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Der Jüdische Arbeiter · 1928-04-30 · Heft 7 (30.4.1928) · page 3

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
5 (1928)
Issue
Heft 7 (30.4.1928)
Date
1928-04-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Hr. 7 ttaf jüdisch« Arbeiter 3%'»*$Bäi «f»W^ (j; * , -;> -l'^SSf^M - - «~ ' J' i' 'WSTA ■ ^Ä-ÄS^M^fe'söfeJIs &Rrfföhfchxzim, tdtdi ükM Worte und ihre g&aze' Haltung erweckten) Iii inif große fioffrraagen für die Zukunft ßuerer jBewegung. SdhH>n lange vmf mir die Geaöhichte Eufere9 Sied1lun^arwerkes mit allen ihren Schwierigkeiten bekannt, aber «baut jetzt, bei meiner Reise durch das Land, sehe: ich, wie gewaltig die lEndernisse gewesen sind, die Ihr zu überwinden hattet. Der wüste, verkommene Boden, . den Iba? aar höhen Preisen erst kaufen mußtet, um ihn im Biedlüngsfähige© Land' verwandeln zu, können. Die Sümpfe, die Ihr trocken legen mußtet. Aus meinen Begegnungen mit den Chaluzim, den jungen und den alten, habe ich gesehen, daß dieses ganze Aufbauwerk unmöglich1 gewesen wäre, hätte nicht ein großes beherrschende» . Ideal, , das große nationale und sozialistische Ideal, Euch1 die Kraft gegeben, alle 'Schwierigkeiten zu überwinden. Während in Europa der Abgrund zwischen Nationalist mua und Demokratie immer weiter aufklafft, während der Nationalismus immer imperialistischer wird, und die wahre demokratische Idee — die .sozialdemokratische Idee — ämmer mehr zum Alleinbesitz der Arbeiterklasse wird., ist hier in Palästina dieser Gegensatz nicht vorhanden. Und gerade die vollständige Synthese zwischen dem nationalen und dem sozialistischen Ideal, die Euere Bewegung, gesunden hat, bildet die Garantie für ihren Erfolg. In der Landwirtschaft ist, es Euch gelungen, ein großes kollektivistisches Werk zu schaffen: Auch der Mosohavi Ovdim — die Arbeiter-Siedlung auf individueller Grundlage — hat große Bedeutung, wenn auch meine persönliche Meinung mehr der'Kwuzah gehört Aber auch der Moschav wacht über die beiden großen Grundprinzipien: der Boden gehört dort der ganzen zionistischen Gemeinschaft, dem ganzen Volk, das seine Auferstehung erlebt und dessen Auferstehung ich' hier feiern kann. — Und das zweite Grundprinzip: das Prinzip der Selbstarbeit, das Prinzip, laut dem der Siedler keine Lohnarbeit nutzen! jdarf. Die Siedler setzen alle ihre Energie ein, um die Kräfte der Natur auszunutzen, sie der Herrschaft der Menschen zu unterwerfen, aber sie bekämpfen jede Tendenz zur Herrschaft des Menschen über seinen Mitmenschen;. Von größter Bedeutung ist auch die Tatsache, daß alle Siedler auch als Siedler Mitglieder der Arbeitsorganisation! bleiben, mit ihr durch .vielfältige Beziehungen gemeinsamer Wirtschaftlicher und kultureller Arbeit verbunden, daß eie auch als Siedler das Leben der Arbeiterbewegung weiterleben. Und mit besonderer Ergriffenheit habe ich den1 starken Bruderbund gesehen, der mit dem Geist wahrer" Brüderlichkeit die Siedler aller' Wirtschaften umschließt, „im, Ejn Charod, Deganjah! und - den anderen' Moschavim rund KwuzOth. Der Geist dieser Brüderlichkeit, die Hingabe an die Interessen der Allgemeinheit, beweist, daß die Landwirtschaft nicht nur eine ^egoistische Angelegenheit des einzelnen Bauern und seiner Ernährung zu sein braucht,- sondern daß sie auch ein Werk sein kann, das der ganzem Menschheit zu dienen strebt. < ' ' Das Werk,-das -ihr hier Mschafft, hat nicht nur-für Euch und vom „nationalen Standpunkt aus; Bedeutung,' est ist auch vom internationalen Standpunkt aus bcdeutungsrvoll. — Es bestand 'die Gefahr, daß "das Zusammentreffen zwischen dem in sein Heimatland zurückkehrenden jüdischen Volk und dem in diesem Land ansässigen