Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- Heft 1 (15.1.1929)
- Date
- 1929-01-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 1 Der jüdische Arbeiter Seite 3 K. M. auf dem italienischen. Kriegsschauplatz gefällten: . . . -Tretie, unschuldige Seele, die niemandem etwas zu Leide tat. Sein Blut über die Schuldigen! * Der Oberleutnant hielt eine Ansprache, in der er erklärte, jener sei nicht minder als Held gestorben (kranker Soldat im Spital), als die Soldaten auf dem „Felde der Ehre". Nein, Wahrheit über den armen Toten! Ich glaube», er ist gemordet worden, so wie die meisten an der Front. * Offensive. . . . Schwächlichkeit der Sozialisten in England und Deutschland. Was soll da werden! Stockholm? Man könnte verzweifeln. , * Krieg oline Ende. Ist die militärische Lage günstig, sind ■ die Herrschenden übermütig, die Sozialisten! machtlos. Ist sie ungünstig, schreien' die Sozialisten: Landesverteidigung. '* Der Einj. H. gestorben. . . . Mittags sprach ich noch mit ihm. Brachte ihm einen Brief. ... Der Tod — jetzt sehe ich sein Gesicht. Wie jämmerlich .das Treiben der Menschen. Nur so ein' bißchen Leben. Eine gewisse Unruhe kam in mich. Warum? Ich' weiß es ja. Auch mich trifft es einmal. Kein Schrecken. Ein Antrieb zum Leben. Diese kurze Zeit zu nützen für große Ziele. Vorwärts! .' * Der hiesige Dechant verweigerte UneheQic'hejni Kindern Milch. Th. und ich! verhören Pflegemutter und Mutter: •Verfassen, Bericht An! die;,Ärheiter-^jbtuigf'« ~ ' *. Es fehlt an Menschen, an großen' Menschen. . . . Auf niemandes Treue kann man sich' verlassen. . . . Man könnte wie Diogenes mit Laternen echte Menschen suchen. '. ' * •. ' Nachmittags 1 wieder mit H... St;.... f. zusammen. Wir bleiben bis Abend. Jüdische Volkslieder werden1 gesungen. Da fühle ich, was es* heißt, gefühlmäßig und instinktmäßig in1 einem Volke wurzeln. Beneidenswert sind die Ostjuden in dieser Hinsicht. .. .*" ■. ' .. Auch' das jüdische Volk muß sein Recht erhalten Welche Süßigkeit der Schaffenskraft. Jetzt fühle ich es ich bin schon mitten im Leben. Arbeite! Arbeite! Jetzt ist nicht.Zeit zu ruhen.'. . .«fe^, . -..■' •* ' ":■ Selbstbeatimmungsrecht auf .der Tagesordnung; auch j^üi^ das jüdische Volk. . . . Arbeite!-.. . Arbeite! . " 5,Ein Nationalitätenprogramm,I, der Linken. Bedeutende 'Erklärung. Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes. -;Ein' dunkler Punkt: unerhört, die jüdische Nation noch ''ii^^§^^J^i^bweigeB;. •'•'•* ••.'.- - ' * . j,Im Anfang;-'waf-Vdie "Tat." Dies ' kanjuich!..:aM ^dpä; Ergebnis meiner bisherigen Entwicklung betrachten. Nun', ist mir die innere Unruhe, ÜnbefriedagT&ig, Unzufriedenheit mit mir, oft gesteigert bis zur Selbstveraphtung, verständlich. Mein. Leben wird klarer, heller." Als ein Isolierter, Weltferner, Tatfremder begann ich mein geistiges' Lehen und nun will es mir doch gelingen, zur Gemeinschaft';zu^ kommen, au der Wirklichkeit, auf der - Tat, das Leben' aufzubauen. Weiche Wandlung. Hinweg mit der Bücherweish'eti, ich will Bücher nur* soweit-sie mir in meinem Tuix dienen. Tätigkeit! Tätigkeit,. das ist meine neue Erkenntnis. , ' v „. . Weh' dem Aestheten,' dem Kunst eine Zuflucht vor der Wirklichkeit ist, dem sie die^ Gegenwart erträglich macht. Wohl dem, dem sie ein Stachel, ein Ansporn zum wirklichen Leben wird. Das Wimmern der Hungernden dringt auch in den Konzertsaal. Und Ekel faßt einem vor; diesem.'Getriebe, das auch die Kunst zur Ware-.macht, * Bürokolleginnen bringen Blühien für alle Kollegen mit; \ Ich bekomme auch. Mit welcher Freude sie die Blumen ordnen und betrachten. Daß es" das im fünften Kriegs jähre noch gibt! das beruhigt, •' .'