Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- Heft 15 (1.8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 2. Der jüdische Arbeiter buflggfl vorzubringen, entspricht mir flieht» Abefr 6b Eres Isfäel, die Heue jüdische Gemeinschaff im Lande groÖ oder klein sein wird — ich liebe sie! j In den letzten Jahren wird die Zahl der riaeh' Palästina reisenden jüdischen Touristen immer größer;, ich bin überzeugt, daß neuq Zehntel der Burtdisten in Palästina dasselbe.erleben,würden. Unter einer Voraussetzung: wenn sie sich von allen Vorurteilen befreien würden, wenn sie das Land als geistig Freie und nicht als Parteimenschen betreten würden. Die Liebe zu Palästina ist heute in allen Ländern der Welt verbreitet. Wenn man Palästina besucht hat und bedenkt, was im letzten Jahrzehnt in der Welt vor sich gegangen ist, versteht man das Wesen dieser Tasache. Es ist das keine bloß entfachte Begeisterung; nicht eine «Offenbarung» hat sie entstehen lassen, es ist kein «Wunder». Die Liebe zum neuen Jischub ist der wahrhafte Ausdruck des Herzens. Bei einer anderen Gelegenheit habe ich gesagt, daß Erez Israel Von den Juden nicht so sehr als Heimstätte für das jüdische Volk als vielmehr für das jüdische Gefühl betrachtet wird. Und wenn Palästina auch nicht das nationale Heim der Millionen zerstreuten Juden werden kann, trotzdem ist es das Heim des jüdischen Volkes, ein Land, das 'bei jedem Juden ein besonderes Interesse, das Gefühl der Liebe weckt! Es ist ein kleines — aber ein geliebtes Land. Gewissermaßen ist dieses Gefühl dem Ge-| fühle ähnlich, das den Menschen mit dem Land, in welchem er geboren ist, verbindet. ,! Ich sagte «gewissermaßen», weil dieser Vergleich nicht vollkommen stimmt. Der Ort, in welchem du geboren und erzogen wurdest, bleibt deinem Gedächtnis eingeprägt, sein Bild bleibt dir teuer, weil es das Bindeglied zu deiner Kindheit ist. Dein einstiges «Ich» ist dir heilig, mit ihm verbindet dich das Städtchen, die Straße, das Haus, in welchem dein Heim war! Auch das Haus, in welchein du in einem anderen Orte gewohnt hast,: erweckt in dir das Gefühl der Sehnsucht, das auch das Ger fühl der Liebe ist. Ä Seit 48 Jahren wohne ich in Newyork, und so oft ich bei dem Hause vorbeikomme, in welchem ich nach meiner Ankunft in Amerika gewohnt habe, erweckt es in mir Erinnerungen. Eine solche Wirkung übt natürlich ein Land, in welchem du bisher nicht gewohnt hast, auf dich nicht aus, — auch Palästina nicht. Nichts gibt es in deinem Gedächtnis, das dich mit diesem Lande verbinden würde; und doch — wenn man der Wahrheit die Ehre geben will — es gibt doch etwas!,, Als ich zum ersten Male die Klagemauer, sah, machte sie auf mich einen Eindruck, der mich selbst überrascht hat. Sie erweckte, in mir Gefühle, deren Wurzeln bis in meine Kindheit hinabreichen. Das Wort Jerusalem hörte ich aus dem Munde meines Vaters, als ich die ersten Worte zu verstehen begann. Wir, wohnten in Rußland,*, die Hauptstadt Rußlands war Petersburg, aber ihren. Namen lernte ich erst viele Jahre später kennen als den Namen «Jerusalem». Den Namen «Jerusalem» hörte ich täglich den Vater während seines Gebetes aussprechen. Dasselbe gilt vpn,,derrKlagemauer: In meiner Kindheit prägte sich meinem Gedächtnis das Bild der Klagemauer ein, die ein Rest des Tempels ist. Als ich die