arabischen Volk zu Zusammenstößen führen werde. In einzelnen Augenblicken ist es auch1 tatsächlich zu Zusammenstößen gekommen. Aber gerade Euere Organisation hat zu ihrer Losung die Idee erhoben, das Land nicht auf der TJnter- $rückung des Nachbarvolkes aufzubauen, sondern dessen (wirtschaftlichen und kulturellen Zustand zu heben, und itreundschaftliche. Und brüderliche Beziehungen mit ihm .ztü schaffen. Darin liegt die spezifische internationale Bedeutung Eueres Werkes. Genossinnen und Genossen I Bevor ich' meine Reise antrat, erhielt, ich' 'einen Brief der Leitung des großem1 Genossenschaftsbundes von Lüttich', einen der größten' Verbände Belgiens.- In diesem Brief wird mir aufgetragen, den Genossenschaften der palästinensischen Arbeiter die Grüße der belgischen Genossen zu übermitteln und ihnen' .vorzuschlagen, wirtschaftliche Verbindungen mit den belgischen Genossenschaften aufzunehmen. Mit großer Freude jübermittle ich Euch1 hiermit diese Grüße und diesen! Vbrsohlag. Alles, was ich hier }n Palästina von Euerem Werke gesehen habe, verstärkt in mir den Glauben, daß die Sonne des Sozialismus über der Welt aufzugehen beginnt. Das1 19. Jahrhundert war die Epoche der Befreiung' der europäischen Völker, das 20. Jahrhundert wird ohne Zweifel die Periode des Sieges der Arbeiterklasse aller Länder, die Periode des Sieges des Sozialismus werden. Nicht nur eis Kämpfer für die Freiheit des belgischen Volkes, auch als Kämpfer für die Internationale begrüße ich das große Werk, das zu schaffen Ihr unternommen habt. Im Namen der Internationale habe ich1 Euch zu sagen: Das Schicksal hat Euch eine Aufgabe von gewaltiger Verantwortung auferlegt, Es hat EucbJ den Platz auf der Grenz© zwischen' Europa und Asien bestimmt. Es hat Euch auferlegt^ 'die Verbindung zwisohen dr sozialistischn Befreiuhgsbewe^' gung zweier Weltteile zu schaffen. Palästina ist das Fenster, daa Europa naoh Asien geöffnet hat. Aber während der Bolschewismus "versucht, die Bewegung' der asiatischen YjöJkerauszunutzen, um seinen eigenen neuen Imperialis* mtts atifzuriehteni, erstrebt der Soaialiamus die Befreiung jäer Völker zur Selbstherrsdhaft/ jedes nach seinem Geist, seinem Wesen und seinem Willen, Die Internationale erhofft, daß Euere Bewegung' die Aufgabe erfüllt, die dieser Befreiungskampf ihr auferlegt. Ich bedauere aufs tiefste^ daß ich! zu Euch: nicht in Euerer eigenen Sprache sprechen kann. Das Fehlen einer gemeinsamen Sprache erschwert das vollständige gegenseitige Verständnis zwischen den Völkern. Aber ich bin sicher, daß Ihr meine Worte verstehen werdet, auch wenn ich in einer Euch" fremden Sprache rufe: „Es leoe die Internationale I" (Stürmischer, sich immer erneuernder Beifall.) C^0G^SSJ^©C&^ n Judische sozlaldemokra Verband der H 2 tische Arbeiterorganisation jfid sch-soziaHstischcn g a POALE ZlON Arbeiterjugend g g Wien, IT., Blnmaoergasse 1 ö 0 1 1 © | Dienstag, den 1. Mai 1928, halb 8 Uhr abends, § 9 findet in der „KUNSTSPIEfLE", L, Riemergasse -11, « §eine >• ' © ■i*ti statt. PROGRAMM: & g GhOr der JSAJ unter der Leitung des Gen. Max H Hö n i g: Sozialistenmarsch eJ © Violinvortrag, Gen. Schuster, am Klavier Dora * |] Torenberg: Beethoven: Frühlingssonate W & Rezitationen: Franz Buchwald (deutsch) \» §Chor: Palästinensische Hora fl Festrede: Genosse Dr. SaulSokal ö | Jehuda Elirenkretiz: Rezitationen (jiddisch). o ö Revolutionäre Lieder, vorgetragen von Gen. Mas . l % Honig g w Willy He iß ler: Cellovorträge M jg; Chor: Wie lang, o wie lang . . . q §Schlußgesang: Die Internationale ß Diese Feier ist von' der Bildungsstelle der jüdischif ® sozialistischen Organisationen organisiert - © g Karten zum Preise ' von S 1.