Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- Heft 14 (Dezember 1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Der jüdisch^ Arbeiter Nr. H bis 90.000 Quadratkilometer umfaßt. Auf diesem Räume kann eine Bevölkerung von 10 Millionen Einwohnern leben. Aber auch' in seinen engeren Grenzen umschließt Palästina zirka 27.000 Quadratkilometer, auf denen 9 Millionen Menschen leben können, während heute sich' dort kaum eine halbe Million befindet. * Es versteht sich' von selbst, daß auch die jetzige türkische "Gesetzgebung, überhaupt die jetzigen Verordnungen dortselbst, nicht weiter bestehen bleiben werden. Nach' dem Kriege werden sie geändert werden müssen. Wenn, wie wlir hoffen, der Boden, der jetzt brach liegt, bearbeitet werden wird, neue Arbeitsmethoden eingeführt werden und auch die anderen Hindernisse beseitigt werden, die wir erwähnt haben, wird genug Platz sein, sowohl für uns wie für die Araber. Zwischen Juden und Arabern müssen und werden sich' dann normale Beziehungen entwickeln. Ich' unterstreiche nochmals: Wir müssen selbständig in Palästina zu arbeiten beginnen. Nicht so wie bisher, daß die bürgerlichen Zionisten arbeiten und wir uns damit begnügen, bloß zu kontrollieren. Auch' unser Verhältnis zu den verschiedenen Einrichtungen muß festgelegt werden. Wir sind gegen eine Beteiligung am Zionisten kongreß, weil er eine Parteitribüne ist. Wir wollen und werden uns aber an einem allweltlichen jüdischen Kongreß beteiligen, weil dieser eine Volkstribüne ist. Derselbe wird auch eine Art Zwangsinstitution darstellen. Dem Nationalfonds bringen wir Sympathie entgegen. Wir können ihn auch privat unterstützen. Er ist aber nicht unsere Institution. Unsere Institution ist der Palästina-Arbeiterfonds. Ihn müssen wir mit allen Kräften unterstützen, ebenso auch' die kooperative Kolonisation. Mit einem Worte: Wir müssen eine sozialistische Aufbautätigkeit in Palästina beginnen. Dann wird der jüdische Arbeiter, der Prometheus, zugeschmiedet zum Felsen, sich befreien von den Raubvögeln, die ihn peinigen und zerfleischen, das Licht vom Himmel herunterholen, für sich — für das jüdische Volk'. Die Abstammung von Karl Marx. Von Dr. B. Wachstein, Wien (Aus einem Schreiben des Autors an die Redaktion.) „— Ihrem Wunsche entsprechend überlasse ich' Ihnen meine in der Festskrift i anledning af Prof. David Simonsens. 70-aarige fodselsdag, hobentoon erschienene Studie: Die Abstammung von Karl Marx' zum Abdrucke. Zu diesem Behufe stelle ich Ihnen mein Handexemplar mit beigefügten Korrekt turen und einem Nachtrag, aus welchem wiedereinmal zu ersehen ist, welches geistige Erbgut Karl Marx von der Natur zugefallen ist, zur Verfügung. Gerne hätte ich1 den Nachtrag in die Studie verarbeitet, die Beweisführung über das nicht mehr Hypothetische hinweggelassen und dem Ganzen eine mehr einfache Form gegeben. Da jedoch vieles noch unerledigt geblieben, so die Aszendenz von Marx Levi, dem Stammvater der Marx, ferner die von Karl Marx' Mutter Henriette Preßburg und schließlich' die restlose Aufhellung des Zusammenhanges der Katzenellenbogen-Cohen mit den Lwow, so erscheint es mir für die Anregung zur weitern Forschung geeigneter, die Studie in gegenwärtiger Form zum Abdrucke zu bringen..." * Herr Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Pappenheim hatte die Freundlichkeit, mir einen in seiner Hand befindlichen Aktenfaszikel zu überlassen, dem einige Daten zur Feststellung der Genealogie der Familie Marx in Trier zu entnehmen sind. Die Aktenstücke betreffen den Nachlaß der in Frankfurt a. Main am 16. Juli 1865 kinderlos verstorbenen Ester Kosel, geb. Marx, Witwe des in Algier am 17. Februar 1875 verstorbenen Handelsmannes Gabriel Kpsel aus Zweibrücken' in der Pfalz. Da die Testamente der beiden Eheleute wegen Formfehler als ungültig erklärt wurden, mußten die gesetzlich Erbberechtigten, die vollblütigen Geschwister oder deren Kinder, zum Antritte des Erbes aufgerufen werden. Diesem Umstände ist es zu verdanken, daß auch Karl Marx und seine Schwestern, die im Testamente der Frau Kosel nicht bedacht wurden, in den Kreis der Erbberechtigten treten. Als Erben der Ester Kosel -geb. Marx — denn nur diese sollen uns hier beschäftigen — werden festgestellt: 1. Die lebende Schwester, bei der die Erblasserin die letzten Jahre verbrachte, Babetta Blum in Frankfurt a. M., Witwe des in Algier verstorbenen Alexander Blum aus Straßburg. 2. Die Kinder des in Schlettstadt verst. Bruders, des Handelsmannes Jakob Marx: I. Henriette, genannt Eva, Frau des Michael Weil in Schlettstadt früher Oberrabbiners in Algier. II. Rahel, Frau des Bankiers Isak Gugenheimer in Marseille. 3. Die Kinder des als Oberrabbiner in Trier etwa 1830 verstorbenen Bruders Samuel Marx: I. Moses Marx, Lehrer an der isr. Gemeindeschule in Gleiwitz. II. Sara, Witwe des Israel Lazarus in Trier. III. Betti, Frau des Jakob Bahr in Tholey bei Trier. IV. Karoline, Witwe des Max Gugenheimer ebenfalls in Tholey wohnhaft. Eine andre Tochter Samuels, Amalia Bähr, scheint indes verstorben zu sein, sie war wahrscheinlich' die erste Frau des Jakob Bähr. 4. Die Kinder des etwa 1830 verstorbenen Bruders, des Advokat-Anwaltes und Justizrates in Trier, Heinrich Marx: I. Emilie, Frau des Ingenieurs Jakob Conrad' in Trier, Vorstadt St. Barbara. II. Sophie, Witwe des Anwaltes Robert Schmalhausen in Mast-