•'_ - . :. •/. '• - ' ■ •' ' '•■'■ *'.' '• - >■ Herrliche Maitage. Man' hat gar nicht' das richtige Empfinden mehr 'für so viel Schönheit. Fühlt' man sie für Augenblicke, ist es wie ein Aufschrei gegen' die Niedertracht dieser Menschheit. ■'■ - '.* . . ... Mit Genossen nachmittags Si'eVering-^Rohrerwiese... Wie herrlich schön' jetzt•'alles.» Eine'solche Unzufriedenheit mit allem Seienden, ein solches Sehnen nach1 Großem, ' Reinem, Schönem erfaßt einen. Erster leichter Schnee. . . . Und Friede an den'Fronten. . . . Kein; Morden mehr! Welch' wohliges Gefühl! Wahlsieg der PoaleZion in der Tschechos owakei. Unsere jurtge Bruderpartei schreitet auf dem Wege des Aufbaues unaufhaltsam fort. Ueberall, wo jüdische Proletarier wohnen, entstehen Parteiorganisationen. Die letzten Wahlen gaben unserer Partei Gelegenheit, ihren Einfluß in der jüdischen Bevölkerung zu stärken und Wahlerfolge zu erringen! In Karpathorußland, dem klassischen Lande der jüdischen Armut, feierte sie einen glänzenden Sieg. 4655 Stimmen entfielen auf die Liste der Poale-Zion, vier Bezirksmandate wurden erobert. In allen Bezirken, in denen unsere Genossen kandidierten, errangen sie ein Mandat. Sie erhielten: in Tiacevo 1620 Stimmen und ein Mandat, in Svaljava 1193 Stimmen und ein Mandat, in ,Hust 1088 Stimmen und ein Mandat, in Berchovo 754.Stimmen und ein Mandat,: zusammen 4655 Stimmen r and vier Mandate. Bei den Landtagswahlen stimmten unsere Genossen im Einvernehmen mit beiden sozialdemokratischen Parteien des Landes für deren , gekoppelte Liste. Jm Proßnitzer Gemeinderat errangen wir ein Mandat, in Brünn wurde Genosse Grün in den Gemeinderat wiedergewählt. •. In den Landtags- und Bezirkswahlen wählten unsere Genossen sozialdemokratisch. Das eigenartige Wahlkompromiß der bürgerlichen Zionisten mit der polnisch-klerikalen Partei wird von unserem ßruderblatt „Der jüdische Sozialist" gegeißelt. - :: In Karpathorußland geben unsere Genossen ein Blatt-in jiddischer Sprache h.eraus. Wir beglückwünschen;unsere Genossen in der Tschechoslowakei zu ihrem prächtigem Wahlerfolg! Möge der Aufbau. der Partei weiter vorwärts^ schreiten! Wir begrüßen ferner das neue Bruderblatt in1 der Tschechoslowakei. Möge „Der jüdische Sozialist", der Träger der gesamten jüdisch-proletarischen Bewegung in unseren Nachbarlande werden! ,< : Die .Organisationsleitung, der .jüdi,schen-sozialdemokratischen Arbeiterorganisation Poale-Zion in Oesterreich. An alle Chaweiiijo und Freunde an die jüdische Arbeiterschaft! Fünf zehn Jähre .sind: "bereits - vergangen, seitdem die Weltbewegung' '£oaie-Zioh, die Repräsentanz der jüdischen Arbeiterklasse, das ernste Instrument selbständiger Tätigkeit, in Erez-Israel, den" Paiälstina-Arb eiterf