Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- Heft 9 (15.7.1929)
- Date
- 1929-07-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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w.s. Der jüdische Arbeiter; Seite 5 formen durchzusetzen! —■ der Inhalt: die neue, die solidarische Gesellschaft, die Gesellschaft ohne Ausbeuter .und' -Ausgebeutete, der Sozialismus, das war unser Ziel. Solange dieses nicht erreicht war, hörten" wir,, nicht auf; kämpfer zu sein. Aber wo war in diesem Kampfe ' unser Plate? Nicht irgendwo an der' Brüst, eines-Phäntömes „Allmenschheit", sondern bei jener,» Gemeinschaft, deren Schicksal und Kultur wir teilen, beim jüdischen Volke, das seine geschichtliche,.. Wiedrgeburt in dem gleichen ' Tagen erlebte, dessen Wiedergeburt aber nur durch1 Normalisierung seines ökonomischen Lebens, durch Schaffung, einer jüdischen-Ärbeiterschichte/ durch Konzentration' von jüdischer Kultur erreicht werden konnte. Dies ward unser Weg und dies die Voraussetzung, um als Juden 'den Weg< der sozialen Revolution zu beschreiten. .Der Sozialismüs ist unser Ziel, aber sein: Weg führt uns über das' jüdische Volk! Diese Erkenntnis ließ, uns Anschluß an! alle Proletarier der Welt finden — er ließf/die westliche jüdische Jugend den Weg des Sozialismus gehen. -; Doch 3nich't . das Bewußtseirt allein brächte' diesen Weg, — das gesellschaftliche S.eiln; des -westlichen! Judentums schuf hiefür die Voraussetzung: Auch1 im Westen erfolgt eine starke Konzentration der Juden in den Städten. Obwohl der Jude;sjch,: dort kulturellassimiliert, erfolgt keineswegs aueshV; wirtschaftlich eine Absorption,' seine Aufsaugi&g'im der Wirtschaft seiner Umwelt. Im Gegenteil: Wachsend '"finden Ausschaltungen von Juden aus diese|n .Wirtschaftsleben statt. Die Juden nehmen in wachsender. Zahl Positionen ein, die sie auf Lohnsatzhöhe und wenn auch nicht dem Berufe nach, so doch nach1 der ^ökonomischen Situation auf proletarische Lebenshaltung 'setzen. Der bürgerlich situierte Jude macht mit der :Abnähme des Mittelstandes auch im Westen dem „ärmeren" Juden Platz. Dessen Makler-, Vertreter-, Angestellten;- und Ratenhändlerverdienste bringen: ^hn aber;in ökonomische und damit in ideologische .Verbundenheit mit dem Proletariat seiner Umwelt. es entsteht eine Schichte einer Jüdischen ausgebeuteten Jugend auch5 im -Westen, die' es gar nicht mehr .-nötig hat^die Irrwege der bürgerlichen Jugend zu gehen, sondern deren wirtscaftliche Not-' wendigkeit sie zum; Gedanken des Sozialismus bringt. Sie wird ^der Träger der Idee! Doch läßt ihre reale Erfahrung sie wicht an das Phantom des anationalen Sozialismus glauben. Der wirtschaftliche Antisemitismus,;den: der entrechtete Arbeiter auch gegen den im Betrieb . erscheinenden! jüdischen Arbeiter, im "Kampfe um den Arbeitsplatz hervorkehrt,: zeigt ihm, daß aucfr in der Arbeiterklasse der Antisemitismus im Tiefsten vorhanden ist, zeigt ihm im realen Leben, daß die jüdische Arbeiterfrage nur national gelöst werben könne, zeigt ihm den Zionismus und die jüdische Arbeiterpartei als seinem Weg! Anderes auch1 führt noch' zu diesem Schrittet Unsere Umvölker kämpften! ihren nationalen Befreiungskampf gleich1 uns — er wurde mit dem Kriegsende saturiert. Im Süden', im Norden haben Jugo-, Slawen und Tschechen, im Osten haben die Polen ihre Selbständigkeit-erlatfgt — Oesterreichs nationale Frage wurde gelöst — seine Völker kämpfen! heute nicht mehr um die Voraussetzung ihrer Kultur^ sondern um den Anteil an dieser Kultur, um den Sozialismus selbst. 'Auch1 dies weist den Juden! in die Richtung des Sozialismus: Er erscheint ihm als die letzte große Kampfesepoche der entrechteten Menschheit. Auch' der verängstigte, wirtschaftlich freigesetzte, unstete Jude sieht in ihm das kommende Licht, auch er nimmt teil am Kampfe um das Licht — mit seiner Jugend, seiner ewigen Glückchänce, betritt das Judentum das Feld zum letzten Kampfe! Kartell zion. sozial. Jugendverbände in Wien. Die jüd. sozial. Arbeiterjugend Wiens wird in den nächstem Tagen vor das Forum der dem Weitverbände Poale-Zioni angeschlossenen Jugendorganisationen' zu treten haben und wird\Rechenschaft ablegen müssen über das vom ihr geleistete und versäumte.' Wie jede Bilanz wird auch -diese Aktiva und Passiva aufzuweisen . Waben, und es wird die Aufgabe der ausländischem Genossen sein, den Erfolg der Arbeit unserer Jugendorganisationen zu beurteilen. An dieser Stelle sei nur über die Bedeutung der Gründung eines Kartells der zion. sozial. Jugendbünde in Wien^gesprochen, welche Gründung unsere Jugendlichen, da sie an ihr initiativ mitgewirkt haben, als das wesent1 lichste. Ergebnis ihrer Tätigkeit in der letzten Arbeitsperiode betrachten. : Wir wollen uns nicht vorweg einer Uebeftreibung schuldig, machen und behaupten, daß die Gründung dieses Kartells eine neue Periode in der Geschichte der . jüd. sozial. Jugendbewegung und des zion. Sozialismus im Wiehl'bedeutet. Das allerdings glauben wir: wenndie Führerschaften, aber auch die Geführten der' hier zui einer Rahmenorganisatiom zusam-