Mauer sah, wäre mir fast der Ruf entschlüpft: Das ist also die Klagemauer! Das ist die Mauer, ■deren Erinnerung mir gleichbedeutend ist mit meiner frühesten Kindheitserinnerung.; . ,/,'. Das war eines der stärksten Eindrücke in meinem •Leben. .. Das ist aber natürlich nur ein Eindruck. des Augenblicks. . . , . Einen mächtigen und dauernden Eindruck machte auf . mich das Leben der Ghaluzim und ihr Werk. Ich sah sah Mädchen und Burschen, die ein heiliges Leben lebten. Nicht Heiligkeit im religiösen Sinne ist hier gemeint; von Idealismus getragene Begeisterung erfüllt sie, sie ersetzt ihnen die^ Religion. Ich sah, wie sie Wüsteneien und steinigen Boden in fruchtbare Gärten,umwandeln. Sie leben wie Menschen, die von hohen Idealen,durchdrungen sind, wie Sozialisten und Menschen,, die Erez ,Israel lieben. . , Von diesem Eindruck sprach auch Ramsay Macdonald. Macdonald ist kein Jude, als er aber von der. Nähe die jüdischen Kolonien sah, die jüdische Arbeiterorganisation kennen lernte, da ließ sich dieser verschlossene Schotte zu Worten der Begeisterung und Liebe hinreißen. Und dies geschah auch mit Vandervelde und anderen, j Es ist hier nicht der Ort, auf Einzelheiten einzugehen. Mögen die Leser, die Gegner Erez Israels Palästina besuchen, und sie werden dasselbe erleben, was Macdonald, Vandervelde und Tausende von Touristen erlebt haben, * : Die blutigen Augusttage haben die ganze Welt aufgerührt. Der erste Gedanke war von tiefer Besorgnis für die Zukunft Erez Israels begleitet. Aber bald erreichten uns die Berichte über den Widerstand, den der jüdische jischub sich selbst schützend den arabischen Angreifern gegenüber geleistet hat. Und das Gefühl des Stolzes und der Verehrung verdrängte die Besorgnis. Ich habe zweimal Erez Israel besucht, Ueber meine Erlebnisse während der Unruhen habe ich bereits, berichtet. Hier will ich nur hinzufügen, daß, was .ich während meines letzten Besuches in Palästina erlebt hat>e, meine Liebe zu Erez Israel vergrößert hat.;, Wie gesagt, es handelt sich nicht darum, wie; .groß Erez Israel jetzt ist, wie groß es sein könnte, und wie groß es sein wird. Das innere Wesen des Jischuw ist es» was meine Liebe zu ihm geweckt hat; sein Leben, die Kraft, mit welcher er, Hindernisse und Gefahren überwin^ " det, macht ihn dem Judentum teuer und sötl.l ihn uns allen teuer machen, .*. .•< '; . Die* Gegner des Zionismus zählen die Hindernisse auf dem Wege zum Aufbäü ctes Landes auf. Sie bezeichnen den Aufbau als unmöglich. Sie vergessen, daß es um eine Sache des. Gefühls geht. Eine Mutter verzweifelt nicht. Je größere Sorgen ihr ein Kind bereitet, umso größer ist Ihre Liebe zu ihm. Dieses Gefühl erfüllt die Herzen der Ghaluzim und dieses Gefühl verbindet mich mit ihnen. Es ist schwer, das Gefühl zu beschreiben, daß einen erfüllt, wenn man in den Straßen Tel-Avivs schlendert, wenn man die jüdischen Kolonien durchschreitet. Kannst du die Offenbarung in Worte kleiden, die über dich kommt, wenn du der Melodie deiner Seele lauschst? Ebenso wenig kannst du den Eindruck in Worte kleiden, den Üu von Erez Israel empfängst. Ja, so zart ist die Melodie Erez Israels, daß du ihren Inhalt nicht in die Sprache des Alltags übersetzen kannst. Mit vielen Menschen sprach ich drüben; auch wenige Tage nach den blutigen Ereignissen war ihr Gefühl