onds schuf. Es war eine historische Notwendigkeit, daß gerade unsere Weltbewegung als einzige' die1 Sorge für den Aufbau der. ersten Positionen der .Arbeiterschaft in Erez-Israel durch Gründung " des Fonds .tragen, sollte. Denn es war keine andere Kraft in der jüdischen Arbeiterbewegung vorhanden, die diese . Sorge hätte, auf sich nehmen können. Lange Jahre. hindurch1 war der Palästina-Arbeiterfondsi der Fonds unserer Bewegung und mit goldenen' Buchstaben ist er eingegraben i,ni die opferreicliie 'Geschichte ..des jüdischen Arbeiter-Jischuw in Erez-Israel. Für seine Bedeutung und seine0 historische Mission sprechen1 die. Zahl jener Fakten; die .zur'^Entwicklung selbständiger Arbeiter-Wirtschaften beigetragen haben, Tatsachen, die für immer die Symbole seines ruhmreichen Beginnens sein werden. .Mit der. .Gründung der einheitlichen Arbeiterorganisation im Lande, mit der Gründung der „Histadruth" wurde es uns klar, daß der Palästina-Arbei,tei-fonds aufhören müsse ein Fonds e i n e r Gruppe zu sein,; daß er vielmehr der Fonds der ganzen jüdischen Arbeiterschaft in Palästina zu sein habe. Wir haben diese Notwendigkeit in dem Bewußtsein realisiert, daß dies für den Palästina-Arbeiterfpnds eine Erweiterung seines Aufgabenkreises siein werde und so wurde, er heute zum zentralen Fonds der „Histadruth". Damit haben aber unsere Verpflichtungen dem Fonds gegenüber keineswegs aufgehört oder eino Verkleinerung erfahren' — im Gegenteil, mit seiner wachsenden Bedeutung als zentraler Fonds der Histadruth', wuchsen auch' seine tagtäglichen Aufgäben, wuchs sein Arbeitsgebiet und damit wachsen -auch die Aufgäben aller seiner Anhänger. Wir, Poale-Zi.onisten, haben-ein ganz besonderes Interesse an der Entwicklung des' Fondes; nicht etwa nur, weil wir: ihn gegründet, sondern vor allem, weil wir in seinem "Bestand .und seiner Entwicklung ein wichtiges Mittel für den Aufbau wichtiger 'Wirtschaftlicher Positionen der palästinensischen Arbeiterschaft sehen.. Und noch nie wie heute ist seine Tätigkeit von Interesse für die ganze jüdische Arbeiterschaft gewesen', da er doch der Schlüssel ist, der heute großem Arbeitsmöglichkeit für den Aufbau des Landes eröffnet. „ .. Chawerim! Wir haben aber in der letzten1 Zeit vermißt, daß ihr all diesen Faktoi-en genügend Rechnung trägt, daß ihr die gehörige Intensität in der Arbeit für den Fonds an den Tag1 legt! In vielen Ländern nahm die. Arbeit für den Palästina-Arbeiterfonds nicht den ihn gebülrrenden Platz ein und deshalb blieben auch die Erfolge weit hinter den Möglichkeiten zurück. Wir wenden uns deshalb an euch mit der dringenden Aufforderung, die Arbeit für den Palästina-Arbeiterfond» zu erneuern, ihr den gebührenden Platz in eurer täglichen Arbeit einzuräumen und eine lebendige Verbundenheit mit den hervorragenden Schöpfungen der palästinensischen! Arbeiterschaft herzustellen! Tragt die nötige Aufklärung über den Fonds in die Reihen der jüdischen! Arbeiterschaft und erwecket ihre Begeisterung für seihe Aufgaben! Möge die neue Alijah! — unsere Alijah, die Alijah' von Chaluzim, von Arbeiterkämpfern, zu einem Quell neuer Begeisterung bei unseren Chawerim werden und zu intensiver Arbeit führen! Helft der Histadruth, ihre- Tätigkeit für die wachsende und kämpfende Arbeiterschaft in Erez- Israel fortzuführen! Helft dem Palästina-Arbeiterfonds>weiter seine großen. Aufgaben zu erfüllen. Mögen die.. vergrößerten Eingänge:es ilrm erlauben, auch weiterhin seinen: Verpflichtungen der palästinensischen Arbeiterschaft gegenüber nachzukommen. . . Baut mit an der selbständigen Tätigkeit der. jüdische*. Arbeiterschaft in Erez-Israel. Intensiviert eure Arbeit für den Palästina.