— bis 2.50 : sind bei |j ® den Vertrauensmännern der beiden Organisationen ® §zu haben. Außerdem in folgenden Vorverkaufsstellen: & Sekretariat: IL, Blumauergasse .1; „Hechaluz", II., c-j ® Czerningasse 4-50; Cafe Neptun," XX., Gaußplatz und ' & j§ Cafe Jägerhof^ XX., Gaußplatz CTO©Giia>«?G!ffif5S»CKa©a?JS5Öfr Q>QM3®C^d®QMd&1l3KdQlQMü Politische Legenden und finanzielle Konsolidierung. Von1 S; Kaplansky; - ■•■ n . , Was ist in: den Jahren 1926—1927 ,vorgefallen? Der 14. Kongreß in Wien trat, wie ich erwähnt habe, in einer geordneten finanziellen. Situation und einer Atmosphäre zionistischen Aufstiegs zusammen. Die Einnahmen des Keren Hajessod erreichten im Jahre 1925 ' das erstemal eine, halbe Million Pfund, .'und im Lahde war die vierte Alijah' mit all ihren Eroberungen und Niederlagen an ihrem Kulminationspunkt angelangt.- In dieser Geistesverfassung erlaubte sich der 14. Kongreß, vorauszusetzen, daß die Steigerung der Einnahmen des „jKeren Hajessod" auch' im Jahre 1926 anhalten werde,: schätzte die erhoffte ^fp&jßtkdurchgeführt wurden! und die Summe von* 85,000;rf Pfund erreichten (das Budget für landwirtschäfftfeM* Kolonisation allein hat 50.000 Pfund zü Gunsten <te» j;| Arbeitsbudgets geopfert, während das Erziehung»- ■ :> departement und die „Hadassah" auf keinen Pfettrtfcj % verzichtet haben). Jedoch trotz dieser großen vf mühungen gelang es uns nicht, genügende zusätzliche Geldsummen für den Kampf gegen die Krisis ZMf '; erlangen, und das Jahr 1926 schloß» mit einem De-\/i fizit von 56.000 Pfund ab (unter Hinzufügung de* Restdefizites vom Jahre 1925 erreichte das Defizit . .<: Ende 1926 die Höhe von 71.000 Pfund). ';> Die Geschichte des Defizites im Jahre 1927 iAf 'ig noch klarer und offensichtlicher. Einerseits bewilligte! J das zionistische Aktionskomitee im Sommer 1926 ein Budget von 672 Pfund, von dem für landwirtschäfa liehe und städtische Kolonisation und Arbeit wenigen als die Hälfte (300.000 Pfund) zugeteilt wurden. Tag«!-: und nächtelang, kämpfte ich mit großer Erbitterung' in der Zionistischen Exekutive und in der Budget-'; kommission gegen die öffentliche und kolonisatorische*;, (Absurdität, im Jahre einer ökonomischen Krisis, die angestrengte wirtschaftliche und kolonisatorische: Tätigkeit und Leistung erfordert, ein in der Haupt-; sache kulturelles Budget zu bewilligen. Man hat uns mit dem Versprechen beruhigt, besondere Mittel irt . Höhe von 75.000 Pfund außer dem gewöhnlichemi Budget erlangen zu können, um öffentliche Arbeiten! ■ zwecks Beschäftigung der Arbeitslosen durchzuführen. Doch schon nach kurzer Zeit ereilten uns neue Enttäuschungen. Vergeblich forderten wir die Erfüllung des Versprechens und die Aufbringung der 75.000, Pfund, die es uns zweifelsohne ermöglicht hätten», dem Unglück der Arbeitslosenunterstützung und der: Vergrößerung des Defizits vorzubeugen. Während der, 8 Monate, die. bis zur Sitzung der Exekutive in London verflossen sind, ist nicht nur nichts getan worden,' sondern vor allem sagte sich die zionistische Organi-; sation in Amerika von ihren finanziellen. Verpflich'-; tungen in einer Art los, die in ihrer Gleichgültigkeit nur mit der Art der' Budgetdeckung im Jahre 1^2 ■ verglichen werben kann. (Statt der 2,100.000 DoÜan (420.000 Pfund), die der Zionistischen Exekutive imder Londoner Sitzung^als unbezweifelbares Minimuntv versprochen wurden, wurden dem „Keren Hajessod", im Jahre 1927, wenn mich mein Gedächtnis riieh^": irreleitet, nur dieselben 250.000 Pfund, die tatsäch4-, lieh die ständige Einnahme des „KerenA Hajessod" in den Vereinigten Staaten seit 6 Jahren ohne Aerrderung, Aufschwung" und Fortschritt bilden, über^ wiesen (mit Ausnahme des Jahres' 1926, in dem' Amerika 300.000 Pfund aufgebracht hat). Wenn das ■Mißlingen' der vereinigten Palestine Prives in dein Vereinigten Staaten die Ursache dieses 'Versagens: wäre, könnten wir uns nicht beklagen, denn weshalb' sollten wir uns über die Zionisten * Amerikas fre-; schweren, wenn sie keinen Erfolg haben? Es ist aber bekannt, daß in derselben Zeit, in der kein Geld füti das palästinensische Budget vorhanden war, von derselben Sammelaktion, ohne Bewilligung und Erlaub-:?;+ß 'tv- :J $ % ' f? 