopei-ativbank 1930. Die Central Bank of Coopcrative Institutions in Palestine Ltd. hat im Jahre 1930 kurzfristige, in einem Jahr rückzahlbare Darlehen in Höhe von 174.896 Pfund und langfristige, in 3 bis 10 Jahren zurückzuzahlende Darlehen in Höhe von 44.914 Pfund, zusammen also 219.810 Pfund, verliehen. Von diesem Betrage sind 62 Prozent für landwirtschaftliche Zwecke bestimmt. Seit dem Oktober 1922, als1 die Bank mit der Gewährung kurzfristiger Anleihen begann, bis zum 31. Dezember 1930, wurden etwas über 900.000 Pfund kurzfristige Anleihen gewährt, von denen bisher 81.6 Prozent zurückgezahlt worden sind. Von diesem Gesamtbetrage an kurzfristigen Anleihen wurden zirka 65 Prozent' für landwirtschaftliche Zwecke verwendet. Ueber die Gewährung langfristiger Anleihen, mit denen die Bank im Herbst 1926 begann, unterrichtet folgende Zusammenstellung: Gesamter von der Pal. Economic1 Corp., New York für diesen Zweck' zur Verfügung gestellter Betrag 156.301 Pfund, davon bisher an 43 Kooperativen ausgeliehen 117.698 Pfund (Rest wird dieses1 Jahr ausgeliehen werden), Rückzahlungen auf Rechnung dieser Anleihen 43.475 Pfund, außenstehender Betrag per 31. Dezember 1930 74.223 Pfund. Von den langfristigen Anleihen sind 53.704 Pfund in junge Orangenpflanzungen investiert worden, von denen zirka 41.000 Pfund bereits zurückgezahlt sind. Weitere 15.615 Pfund wurden an Handwerker und kleine Bauern für allgemeine Ameliorationen gegeben. Ferner wurden langfristige Anleihen für die Anlage von Weinpflanzungen und für die Entwicklung der Geflügelzucht gegeben. Für den letzteren Zweck erhielten Darlehen u. a. Mos'chawim wie Kfar Jecheskiel, Nahalal und Nachlath Jehuda und Kwuzoth wie Dagania A.f Gewa, Kinereth und Gan Schmuel. Organisation der K^djtgeriossle^slchaften. Am 13. April traten in Tel-Aviv die Vertreter von 50 verschiedenen Kreditgenossenschaften zusammen und gründeten eine ,/Brith Pikuach" (KontrollVerband). Die Aufgabe des Verbandes ist es, darüber zu wachen, daß die sich zufriedenstellend entwickelnde jüdische Xreditgenossenschaftsbewegung in Palästina Seitenwege vermeidet, wie sie vor einiger Zeit bei der Genossenschaft in Petach Tikwa zu einem finanziellen Zusammenbruch' geführt haben. Nach einer langen Diskussion über die Frage, wieviel Stimmen jede Genossenschaft führen solle, wurde die „Brith Pikuach" einstimmig beschlossen. Liste des arbeitenden Palästina in Wien. Die linkszionistisch'en Gruppen in Wien stellen anläßlich1 der Kongreßwahlen1 eine gemeinsame Liste auf. Der, Spitzenkandidat wird ein palästinensischer Genosse sein. Einheitlicher Wahlblock der Arbeiterparteien. Warschau, 12. Mai. (E. D.) Heute wurde das Wählabkommen! zwischen den Weltverbänden der Poale-Zion, Hitachduth und Haschomer-Hazair abgeschlossen. Das Wahlabkömmeri! sieht für die Kongreß»- wahlen eine gemeinsame Liste in der ganzen Welt vor. Brief aus Leipzig. Der Kampf um dasi gleiche Wahlrecht. Sieit vielem Jahren',, ja Jahrzehnten, geht ein hartnäckiger Kampf durch das Leipziger Judentum um' das gleiche Wahlrecht in der jüdischen Gemeinde1, .und zwar von! Seiten fast des gesamten ostjüdischen Bevölkerungsteils gegen die „Liberalen" und einige Mitglieder einer „demokratisch-orthodoxen" Fraktion. Zwei Drittel der Leipziger Juden sind keine Redchsdeutschen, sondern „Ausländer" aus Polen, Oesterreich1, Litauen1, Rußland. Das bestehende ungerechte Wahlrecht gibt den! Liberalen' die Möglichkeit, durch die willkürlich festgesetzte Größe der refchsdeutscheni Kurie von insgesamt 33 Sitzen1, von denen 25 voni „Deutschen" ,und auch 8 von „Ausländern" 'besetzt sein müssen, die Herrschaft in der Gemeinde in! der Hand zu behalten. 