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Der Jüdische Arbeiter · 1930-11-06 · Heft 21 (6.11.1930) · page 3

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
7 (1930)
Issue
Heft 21 (6.11.1930)
Date
1930-11-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Der indische Arbeiter Seite 3. Besuchen Sie die „STEWE'-SONDERSCHAU „DicElchtrizitätimmcfall: verarbeitenden Gewerbe" Elektrische Maschinen Apparate u. Geräte gegen TEILZAHLUNGEN! Mietmotoren mit jederzeit!gern flnhaufsredit Städtische Elektrizitätswerke Wien, IX., Mariannengasse 4 Telephon A-24-5-40 Freie Besichtigung werktäglich von 8 bis 18 Uhr M11f e 1 v o r h; a ti d e n s I n d. I m W a h r h' e i t K efindet sich der Araber sogar in' einen besseren! Positio n, weifdie Verausgabung dieses Kapitals für Löhne, die j ü dis ehern Arbeitern geza h'lt werden, letzten Endes* zu einer Nachfrage nach1 Dienstleistung gen eines Teiles der arabischen* Arbeitslosen führen wird. Das Weißbuch will die Beschränkung der Immigration' aus politischen Gründern beschränken1, das heißt, so lange die Araber glauben, daß die ökonomische Depression, unter der sie leiden, auf die jüdische Einwanderung zurückzuführen ist. Simpson hat aber erkannt, daß' die arabischen! Politiker die „Arbeitslosigkeit" als Waffe gegen! die jüdische Arbeitereinwanderung verwenden und sie zu diesem Zwecke übertreiben: Arabische Politiker si nd schlau genug, um sofort zu begreifen, daß! sich1' ihnen eine leichte Methode bietet, umi d i e i tonen radikal v er h a ß> t ei-Ei n w a n d e r u n'g zu blockieren, u n d es werd en wa'h'rsch1 ein- 1 ich Versuche g e maC ht werden, um die! V i s t e arabischer Arbeitsloser m i t Namen; künstlich aufzufüllen, die sich auf der Liste nicht befinden sollten1. Das Weißbuch selbst sieht — wie man' einige Stellen entnehmen kann — die jüdische Einwände-« run'g als Ursache der ungünstigen Lage auf dem1 arabischen Arbeitsmarkt. Simpson spricht ausdrücklich auchvon anderen Faktoren, wie der Aufhebung! 'der Dienstpflicht, Ersetzung primitiver durch1 mcw derne Transportmittel usw. Von der jüdischen; Emigration betont aber Simpson, daß! „die Entwicklung, Sie der jüdischen Immigration1 gefolgt ist, zusätzliche Arbeitsgelegenheiten für arabische Arbeiter geschaffen hat" und daß es „n u r angemessen ist, zu folgern, daß die durch1 die neu hinzugekommenen jüdischen Arbeiter verursachte KonkurrenZidurch diese vermehrten Arbeitsgelegenheiten für arabische Arbeiter aufgewogen wird. Der Weltverband Poale-Zion an die englische Arbeiterpartei, Die Erklärung der Regierung über ihre Palästinapolitik bedeutet für uns, daß' wir das jüdische Volk gelehrt" haben, der Arbeiterregierungj zu vertrauen, einen schweren Schlag. Die Parteikonferenz der Labourparty hat erst vor zwei' Wochen) eine Resolut tion .angenommen, in der es heißt, daß nunmehr die Zeit gekommen ist, da es die Pflicht der Mandatarmacht sei, die jüdische Einwanderung zu' ermutigen, und die landwirtschaftliche Kolonisation zu fördern. Die Schritte des Kabinetts stehen' zu diesem Parteitagsb'eschiußi in WiderscruCh. Die Regierungserklärung meint, daß für die jüdische Kolonisation kein Boden) vorhanden ist, daß die jüdische Arbeitereinwaderung? begrenzt und die Entwicklung des nationalen Heims aufgehalten