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Der Jüdische Arbeiter · 1930-03-01 · Heft 5 (1.3.1930) · page 3

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
7 (1930)
Issue
Heft 5 (1.3.1930)
Date
1930-03-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Der Jüdisches Arbeiter Seite 3 -für den judischen Sozialisten unentbehrliche Schriften 1. Poalezionismus MENDEL SINGER: »Der Weg des jüdischen Arbeiters zum Sozialismus« Preis br. S 220 2. Jüdisch-sozialistische Jugendbewegung SAMU HALPERN: »Die jüdische Jugend auf dem Wege zum Sozialismus« Preis S —'50 »Die Entwicklung der jüdisch-sozialistischen Jugendbewegung* Preis S —'50 1. und 2. inklusive Postzustellung S 350 3. Der Jüdische Arbeiter Organ der östeireichischen Poale Zion — Erscheint jeden zweiten Freitag Halbjährig S 2'40 Zu bestellen nur duich S. Halpern, XX., Klosterneuburgerstr. 43/22 Vom jüdischen Arbeiterleben in Palästina. Arbeitsverhältnisse in Palästina. Die Arbeitszentrale hat beschlossen; Bauarbeitergruppen aus Tel-Aviv nach Haifa und Jerusalem zu .schicken und jene Arbeiter, die zur Hafenarbeit fähig und gewillt sind, zu registrieren. — Der Haifaer und Tel-Aviver Arbeiterrat fordert die jüdische Bevölkerung auf, nur Mehl aus jenen Mühlen einzukaufen, die organisierte Arbeiter beschäftigen. —- Die Jerusalemer Elektrizitätsgesellschaft hat dem Arbeitsbureau der Histadrut die Arbeit beim Aufstellen ■der Elekirizitätsmaste übergeben. Die Einführung der Elektrizität in Häuser und die Legung von Kabeln liegt ganz in den Händen der Araber;nur die besonderen Facharbeiten werden von Juden besorgt. — 170 jüdische Arbeiter sind beim Zuhau des Hotels «König Dawid» . in Jerusalem beschäftigt. — In den letzten Tagen hat man begonnen,'das Fundament für das Haus der Exekutive zu legen. — In P e l a c h - T i k vv a h sind 220 vom Arbeitsbureau der Hi- .stardrut vermittelte - Arbeiter bei der Orangenernte beschäftigt. Sie stehen im Dienst der großen Exportgesell- •.schaften. — Ueber 300 Arbeitern Wurde Arbeit beim Chausseebau vermittelt. — 500 ständige Arbeiter sind , in •den Orängenplantagen beschäftigt. — Nach der Informa-' tion des Arbeitsbureaus sind in Pelach-Tikwah 1500 arabische Arbeiter beschäftigt. — Das Arbeitsbureau wird •demnächst in Petach-Tikwah 50 neuangekommene Chaluzim unterbringen. — In Zichron Jakob sind 150 Arbeiter bei den verschiedenen Arbeiten beschäftigt. Dieses Jahr wird man in der Kolonie 75.000 Weinstöcke pflanzen. — In Tel- Aviv wurde eine neue Arbeitsmöglichkeit geschaffen: eine Anzahl jüdischer Matrosen wird von einem Unternehmer auf Dampfschiffen beim Fischfang beschäftigt. Es wird auch die Gründung einer Fabrik zum Räuchern von Fischen geplant. — Auf Grund der statistischen Berechnungen des Arbeitsbureaus der Histardruth wird in der nächsten Zeit für 3000 Neueinwanderer Arbeitsmöglichkeit bestehen. Gewcrkschaftsbe w egung. Die Eisenbahnergewerkschaft hat mit der Eisenbahnverwaltung Verhandlungen über Verbesserung der Arbeitsbedingungen eingeleitet. — In Tel-Aviv hat sich eine Gewerkschaft der Kolporteure gebildet. — In einer Orangenpflanzung sind 55 Pflückerinnen wegen Lohndifferenzen in Streik getreten. — Die Streikstatistik des Jahres 1929 weist für dieses Jahr 45 Streiks und ernste Arbeitsstreitigkeiteri mit 8773 Streiktagen auf; davon wurden 679 Arbeiter betroffen. Arbeitersport. An der 6. Konferenz der jüdischen Arbeitersportler; haben sich 30 Delegierte in Vertretung von 28 Vereinen beteiligt. Arabische Bewegung. Nach einer Meldung des «Palestine» wird das arabische ' Hilfskomitee die in Amerika lebenden Araber auffordern, ihr Geld in. Bodenkäufen im Lande zu investieren. — Die arabische Delegation, die nach London entsandt wird, ist bereits gewählt und wird Ende Februar abreisen; der Mufti wird an ihr als gewöhnliches Mitglied teilnehmen. — Die arabische Exekutive hat beschlossen, den Verkauf arabischen Bodens an Juden nicht zuzulassen, | Gustav