3000 Wähler haben 25 Repräsentanten,, 6000 Wähler aber nur 8 Repräsentanten,;diese 6000 Wähler aber können niemals ihre Repräsentanten, vorausgesetzt daßi das Ausländer sind, in den Vorstand der Gemeinde entsenden. Bei jeder Wahl, bezw. bei dem Turnussystem, das jede zwei Jahre die Parteien! in einen ganz unfruchtbarem und sinnlosen Wahlkampf treibt, zanken sich1 nun eine ganze Anzahl von Parteien, hinter denen die Mehrzahl der Gemeinde steht, um dieses oder jenes Mandat, und etwa die Poale-Zion1, die fast W a 1 b so viel Wähler hat wie die all mächtigen Liberalen, müssen neben dem Kampf gegen die Liberalen noch einen besonderen gegen die Orthodoxem führen, djie| innerhalb der nichtreichsdeutsch'en Kurie Konkurrenten um das eine Mandat sind, das die Poale-Zionl innerhalb dieses Wahlsystems zu erringen pflegt. Anfang des Jahres 1931 haben nun die „Jüdische Volksjpartej", die im wesentlichen das Leipziger izionistische Bürgertum umfaßt, und die Poale-Zion ihre Mandate in der Jüdischen Gemeinde dem Vorstand 'zur Verfügung] gestellt, (nachdem! ein erneuter Antrag auf Einführung! des gleichen Wahlrechts von den Liberalen ohne Begründung abgelehnt worden war. Main braucht von! der Zweckmäßigkeit dieses Schrittes, mit dem1 die Aufgäbe wichtiger Funktionen im den Fürsorge- und anderen Kommissionen verbunden war, Wicht überzeugt zu sein, zumal dies keineswegs' zur Einschlagung von neuen, besseren und aussichtsreicherem Kampfwegen führte, klar und deutlich zeigt dieser Schritt aber, wie großi die Empörung selbst in denl Kreisen1 der dem Kuhhändel nicht immer sehr abgeneigtem Leitung der Jüdischen Volkspartei über dieseni Zynismus der Liberalen war. Man bedenlke: Derjenige Bevölkerungsteil, der eine Unmenge jüdischer Arbeit geleistet hat und leistet, der durch den Aufbau des jüdischen: Jugendheims, des jüdischen Krankenhauses und anderer jüdischer Institutionen tausendfach1 die lächerliche Behauptung der Liberalen widerlegt hat, der „Ostjude" hätte kein Organisationstalent und keine Verwaltungspraxis, besitzt dem achtem Teil des Wahlrechts, den irgend ein: deutscher Jude, mag er noch so ungebildet und noch so wenig mit der jüdischem Gesamtheit verbunden seim,i auf Grund1' seines zufälligen Geburtsscheines besitzt. / INuin wird von! Seiten der Poale-Zion aus durch Einflußnahme auf die Gestaltung des neuen Kirch'engesetzenjtwurfs imi Sächsischem Landtag von oben her das zu erzwingen, was jüdisches Solidaritätsgefühl und Einsicht dem Liberalem längst geboten haben müßten, den demokratischen Gedanken nicht nur im Kampf gegen die Nationalsozialisten als Schutzpatron anzuru fen, sondern mit iWro auch's Ernst zu machen, dort wo es weniger anlgjene'hrn ist. Fritz Frankl. Die jüdische Schul- und Kulturorganisation in Polen. Für unsere Bruderpartei in1 Polen wan die Schulpolitik ein Hindernis ihrer intensiven Kulturarbeit. Nachdem die Sprachenfrage schon längst gelöst worden war und die Partei sich! konsolidiert und vereinheitlicht hat, war eine praktische Lösung der Schularbeit noch immer nicht gefunden. Auch für den prinzipienfesten Jiddischisten war eine Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Schulorganisation, inl der die elementarstem Forderungen unseres Erziehungsp,rogi«mimes nicht' berücksichtigt wurden, unmöglicW. Die Ideen des arbeitenden Erez Israel in das geistige Leben des Kindes einzuimpfen, Isü sehr kompliziert. Der Charakter des Kindes, der auf der Schulbank gestärkt und geformt wird, ist noch zart und fein und nur durch einfache aber wichtig'e DIB STB WB Prüf- und Beratungsstelle zeigt in ihrer vollständig umgestalteten Aussteilung Wien, IX., Marianneng. 