zum Lande unverändert. Die Gegner Erez Israels verweisen auf die Gefahren, die dort des Zionismus harren. Ich habe versucht, mich darüber mit den Chalüzim auszusprechen, und folgendes war ihre Antwort: Wir sind stets bereit, unsere Städte und Dörfer zu verteidigen. Wir sind bereit, uns bis zum letzten Tropfen unseres Blutes zu verteidigen. Es hat Augenblicke gegeben, da hatten wir das Gefühl, als stünden wir in einer Schlachtreihe unter Feuer., Ob sich die Ereignisse wiederholen können? Vielleicht. Aber das wird uns in unserem Glauben nicht wankend machen. Das was wir aufgebaut haben und aufbauen werden, das gehört uns. Und wenn es uns beschieden sein wird, zu kämpfen, dann werden wir kämpfen. Es waren dies keine bloßen Worte. * In Amerika gibt es Tausende jüdischer Sozialisten, deren Verhältnis zu Erez Israel dem meinen gleicht. Viele Genossen, die für unsere Listen stimmen, die unsere Versammlungen besuchen, die Massen unserer Freunde in den Gewerkschaften und in den Zweigvereinen des Arbeiterrings unterstützen die jüdische Arbeiterorganisation in IPaJästina. Das bedeutet nicht, daß jeder Sozialist verpflichtet ist, ein Freund Erez Israels zu sein; aber das bedeutet auch nicht, daß jeder j ü d i s ch e Sozialist ein Gegner Erez Israels und des Zionismus sein muß. Zionismus oder Liebe zu Zion in allen ihren Formen, ist eine Privatangelegenheit, ebenso wie Religion von allen sozialistischen Parteien als Privatsache betrachtet wird. Du hast das Recht, Sozialist u n d Zionist zu sein, du hast aber auch das Recht, Sozialist und Gegner des Zionismus zu'sein." Als Mitglieder der sozialistischen Partei tangiert uns diese Stellungnahme ebensowenig wie die Tatsache, daß es unter uns Genossen gibt, die ihrer Heimat sehr ziügetan sind, aber auch solche, die ihr vollständig gleichgültig gegenüberstehen. V . lri Osteuropa sind es besondere Ursachen, die bewirkt haben, daß jüdische Sozialisten und insbesondere Bundisten ein. besonderes Verhältnis zum Zionismus haben. Der Bund führt dort einen scharfen Kampf mit seinen politischen Gegnern, den Zionisten und das' beeinflußt seine Beziehung zu Erez Israel. Wie ich' oben festgestellt habe, bedaure ich die Tatsache; daß die Zionisten aus ihrem Ideal die Notwendigkeit einer besonderen zionistischen Landespolitik ableiten, was insbesondere in Polen der Fall ist. Andererseits ist der Bundist zu der Anschauung, erzogen, daß der Anti- -ziohismus-ein wichtiges ^Element der sozialistischen Gesinnung ist. Und das ist natürlich nicht richtig. Unsere Genossen in Europa arbeiten mitgrößter Hingabe und Begeisterung für das «jüdische Schulwesen und die jiddische Sprache. Zur Zeit der «Iskra» (wissenschaftliches Organ der russischen -Sozialdemokratie, das den Bund als nationalistisch bekämpft hat.—Die Red.) erschien einem großen Teil der russischen, Sozialdemokraten selbst diese nationalkultürelle .Arbeit als mit den sozialistischen Prinzipien im Widerspruch stehend. Heute erscheint ja, diese Auffassung jedem veraltet. Das Bekenntnis zum Jiddischismus. ist vomSta ndpunkt des Sozialismus Privatsache, ebenso wie Liebe zur Heimat oder Förderung des Aufbaus des jüdischen Palästina eine Privatsache ist. Wir amerikanischen Sozialisten, die wir niemals vor der Notwendigkeit standen, gegen Zionisten einen landespolitischen