werden muß. Wir leugneni die hier behaupteten Tatsachen, auf welchen das Weißbuch aufgebaut ist. Man ist zu der These, daßi in Palästina großer Bodenmangel herrscht, dadurch gelangt, daß man die Bodenreserve im Jordantal, den; anbaufähigen Boden in der Gegend vom Ber-Seba und die Millionen; Dunam 'kultivierbaren Bodens im Gebirgland Palästinas nicht in Betracht gezogen' hat. Die ökonomische! Depression, die eine Folge der schlechten Ernte und1 der allweltlichen Agrarkrise ist, wird dazu benützt, um den Eindruck zu erwecken, daßi sie durch! die jüdische Einwanderung verursacht worden ist. Diel Juden! Stimmt gegen den Mauernde Palästinapolitik auf unbegründete Ziffern; und auf eine vorübergehende Phase der Depression/ zu stützen, bedeutet nichts anderes, als bewußte Zerstörung der jüdischen Kolonisation. Keine Kasuistik wird die Tatsache erklären können, daßi sich' in Palästina infolge der jüdischen Kolonisation; die Zahl der Araber vergrößert und ihr Gesundheitszustand! verbessert hat, im Vergleich vor allem zu den benachbarten arabischen Ländern. Wir begrüßen die Zustimmung der Regierung zu unserem Standpunkt, daß auch eine intensive landwirtschaftliche Entwicklung die Lage der verarmten) und von ihren Herren ausgebeuteten' Fellachen gebessert und die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation: verstärkt werden kann. Wie kann; aber das jüdische Volk an diese von der Regierung deklarierte/ Entwicklungspolitik glauben, wenn diese Politik verbunden ist mit der Negierung des Rechtes der Juden1 auf den noch ungenützten Regierungsboden, mit den Verwerfung der Prinzipien, auf welchen die jüdische Arbeiterkolonisation beruht. Eine Kolonisation, die auf Privateigentum an Grund und Boden! und1 auf der wendung billiger arabischer Arbeitskräfte durch jüdische Grundbesitzer beruht, sie wird als für die arabische Bevölkerung günstig beurteilt, jüdische Kolonisation, welche auf gesellschaftlichem' oder; kooperativem Bodeneigentum beruht, Volkskolonisation, Kolonisation vor allem1 der Arbeiterklasse, diel von Selbstarbeit lebt, wirdverworfen, und als schädlich für die Araber bezeichnet. Die jüdische Arbeiterbewegung in Palästina kämpft für die Prinzipien der sozialistischen Internationale, und wundert sich1, bei einer Arbeiterpartei auf Widerstand zu stoßen. Das Prinzip, nach welchem sich die Regulierung! der Einwanderung gerichtet hat, ging bis jetzt dahin, daß die Einwanderer die ansässige Bevölkerung in ihrer Beschäftigungsmöglichkeit nicht schädigen dürfen; die neue Erklärung begrenzt die Einwanderungsmöglichkeit für jüdisch'e Arbeiter weit über das Maß.,, wie es im Expertenbericht vorgeschlagen1 ist. Mehr noch, die Regierung beansprucht das Recht,, die Einwanderung auch1 aus politischen Gründen; einzuschränken, so lange, als das Mißtrauen) der Araber als begründet erscheinen kann'. Es ist klar, daßi damit die jüdische Arbeitereinwanderung aufhört, ein' Recht zu "sein, daß sie abhängig wird von dem guten Willen der Palästinaregierung und der arabischen Hetzer, die immer in der Lage sein werden', das Mißtrauen zu wecken. Die neue politische Deklaration erniedrigt uns,, und eine Arbeiterregierung ist ihr, Urheber! Wir akzeptieren die neue Interpretation des Mandats nicht,, wir. unterwerfen uns