Hecht | Einer tückischen Berufskrankheit ist Gen. Hecht am Samstag, den 22. v. ~M. nach kurzem, verzehrendem Leiden erlegen. Der Verein für das arbeitende Palästina betrauert in Hecht einen Menschen, der neue Wege für die Entwicklung der Bewegunggesucht und beschritten hat, und schließt sich mit tief empfundenem Mitgefühl der schwer geprüften; Familie an. Per Kreis der Mitarbeiter wird dem so; ^früh verstorbenen. Freunde ein liebevolles, warmes Andenken bewahren.. . Genossen.,«, Genossinnen! Der erweiterte Ausschuß unserer Organisation hat in Anbetracht der großen Bedeutung von Bodenkäufen im jetzigen Moment den Beschluß gefaßt, alle anderen Aktionen für die Dauer des Monates März ruhen zu lassen und sich mit aller Kraft hinter die Aktion des Kercn Kajemeth zu stellen. Es ist Pflicht jedes Vertrauensmannes und jedes Poalezionisten überhaupt, nicht nur selbst nach seiner Kraft für diese Aktion zu spenden, sondern sofort einen Samnielbogen zu übernehmen und fleißig zu sammeln. Unsere Gegner gehen daran, unser Werk zu verhindern, indem sie uns den Erwerb von Boden unmöglich machen wollen. Kommen wir ihnen zuvor! Es gilt jetzt das alte Sprichwort: «Doppelt gibt, wer schnell gibt!» Auf zur Arbeit! Es geht um unser Werk! Die Organisationsleitung: Dr. B e r n a y. Mendel Singer. Ing. Baumann, :Moses Horowitz. Austeilung von Sammelbögen, Verrechnungen, Auskünfte etc. jeden Mittwoch von y28 bis 9 Uhr, im Sekretariat, II., Bltumauergasse Nr. 1. Aus der jüdischen Welt. , Einwanderungssperre., gegen'•. Juden in Südafrika. '-. Das Parlament der südafrikanischen Staaten-Union hat nach einer längeren Debatte ein Einwanderungs-Einschränkungsgesetz beschlossen, von dem besonders die Länder mit starker jüdischer Auswanderung betroffen werden. Das Gesetz wurde mit überwältigender Majorität beschlossen. Griinbaum legt das Präsidium des jüdischen Klubs nieder. Nachdem der jüdische Abgeordnetenklub den Antrag. Grünbaums, geschlossen gegen das Budget zu stimmen, abgelehnt und die Stimmenenthaltung beschlossen hat, legte Griinbaum das Präsidium nieder. Wirtschaf tsantisenütismus in Deutschland. In einer Interpellation der jüdischen Volkspartei wird die Berliner Kultusgemeinde aufgefordert, Maßnahmen gegen den wachsenden Wirtschaftsantisemitismus und für seine Opfer, die stellenlosen jüdischen Angestellten, einzuleiten. 850 neue Zertifikate. Die Palästinaregierung übermittelte der zionistischen Exekutive „850 neue Zertifikate. Eine Immigrationsbank «Bank Hablim» in Palästina. In Wien wurde ein Komitee eingesetzt, das die Aktien dieser Bank auf dem hiesigen Platze placieren soll. Verschärfung der Einwanderergesetzc in U. S. A. Die amerikanisch-jüdische Oeffentlichkeit protestiert gegen die Absicht, die Sanktionen, die für Uebertretung der: Einwanderungsgesetze vorgesehen sind, zu verschärfen. Werkzeugaktion in Amerika. Am 25. und 26. Jänner fand in New York eine Konferenz der Organisationen statt, die für das deklassierte ost-, europäische Judentum Produktionsmittel bereitstellen wollen. 800 Delegierte nahmen an der Konferenz teil. Jüdisches Theater in New York. Im berühmten jüdischen Kunsttheater (Schwarz) in New York fand eine sehr erfolgreiche Aufführung einer Dramatisierung der «Irrenden Sterne» von Schalom Alejchem statt. Judennot in der Ukraine. Wie aus einer im «Emes», dem Organ der Jevsektia, veröffentlichten Statistik hervorgeht, gibt es in der Ukraine 65.000 brotlos gewordene jüdische Händler. Die Kollektivisierung der jüdischen Kolonisten in Rußland. Bei der in Charkov tagenden Konferenz des'Komzet wurde; beschlossen, im Jahre 1930 die jüdischen Bauern vollständig zu kollektivieren. Das tote und lebende Inventar soll in Besitz der Kollektiven übergehen, das Prinzip des Einzelwohnhauses soll aufgegeben werden, Feinste, modernste Heppen- und □nmenhleider nach Maß zu kulantesten Bedingungen H.Bronsoler Schneidermeister XX., Treustraße 11 Tel. A 43-5-75 Neues aus