Kampf zu fünften, wir sind ebenso von allen Vorurteilen dem Zionismus gegenüber frei, wie es unsere hichtjüdischen Genossen sind. Die sozialistische Internationale, der die mächtigsten sozialistischen Parteien Europas angehören, erkennt die sozialistische Arbeiterpartei Erez Israels ah Und sandte ihr anläßlich ihrer Gründung aufrichtige Glückwünsche. Eine lange Reihe von sozialistischen Führern, Trägern großer Namen wie Macdohald, Vandervelde und Leon Plum zögern nicht, sich als Freunde des Zionismus, Erez Israels zu bekennen.' Die Koloniearbeiter im Lichte der Zahlen. Von M. Nemirovsky. Im pegerjsatz zu den bestehenden Verhältnissen in den Städten des, Lahdes, wo Volks- und Berufszählungeu sehr oft, vielleicht gar zu oft, stattfinden, war die Lage in den Kolonien während der letzten vier Jahre in ein Dunkel gehüllt, was Anlaß zu vielen Irrtümern derer gab, die sich mit den einschlägigen; Fragen befaßt haben, Deshalb hat die' kürzlich "von der Histadrut und ihren Institutionen .veranstaltete Zählung in den Kolonien gro-> Ben Wert, sie ermöglicht es, sich ein klares, genaues Bild Über die zahlenmäßige Entwicklung, die berufsmäßige Gliederung und demographische Differenzierung der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina zu machen. Die Zäh* hing, die von der jüdischen Arbeiterorganisation im Jahre •1926 (September) veranlaßt wurde, ermöglicht es, in einigen wichtigen Punkten Vergleiche anzustellen, wie die Verhältnisse in den Kolonien während der Krise in den Städten gestaltet waren und wie die Lage der Koloniearbeiter jetzt beschaffen ist. Die Zählung umfaßt ebenso wie im Jahre 1926 alle Arbeiter, Beamten und Angehörige freier Berufe, die im Gehalt oder Lohnverhältnis stehen, einschließlich der Mitglieder der Siedlungsgenossenschaften, und der Arbeiterinnenwirtschaften. Von der Zählung wurden auch die Arbeitslosen in den Kolonien erfaßt, deren Zahl im Augen* blick der Zählung sehr gering war. Von der Zählung wurden n i c h t erfaßt: 1. die Arbeiterfrauen, die nur in ihrem Haushalt beschäftigt sind, die Bauern und Handwerker auch dann, wenn sie fremde Arbeit nicht verwenden. Nicht erfaßt wurden ferner die Arbeiter, Angestellten und Angehörige der freien Berufe, die in Emek Israel' und im Emek ha Jarden in Arbeiterwirtschaften und bei öffentlichen Arbeiten beschäftigt sind. Ihre Zahl beträgt ungefähr 500 Menschen. Die Zahl der Kolonien, in welchen jüdische Arbeiter beschäftigt sind, beträgt gegenwärtig 50, gegenüber 31 im Jahre 1926. Von diesen 50 Kolonien befinden sich 16 (1926: 12) ein Judäa, in Saron 9 (1926: 4), in Somron 12 (1926 : 7) und im Galil 13 (1926 : 8). Alles in allem wurden in den Kolonien 7748 jüdische Arbeiter gezählt, gegenüber 4583 im Jahre 1926. Aus der städtischen Zählung des Jahres 1929 wissen wir, daß sich der jüdische städtische Arbeiter aller ökonomischen Positionen bemächtigt hat, die sich ihm in der Zeit der Krise nach der vierten Alijah boten, und daß er im wirtschaftlichen Leben des Landes tiefere Wurzel gefaßt hat als vorher. Aber als Ergebnis der Veränderungen der beruflichen Zusammensetzung der jüdischen Arbeiterschaft in den Städten muß ein Stillstand,- ja ein kleiner Rückgang in ihrer zahlenmäßigen Entwicklung festgestellt werden. Im Gegensatz hiezu, und vielleicht nicht ohne Zusammenhang