4 Elektro-Heißwasserspeicher für Küche, Brause und Bad Die Atisführung von Speicheranlagen auch gegen Teilzahlungen fibernehmen die für die Errichtung solcher Anlagen ermächtigen Installationsfirmen sowie auch die Direktion der städtischen Elektrizitätswerke pädagogische Einze 1 he iten gelingt es, unser neues Erziehungselement in das geistige Leben des jüdischen Kindes einzuflechten. Woher sollten wir aber die Erziehungs m e Rhoden nehmen? Unsere treuen und ergebenen! Lehrer in den verschiedenen Winkelchen Polens mußten jeder für sich allein den richtigen Weg suchen. Und wenn schon! einer Jeine Methode gefunden hat, so wurde sie eben nur in) der betreffenden! Schule angewandt. Es gab eben keine zentrale Organisation, die diese Methode aufgegriffen und weiter, ausgebaut hätte und die übrigen Schulen in diesem Sinne; instruiert hätte. Kein W;un[der! da doch die J. Sch.-O. (Jiddische Scbul-Organ.) sich unter dem1 Einflüsse der verbissensten Feinde Palästinas sich befindet. Unsere Eltern und Lehrer, Anhänger der weltlichen Erziehung in jiddischer Sprache; in zionistisch-sozialistischem Geiste, haben in ständigem Konflikt mit sich gelebt, solange sie in den Reihen der J. Sch.-O. geblieben sind. In einer solchen Läge von einer weiteren Verzweigung unseres Schulwesens zu1 sprechen,, konnte keine Rede sein. Dazu kam' noch1, daßi die j. Sch.-O. ihren materiellen Verpflichtungen uns gegenüber nicht nachkam', und im Jahre 1929, hat sie die letzte große Schule, die in unserem' Sinne gearbeitet hat, geschlossen1, nachdem immer wieder dem' Lehrkörper vorgeworfen wurde, allzu viel Hebräisch unterrichtet zu' haben. Unsere Verbindung mit der J. Sch.-O. war immer einte lose, sie bestanid n|ur formell und es tauchte bei unseren Chawerim ganz selbstverständlich der Gedanke auf, dem' passiven Schweigern der J. Sch.-O. gegenüber ein: Ende zu bereiten. Die blutigen Augustereignisse in» Palästina haben in jenem Jahr ihr den letzten] Stoßi versetzt. Alle, die noch irgendetwas für Palästina übrig hatten, abgesehen von unseren Chawerim, wandten sich von der J. Sch.-O. ab. Wer erinnert sich nicht, an welcher Seite sich der „Bund" geschlagen hat? Er war der einzige auf der jüdischen Gasse, den die Mufti-Stellung vertreten hät, genau wie die JewSektionisten in Sowjetrußiand. Als man in diesen Tagen der Trauer und Schadenfreude in der J. Sch.-O. den| Antrag stellte: die j. Sch.-O. möge, sich vom „Bund" trennen,, wurde von der bundisn'sehen Mehrheit der Antrag abgelehnt. Noch mehr, man hat Absolventen der, Schulen der;J. Sch.-O. veran'läßit, in; bundistischeni Zeitungen antipalästinensische Artikeln! zu verfassen1, um1 so dem „Bund" in seiner Isoliertheit zu Hilfe zu kommen, der Welt zu zeigen,; daß die j. Sch.-O. und „Bund" identisch seien. Bei unseren Chawerim bestand1 kein' Zweifel, daß wir mit einer, solchen' „jüjdischen Erziehung]" nichts Gemeinsames haben; und auf der letzten Parteikonferenz trat ein1, iwas noch nie seit Bestand unserer Bewegung sichl ereignet hatte, daßi gerade in1 Schul- und Erzieh'ungsfragenf eine solche Einheitlichkeit herrschte, daß der Beschluß1, den die vereinigte Partei mit ZS. vor. 'Jahren mit großer Mehrheit angenommen hatte, nämlich dem J. Sch.-O. beizutreten, bei dem letzten Parteitag keinei fWsjtfech'ergefunden hat. Die Konferenz beschloß wie ein Mann1, dem Schulkult, der vor, nicht langjer, Zeit, gegründet' wurde, beizutreten. Die praktische Schul' und' Erzie*

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