-Arb.ei,terfonds! . :: . All weltliche jüd. Arbeiterpartei „Poale-Ziojn" : (vereinigt ,mit dem Verbänd e!. Z.-S.) . Verbands-Büro. -Warschau, 30. November 1928. . Appell für die judische Arbeiter- Krankenkasse Palästinas. Viele Jahre schweren Kampfe» hat die jüdisch©. Arbeiterschaft Palästinas hinter sich!. In ein Milieu gestellt, dessen gesellschaftliche Struktur. eine soziale Gesetzgebung in europäischem Sinne noch nicht zuließ, hat die allgemeine Organisation der jüdischen Arbeiterschaft .Palästinas 1— aus eigener Kraft — die allgemeine KrarJceinkafls^ . geschaffen, die den Kranken Heilung bringt. . , Die jüdische Arbeiter-Kranken'kasise in Palästina steigt jedoch allein da, und ist .nur auf die Hilfe .aus . dein' Lande angewiesen. Dabei, erfordert diel ständige Einwandterung eine stetige Erweiterung der Sozialfürsorge/ für weicht die Kräfte des Landes nicht ausreichen. . Wir appellieren daher im Namen der Aerztei uhd der Arbeiter-Krankenkasse Palästinas an die jüdische Aerztie»- schaft Wiens, bei, der Ausgestaltung des Sozialversicherungainstitutes unserer jüdischen Pioniere mitzuhelfen: und durch! Hergabe von medizinischen Instrumenten, bezw. durch geldliche Ablöse das Werk zu -fördern1. . Univ.-Prof. Dr. G. Alexander, Dr. Ed. Bader, TJniv.*- Prof. Dr. Ludw. Braun1, Univ.-Prof. Da\ Sieg. Freud, Univ.- Prof. Dr. Mark Hajek, Doz. Dr. Jul. Haß, Univ.-Prof. Dr. Leo Heß,. Univ.-Prof. Dr. H. Knbpfelmacher, Univ.-Prof. Dr. H. Köhigstein, Dr. Alfr. Löwy, Univ.-Prof. Dr. Lud"VY. Mandl, Doz. Dr. Fei. Mandl, Univ.-Prof. Dr. Otto Marbtrrgy TJr. Max Meißner, Univ.-Prof. Dr. Heinrich' Neumann, Univ.- Prof. Dr! Mart. Pappenheim, Univ.-Prof. Du\ Emil Redlich, Med.-Rat Dr. Ruß, Dr. Emil Schwätzer, Doz. Dr. Steint; Univ.-Prof. Dr. Alois Straßer, Doz". Dr. R, Sferisower, Doi. Dr. Robert Willheim, . " Für das arbeitende Palästina iti Wien, 1. Am Sonntag-, den 9. d. M. ist eine Aktion zugunstendes P. A. F.' durchgeführt worden. Die Sammlung! wiee1 einen der propagandistischen.-;Vorbereitungentsprechefadefri günstigen Erfolg auf,. Das Ergebnis ist der. Mitarbeit.-der Organisationen Haschomer-Hazair, Brith-Hamischmar, , Jüdysoz. Arbeiterjugend und Hazofeh-Haowed) zu. dajakßni,M(£l 2. Anschließend an die bereits früher durchgefühir.t<jiu Ueberweisunlgen .sind am 13; d. M. an die Zentrale; .idtüfs Palästina-Arbei.terfond'9 Pfund Sterling 25.— gesandt worden. Palästina-Rundschau. .. ' : NÄHMASCHINEN mit kostonlosem Stickunterricht FAHRRÄDER 1928 Auch gegen Teilzahlung!! Reparaturannahme aller Systeme! . IX., Liechtensteinstr. 27, IV., Wiedner Hauptstr. 8 T6l«ph9»l A.ie-5»e4, Ä 16-5,65. A 30*0-36;,!; Schreibmaschinen, Knopfpressen und Zugehör. Sport- und Touristenartikel •/*