'S kjp, f'ß 13 Ml* Steigerung auf 20 Prozent — ein nicht übertriebener nis und trotz des Protestes der Zionistischen Exekutive Voranschlag, sogar nachträglich betrachtet — und setzte. auf Grund dieser Schätzungen das Budget für das Jahr 1926 in Höhe von 550.000 Pfund und zusammen mit der damals erlangten Bankanleihe von 50,000 Pfund auf 600.000 Pfund* fest. In welchem Maße, dieser Budgetvoranschlag der. Wirklichkeit und der finanziellen Möglichkeit nahe war, beweist die Tatsache, daß. der-„Keren Hajessod" der Zionistischen Exekutive in Palästina trotz der Krisis 113.000 Pfund mehr als im Jahre 1925 geliefert hat (siehe Rechenschaftsbericht der Zionistischen. Exekutive in Palästina zum 15. Kongreß, englische Ausgabe, Seite 40). An-' fang des Jahres 1926 aber kam der große Zusammenbruch der vierten Alijah, dessen Folgen wir am eigenen Leib bis heute empfinden. Es begann die Epoche der Arbeitslosigkeit und des Mangels an Existenzmöglichkeiten sowie die Schwierigkeit, den Umfang der Immigration sowie ihre Zusammensetzung der neuen schweren Lage anzupassen. Die Ausgaben für- Arbeitsbeschaffung überstiegen das Budget um das Doppelte,, die Ausgaben für- Immigration um zwei Drittel; dadurch wurde eine Ueberschreitung des Budgets um' 64.000 Pfund verursacht. Und wenn trotzdem die Ausgaben der Zionistischen Exekutive in Palästina im Jahre 1926 eine Ersparnis in Höhe von 20.000-'Pf und im Vergleiche mit dem Budget aufweisen, so war dies die Folge von Einschränkungen und Abzügen, die mit Energie und zur rechten' Zeit in anderen Positionen des Budgets w %<' 'wm in Palästina und des Nationalfonds, 60.000 Pfund den „Kehiljath Zion" (Zion Commonwlealth) zur Deckung * ihrer Schulden überwiesen wurden, trotzdem eine -| solche Ausgabe im zionistischen Budget überhaupt;;ff nicht vorgesehen war; zu einer Zeit, in der der. Hilfe- * ruf von Palästina ohne Echo blieb, haben sich 15.000k Pfund für Unterstützung der zionistischen Parteil presse in den Vereinigten Staaten gefunden.: Und1 ' diese 75.000 Pfund hätten doch dem Defizit des" Jahres 1926 vorgebeugt. / , ■ ■ . i ■ Diese Bemerkungen dürften einstweilen ' aiisreichen, um die Tatsachen* ins ''richtige •Ucht ^-'2«i^|if| stellen. Jedermann, der unvoreingenommen und nicW^Ä von vornherein mit der Absicht, die Arbeiterbewe-, '-•!?' gung zu verleumden, die Wahrheit sucht, wird aucH aus dieser oberflächlichen Uebersicht, die die befreffende Frage gar nicht erschöpft, ersehen können, wq .,. die wirklich' Verantwortlichen zu suchen sind. Es isf.V^f kein Zufall, daß die für die Budgetanarchie im Zio-olli nismus und die Stagnation in den Einnahmen de^ „Keren Hajessod" in ' dem., entscheidenden Landet hauptsächlich Verantwortlichen1 ■ sich das Recht'neh^^f;? men, zu kritisieren, zu richten und über die zukünftige Herrschaft im Zionismus Prophezeiungen anzustellen^ jft Mit diesem Lärm hoffensie, die Aufmerksamkeit de^ SÖzionistischen Oeffentlichkeit von der Rolle,' die jjtepftf in der finanziellen Entwicklung der zionistischen"ije/ä^ wegung spielten, abzulenken.' Wir aber haben daW.Vaf zu sorgen, daß die Hetze lund der Haß geg^nj d^*l| . vj3gL >■.'■■ (. . .„; ■ ■;.;. .. ' -,,. ilfliÄT

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