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Der Jüdische Arbeiter · 1929-07-15 · Heft 9 (15.7.1929) · page 3

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
6 (1929)
Issue
Heft 9 (15.7.1929)
Date
1929-07-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 9 Der, jüdische Arbeiter Seite. 3t Bei Marx besteht der ganze, historische Prozeß in jder Entwicklung der Produktionskräfte und in 'der parallelen Entwicklung des Produktionsverhältinisses:; '; _ Die primitive Naturalwirtschaft und die primitive Welt, die Sklaverei) mittelalterliche Landwirtschaft und Handwerk* Feudalismus, die Entwicklung der Technik, jund der Lohnarbeit in: der kapitalistischen Wirtschaft,.; die höchste Entwicklung der Technik und die sozialistische koperative. Wirtschaftsform der Zu-, künftig sind Entwicklürigspünkte der geschichtlichen Entwicklung nach Marx. ' . '/Das -„Kapital'-'von!: Marx "befaßt' sich1' nicht mit leihem .Volke spezTell, nicht mit einer besonderen^ Gesellschaff, sondern mit der Entwicklung der ganzen; menschlichen! Gesellschaft im allgemeinen. Es ist international, ynd es ist ja ein Verdienst von Marx, 3.1s erster ein Bild ..der Entwicklung. der menschlichen Gesellschaft unabhängig von einer nationalen Teilung ider Geschichte gegeben zu haben: : ' Als revolutionärer könnte Marx die Rolle der Nationen! : in der: Geschichte für die Dauer nicht übersehet;^. ■ . Anfangs subordiniert er völlig dem Begriffe der demokratischen ^Entwicklung den Begriff der nationalen 'Entwicklung. . In jder. revolutionären ..Epoche des Jahres 1848, da Mitteleuropa seine nationale und demokratische Revolution;hatte, hat Marx sich dazu bequemen müsseny die jRolle der nationalen Revolution in der demokratischen iEntwicklung anzuerkennen. Er 'hat aus dem Verhalten der verschiedenen Völker;im Jahre 1848; oft falsche Konsequenzen gezogen, da er z. B. die Rolle der Slaveri, die bekanntlich nur unter. jc}em großem Zwang der österreichischen und russischen Autokratie, an der blutigen Niederwerfung der ,1848er Revolution beteiligten, als eine konterrevolutionäre ^bezeichnete. Nur 'den nationalen Standpunkt der Polen hat er jgebilligt, denn! die Polen waren in seinen Augen eine Revolutionäre -Nation; Polen war im 19. Jahrhundert eine revolutionäre Zelle im zaristischen russischen. Organismus; und deswegen hat Marx damals in der Befreiung Polens .einen- Sieg des Gedankens der Revolution gesehen!. Deswegen hat Marx immer wie- 'der auf den internationalen Kongressen den Befreiungskampf für die Polen gepredigt — auch1 gegen den Widerstand1 vieler Genössen' der Internationale. In einer Adresse ab den internationalen Kongreß sagt er: „ebenso wie Recht und1 Gerechtigkeit 'den Verkehr zwischen den Menschen regeln, so regeln , sie auch die Beziehungen zwischen den Völkern und nur so ist wirklicher Völkerfriede möglich. Damit hat Marx 'das 'Recht auf nationale' Selbstbestimmung als1 absolutes Gesetz proklamiert/ als ein: historisches Prinzip, das natürlich äuf alle Völker und nationale Einheiten angewendet werden! mußj. v 1 Zum Prinzip des nationalen Gedankens kam Marx ialsO: auf empirischem Wege, nämlich durch die Erkenntnis, daß dies die einzig mögliche Vorbedingung ist für einen wahren Völkerfrieden. ' Das Prinzip der Revolution ist bei Marx stufenweise um das Prinzip der nationalen Selbstbestimmung bereichert werden.! Uebersetzt aus dem Jiddischen des Nachman1 Syrkin von R. Grad. Westjfidische Jugendbewegung und Sozialismus. Von K- Liebstein'. Noch1 vor fünf, vielleicht noch vor drei Jahren wäre die Zahl jener Jugendbünde, jener sozjalistischzionistischeni Jugendbünde, die aus den westlichen Ländern zur Teilnahme an einem Internationalen sozialistischen Jugend tag erschienen wären, gering gewesen. Heute hat sich die Zahl derer, die ihre unbedingte Solidarität mit dem Proletariat der Welt und der proletarischen Jugend der ganzen Welt bekunden, ungeheuer vermehrt. Da darf man.„sich in Anbetracht einer solchem Konstatierung wohl mit einiger Berechtigung fragen, wieso diese Jugend den Weg. des Sozialismus gefunden, was die Ursache, und der Grund, was das Streben dieser Jugend ist und welcher Art ihre Ideologie. Vorerst können wir mit einiger Genugtuung folgendes konstatieren: Von all den zionistischen Jugendbünderi, die nochl die klassische Zeit der oft als „echte" Jugendbewegung bezeichnete kurze "Nachkriegsepoche, die Revolutionszeit der mitteleuropäi-! sehen Länder mitmachten — von ihnen allen sind nur mehr diese übrig, die den Weg zum klassenbewußten Sozialismus, dem einzigen Zionismus, der mit Jugendbewegung vereinbar, gefunden haben. Wo ist da zum Beispiel der große deutsche Planweist,; der ehemals dachte, mit seiner Prunner Ideologie alles, was Jugendbewegung heißt, aus den Angeln heben zu können? Wo sind all die Gruppen und' Grüppchen, deren einsiedlerische. Absonderung vom Edelmehschen-träumte 'und zum bequemlich-dick'en Handelsbürger führte, wo auch sie alle jene, die den jeweils führenden Artikel „zum Gebote" und ,,Was wir wollen" aller jener ersten Nummern des jeweils ersten Jahrganges schrieben? Versewunden! Im Bürgertum abgestorben — verloren für den Kampf der kulturell aufstrebenden Klassen — verloren für den Befreiungskampf der jüdischen Arbeiterschaft und den Aufbau. . ,

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