Bir-Bidschan. Die Kolonisationstätigkeit im fernen Osten wurde dem Ozet entzogen und einer aus Trustbeamten bestehenden Regierungskommission übergeben: es werden hier also jetzt Handelsinteressen, nicht aber die der anzusiedelnden jüdischen Massen maßgebend sein. Aus unserer Weltbewegung. Bulgarien. Bekanntlich hat sich in Bulgarien 1 vor den Wahlen zum Zionistischen Kongreß eine «zionistische Linke» gebildet, die aus nicht organisierten, links gerichteten Personen innerhalb des bulgarischen Zionismus bestanden hat. Die Gruppe hat eine eigene Liste aufgestellt und mehr als ein Drittel der abgegebenen Stimmen und ein Mandat erobert. Im Namen dieser Gruppe, die ihren Wahlkampf mit unseren Losungen geführt hat, hat sich am Kongreß Chaver Doktor Baruch unserer Fraktion angeschlossen. - Nach den Wahlen hat die Gruppe ihre Aufklärungsarbeit weiter fortgeführt, sie gibt ein in bulgarischer Sprache verfaßtes, gedrucktes Bulletin heraus, das heute in vier Nummern erschienen ist und propagiert den Anschluß an unseren Weltverband. Inzwischen wurden in einigen Orten mit größerer jüdischer Bevölkerung Initiativgruppen gegründet.' Das Verbandsbureau ist schon seit längerer Zeit mit den Chaverim in Bulgarien in Verbindung .gestanden, und hat ihnen die Anregung gegeben, die bisher unparteiische Gruppe in eine unserem Weltverband angeschlossenen Organisation umzubauen. Dies ist nunmehr geschehen. Vom 6. bis 8. Jänner hat in Sofia eine Beratung der Obmänner der in Betracht kommenden Gruppen stattgefunden. Folgende Punkte bildeten die Tagesordnung der Konferenz: 1. Eröffnung und Wahlen der Kommissionen; 2. Geschichte des zionistischen Sozialismus; 3. Ideologie des zionistischen Sozialismus; 4. Ziele, Aufgaben und Organisation des zionistischen Sozialismus in Bulgarien; 5. Unsere Stellung zur zionistischen Organisation in Bulgarien; 6. Unsere Kehilahpolitik; 7. Wahlen und Resolutionen. Die Konferenz hat einstimmig den Anschluß an unseren Weltverband und die Konstituierung der Partei als «poalezionistischer Bund in Bulgarien" beschlossen. Die ganze Arbeit lastete auf den Genossen Jean Daniel und Doktor Baruch. Beide Genossen haben auch die Redaktion des Zweiwochenblattes, dessen Gründung die Konferenz beschlossen hat, übernommen. Der Sitz derLeitung unserer jüngsten Bruderpartei wird Sofia (bisher Rustschuk) sein. Die Konferenz hat auf die jüdische Oeffentlichkeit einen starken Eindruck gemacht, und schon jetzt ist eine Reihe sehr einflußreicher Personen in die Partei eingetreten. Diese Gründung ist nicht nur durch die Entstehung einer-neuen poale-zionistischTn Partei bedeutungsvoll; ihre Bedeutung liegt vor allem darin, daß wir hiermit den Weg zum sephardischen Judentum, das sich auf dem Balkan konzentriert, gefunden haben. Belgien. Unsere belgische Bruderpartei hat in der letzten Zeit ihren Arbeitsbereich sehr erweitert. Im Zusammenhang mit der in der Diamantenbranche ausgebrochenen Krise — durch die viele hunderte jüdische Arbeiter arbeitslos wurden — hat die Partei Schritte eingeleitet, um .den Erwerbslosen Hilfe zu bringen. Es wurde ein Arbeitsvermittlungsbureau gegründet, das die Arbeitslosen in neue Berufe überführen soll. Die Hauptarbeit auf diesem sozialpolitischen Gebiet wird in Antwerpen geleistet. Einer großen Anzahl jüdischer Arbeiter hat die Partei den Uebergang zur Kohlenindustrie ermöglicht. BÜCHERSTUBE M. RATH Buchhandlung, Antiquariat, Leihbibliothek Wien, II., Taborstraße 20 a, Tel. R-43-1-58 M. RATH'S Moderne Leihbibliothek bietet Ihnen eine reiche Auswahl von Büchern aller Art, insbesondere von N e u e r s q h e i g u n g e n im Original, bzw. geschmackvollen Bibliothekseinband. Außer den deutschen Büchern auch eng Ii sc h e, hebräische, jiddische u. D e u t s ch-J u d ai c a in reicher Auswahl. Täglicher Umtausch Den ganzen Tag von 8 bis 6, Uhr geöffnet Monatsgebühr nur S 3«— Keine Bandgebühr

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