mit der in den Städten bestandenen Krise sehen wir im Dorf auch einen Fortschritt in dieser Hinsicht, ein Wachsen der Zahl der Arbeiter um einige Tausend Menschen, welche aus den Städten, von der neuen Alijah und anderen Bereichen in die Kolonien strömen. Und wenn wir die künftige Intensivierung der Landwirtschaft im Lande in Betracht ziehen und vor allem das Anwachsen der Pflanzungen, so können wir in Anbetracht der sich so vermehrenden Arbeitsmöglichkeiten behaupten, daß die Kolonien im Begriffe und der zentrale Standort der jüdischen Arbeiterklasse zu werden. Jedenfalls wird der soziale Wert und die allgemeine Bedeutung der Kolonie für das jüdische Proletariat nicht geringer sein als derjenige der Stadt — wie'dies heute der Fall ist. Geschlechtlich gliedert sich die jüdische Arbeiterschaft in 629S Männer und 1450 Frauen. Der prozentuale Anteil der Frauen ist von 20.1 auf 1S.7 gefallen, während ihre absolute Zahl von 922 im Jahre 1921 auf 1450. gestiegen ist. Es folgt daraus, daß die Steigerung der Arbeiterinnenzahl im Vergleich zur Arbeiterzahl zurückgeblieben ist: während die Zahl der Arbeiter, um 72 Prozent, ist die Zahl der Arbeiterinnen bloß um 57,3 gestiegen. In den Städten ist nach der Zählung von 1929 der Anteil der Arbeiterinnen von 16.4 Prozent im Jahre 1926 auf 23.2 Prozent gestiegen. Die Ursache dieses Unterschiedes der Entwicklung der Frauenarbeit in Stadt und Land besteht darin, daß sich in den Städten in den letzten Jahren eine Reihe von Wirtschaftszweigen entwickelt hat, die hauptsächlichst Frauenarbeit erfordern, während die Abneigung der Arbeitgeber im Dorfe — und in gewissem Maße auch der Arbeitnehmer, gegen das Eindringen der weiblichen Arbeitnehmer in die Kolonien bestehen blieb. Wir wenden uns nunmehr der Gliederung der jüdischen Landarbeiter in den verschiedenen Landesteilen zu: 1926 1930 Zunahme Judäa . . . ... .... 2797 4454 + 59.2% Saron . . . . .... 335 1157 +245.4% . . . . 1216 1702 '+40 % .... 235 435 H-,85.1% Einschließlich der im privaten Haushalt beschäftigten Arbeiterfrauen betrug die Zahl der landwirtschaftlichen Arbeiter 10.038 gegenüber 5214 im Jahre 1926. Das zahlenmäßige Bild der Entwicklung der Arbeiterinnenzahl (inklusive der im Haushalt beschäftigten Arbeiterfrauen) sei in der folgenden Tabelle dargestellt. 1926 1930 Zunahme . . . . 375 1295 245.3% . . . . 42 367 771.4% Samaria . . . . . . . 160 500 212.5% . . . . 54 128, 137.0% Aus der starken Zunahme der Zahl der Arbeiterfrauen in den Kolonien, die das vierfache der Zunahme der Arbeiterzahl beträgt, ist zu ersehen, daß mit dem Wachsen Ihrer Zahl auch ein stetes Sich-Abwenden der Landarbeiter vom Junggesellentum, ein Wachsen der Eheschließungen festzustellen ist. Hervorgehoben seien jene neuen und alten Kolonien, In welchen im Jähre 1926 überhaupt keine jüdischen Arbeiter beschäftigt waren und ien welchem jetzt auch oder nur jüdische Arbeiter ihren Erwerb finden; es sind das die Kolonien. Ekrou, Nachalt Izchak, Kovva, Kfar Aron, Gän Warburg, Gan Raven,. Ramatajün, Kfar Schimon, Tel Mond, Ir Schalom, Gan Chajim, Karkur Pardes Charta, Natuijah, Wadej Choarat und drei andere.' Folgende sind die Kolonien, In eichen die Zahl der jüdischen Arbeiter gesunken ist; Sichron Jakob, von 506 auf 146, Giveat Edah von 29 auf 20, in Kfar tabör von 14 auf 9.