ihr hicn'f! Wir werden sie vor jedem Welttribunal bekämpfen, wir apellieren an das1 Gewissen der englischen und internationalen1 Arbeiterklasse. Wir verlieren nicht unserem Glauben an die Arbeitersache und an die Solidarität der internationalen Arbeiterklasse. : Nichts kann unseren Glauben: an: das Recht des jüdischen Volkes auf seine ökonomische,, soziale und politische Wiedergeburt in Palästina erschüttern', am den endgültigen Triumpf unserer Idee,, die getragen1 wird von Leid und unbesiegbarem1 Willen zum Leben: Kaplansky. Protest der Wiener Zionisten. Am 1. November fand unter Vorsitz Dr. Grünbaums eine vom zionistischen Landeskomitee, der Misrachi und der Poale-Zion gemeinsam veranstaltete Protestversammlung gegen den Anschlag der) britischen Regierung statt. Es sprachen für die allgemeinen Zionisten Dr. Löwenherz, die Misrachi Rabbiner Dr. FeuChtwanger, die HitaChduth Martha Hofmann, für unsere Organisation; Mendel Singer. Trotz1 der StörungsversuChe einiger zionistisch-faschistischer* Buben, die sich insbesondere während der wirklich glänzenden Rede des Gen. Singen bemerkbar machten, nahm die Versammlung einen würdigen Verlauf. Im1 folgenden die beschlossene Resolution: „Die am 1. November 1930 in den großen Sophiensälen tagende Massenversammlung der Juden Wiens erhebt schärfsten Protest gegen die Erklärung der englischen Regierung, welche die Grundlagen» des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina aufs schwerste gefährdet. Das sogenannte „Weißbuch" bildet eine eklatante Verletzung der dem jüdischen Volke durch die Balfourdeklaration und die internationalen Verträge aller im Völkerbundrate vertretenen Regierungen und der Vereinigten Staaten garantierten Rechte auf Schaffung einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina'. Die Versammelten geloben, daß sie diese wortbrüchige Erklärung der Latour-Regierung nie und' nimmer als bindend anerkennen werden! und mit allen1 zu Gebote stehenden gesetzlichen und moralischen Mitteln auf das schärfste bekämpfen werden. Sie richten an die ganze zivilisierte Welt und insbesondere an den Völkerbund als den legitimen; Hüter und Vertreter der völkerrechtlich1 garantierten' Rechte des jüdischen Volkes den Apell, die unver-, Bürgerkrieg — Stimmt brüchlichen Rechte des jüdischen Volkes auf Palästina zu schützen. Die Versammelten stellen mit Bedauern fest, daß gerade eine Arbeiterregierung sich durch! ihre letzte Erklärung in Widerspruch zu den Beschlüssen "Mer letzten Kongresse der Labour-Party und den Weisungen der Mandatskommission des Völkerbundes gestellt und an den Prinzipien der Demokratie und der sozialen Gerechtigkeit aufs schwerste versündigt hat. Die Versammelten rufen die organisierte Arbeiterschaft der Welt dazu auf gegen! die eklatante Verletzung der Rechte des jüdischen Volkes seitens den Arbeiterregierung Protest zu erheben, und! den Aufbau! des jüdisch-nationalen Heims in Palästina an! dem; die jüdische Arbeiterschaft hervorragenden Anteil' nimmt zu unterstützen. Sie fordern schließlich alle zionistischen Gruppen und Fraktionen auf, im Augenblick der nationalem Gefahr alle trennenden Differenzen zurückzustellen, Es ist Pflicht aller, die geeinte Kraft in den Dienst! [des Aufbauwerkes in Palästina zu stellen und in1 engster Verbundenheit mit dem Jisch'uv in Erez Israel die Arbeit für die Fonde und Institutionen der zionistischen Weltbewegung und der Jewish1 Agency mit erhöhter Energie fortzusetzen." Ring des „Jüd. Arbeiter". Gen. Adolf Horowifz spendet S 2— und ruft folgende Genossen und Freunde auf, denselben Betrag zu spenden: M. Wallach, Samuel Wallach', Weinles, Tischler, Bezalel Roth, Strumwasser, M. A. Tauber, Schäpiera, Kampf, Goldsand. Gen. S. Eck beantwortet die Aufforderung des) Gen. M. Singer, spendet S 2.— und ruft zu weiteren Spenden folgende Herren auf: Mortis Richter,, Jakob Färber, Moritz Färber, Dr. .Eduard Birnstein'^ Dr. S. Ostersetzer, Dr. Martin Kressel, Bernhard/ JBronner, Emmerich Winter, Eugen Timer, Ludwig! Hller. Gen. R. Kätz beantwortet die Aufforderung des G. M. Schwarz, speirlet S '2.— und ru!:t zu weiteren Spenden auf: Ing. Engelberg Mohrer, S. Weiner, E. Sch'attner, Wolf Horowitz, Gorensteini, Gen. Dr. E. Bloch1 beantwortet die Auffordernug des Gen. Dr. A. Bernay, spendet S 2.— und1 ruft zu weiteren Spenden auf: Dr. Brocziher, Ben Brawer. Gen. Goldstaub beantwortet die Aufforderung des Gen. M. Schwarz spendet' S 2.— und' ruft zu' weiteren Spenden auf: Dr. Merecki, Dr. Weintraub Dr. Braunstein, Robert Buchwäld, Dr. Groß, Doktor Goldapper, Adolf Gaster, Dr. Hirschi, Doktor; Hirschhorn. Sami Halpern, Dr. Timberg, Tilde Schulz,, . Prostak, Dr. Ornstein. Herr Dr. Goldhammer beantwortet die Aufforderung des Gen. Sorokin und spendet S 5.—. Gen, Schwarz beantwortet die Aufforderung des Gen. M. Schwarz und spendet S 2.—. . Eingelangte Spenden: Dr. Waldmanm Israel 'S 20.—, Dora Schwär/,- .v.lzburg j'J -. 1 Die Protestbewegung. Die englische Regierungserklärung hat in allen1 Ländern des Galuth und in Palästina eine große Protestbewegung entfacht. Aus Warschau, Krakau, Lemberg, Berlin, Stuttgart, Prag, Brünn, aus Belgien) (Brüssel, Antwerpen, Ch'arleroi), Paris, Newyiorkj London und anderen jüdischen Siedlungen wird vom bürgerlich-zionistischen und zionisttech-sozialischerl Protestversammlungen berichtet. Die Weltliga für das arbeitende Palästina hat eine große Protestaktion eingeleitet; es soll von allen! Freunden des arbeitenden Palästina eine Petition an1 die Laböurparty gerichtet werden. Der Waäd leumt hat bereits erklärt, daß! er keine Vertreter für die im Statement vorgesehene Körperschaft nominieren werde. Die Agudah' in Palästina' und der Brith-Schalom haben sich1 mit dem Waäd1 leumi solidarisch erklärt. Palästinabrief. Von unserem Berichterstatter. . . . Kürzlich war ich in: der Kwuzah G ewa, das ist ein wunderschöner Mesch'ek und eine der besten! Kwuzoth im Lande. Im „Ch'adar Haochel" wurde! an diesem Tage auch über den Besuch Shiel's gesprochen. Man merkte es den Reden) der Ch'awerim an, daß sie schön müde sind1 der vielen offiziellen] Besuche, wo immer die gleichenl nichtssagenden Reden) gehalten werden, die konventionelle Feierlichkeit vorherrscht und alles im Voraus bestimmt ist. Kommis-: sionen und Sonderkommissäre und hohe Besuche — was kommt dann, wer ist der nächste Abgesandte? Wann kommt das erlösende, einfache Wort: freie fA'lijah? Das: die einzige, richtige Antwort statt der vielen nichtssagenden Worte. fozialOemobrattidi!

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