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Der Jüdische Arbeiter · 1927-11-09 · Heft 12 (9.11.1927) · page 3

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
4 (1927)
Issue
Heft 12 (9.11.1927)
Date
1927-11-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 12. Der jüdisches Arbeiter Seite 3 papst und zu Mussolini "gepilgert, um ihre Sympathie für den Zionismus an erwärmen,. Wissen die Führer der zionistischen Politik noch immer nicht, daß alle Zusagen und Versprechungen; der „Mächtigen der Welt" leere Phrasen sind, wenn keine realen Machtfaktoren vorhanden »sind, die sie zwingen, die Bestrebungen anzuerkennen':' Und genügt die jetzige schwierige Lage in .Palästina noch nicht, um die Führer zu überzeugen, daß das Schwergewicht auf die konstruktive Arbeit in Palästina, und auf die Werbetätigkeit innerhalb des jüdischen Volkes gelegt werden muß? Die Sympathiekundgebung des Papstes und des* blutbefleckten Mussolini sind kaum imstande, die jüdischen Hassen für den Zionismus 7-u gewinnen. Wenn Herr SokD* low für den Zionismus ersprießliche Arbeit leisten will, inöge er die Ambition, die Fehler Ilcrzls zu wiederholen, aufgegeben und seine Marschroute ändern! Nach Warschau, iVow-York und Jerusalem sollte er seine Schritte lenken. Verbandstag unserer Jugend. Am1 1. und 2. Oktober fand der Verbandstag unserer Jugendlichen statt. Das Niveau der Referate und der Debatte war ein befriedigendes. Alle waren sich darüber einig, daß die Bemühungen zur Vereinheitlichung der programmatischen Richtung und der Erweiterung der Organisation energisch fortgesetzt werden müssen. Von den meisten Rednern wurde hervorgehoben, daß die Tätigkeit auf dem Gebiete der jüdischen Kultur intensiviert werden müsse und daß es notwendig ist, einen geistigen Kontakt mit der jüdischen Arbeiterschaft aller Länder und insbesondere Palästinas herzustellen.! Der Verbandstag wurde begrüßt von der Sozialistischen Jugend-Internationale, von der österreichischen und tschechischen Jugendorganisation, von der jüdischen Arbeiterjugend Palästinas, Polens und Litauen, wie auch von den österreichischen Poale Zion und vom Verbandsbüro. Die Beschlüsse und ein ausführlicher Bericht sind in der Oktobernummer der „Jüd. Arbeiterjugend" enthalten. .Wir erachten es als selbstverständliche Pflicht jedes Genossen, die Monatsschrift unserer Jugendlichen zu abonnieren und zu lesen. Die Vereinigung der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina? ■ Unter rdem Eindrucke der Ereignisse auf dem XV. Zionistenkongresse und der arbeiterfeindlichen Orientierung, die immer mehr und mehr in der Zionistischen Bewegung Platz greift, stellte die Landesberatung des „Hapoel Hazair", die in den Tagen vom 21. bis 23. Oktober in Tel-Aviv tagte, die Notwendigkeit einer Vereinigung mit „Achduth Haawodah" (Poale Zion) fest und beschloß die Frage auf die Tagesordnung der Parteiorganisationen zu setzen. Es wurde auch eine Kommission gewählt, die die pro- Bas „Konsölidierungjs-Pxiogramm" des Herrn Sacher sucht also dort zu konsolidieren und zu kontrollieren, wo es am wenigsten notwendig ist: Beim Keren Kajemeth', dessen Einnahmen ständig1 wachsen und; dessen Tätigkeit segensreich' ist, die landwirtschaftliche Kolonisation die nach! Aussagen aller Sachverständigen mit Kiesenschritten vorwärtsschreitet und die sich allmählich! auch zur Rentabilität entwickelt, nicht aber etwa dem Jewishi Colonial Trust, nicht die Anglo Palestine Company, nicht „Hadassa". \ Der Kongreß gewährte unbegrenzte Macht, beinahe diktatorische Kraft an' Menschen, die kein Programm und keine Losung 'haben' und die ihre Macht einseitig gerade dort ausüben werden, wo noch ein Rest von Autonomie und schöpferischer Arbeit im Lande vorhanden ist. * Zum Thema: Arbeit und Arbeitslosenunterstützung1 sahreibt der „Dawar": Seit mehr als einem Jahre befindet sich die zionistische Arbeit zwischen dem Zwang einer Arbeitslosenunterstützung, einerseits (solange für das Heer der Chaiuzim keine Arbeit •beschafft werden kann) und »wischen der zersetzenden' Wirkung einer selchen Unterstützung. Es gibt heute im Zionismus keine dringendere Gesundungsfrage. Solange die Zionistische Bewegung' sich nicht durch die Schaffung von Arbeit von der Arbeitsisenunterstützung! zu befreien: vermag1, solange kann es keine Ruh© und! Ordnung geben und ' all diie schönen Worte über Konsolidierung unseres Budgets bleiben leere Worte uihd Fälschung. _ Der 15. Kongreß hat sich von der Lösung dieser Frage gedrückt. Die neue Leitung fand es nicht für nötig, zunächst einmal nach einer Lösung* dieses Problems zu suchen, weder in Basel, noch' bei den ersten; Sitzungen; in ....Landau, noch in den ersten Tagen ihrer Arbeit in Jerusalem. Die mechSanisohe Verringerung der Summe um ein grammatischen Grundlagen und die Möglichkeiten der Vereinigung festlegen und einer Landesberatung hierüber Bericht erstatten soll* Jubiläumswoche vom 10. bis 18, Dezember. Am 10. Dezember findet eine große Borocfrow- Feier, am 18. Dezember die Jubiläumsfeier statt. Der Kampf der Arbeiterschaft in Palästina gegen die Exekutive« Die neue zionistische E xeku ti.Vö irt Palästina beginnt ihre Tätigkeit. Nach1 genauer Uebcrprüfung der Listen derjenigen, die in Tel-Aviv Arbeitslosenunterstützung bekommen und nachdem es dem Tel-Aviver Arbeiterrat gelungen war, eine gewisse Zahl von Arbeitslosen nach' anderen Plätzen zu überführen, stellte sich heraus, daß die Minimalsumme, die der Tel-Aviver Arbeiterrat wöchentlich1 erhalten muß, um halbwegs die primitivsten Bedürfnisse der mehr als 3000 Tel-Aviver Arbeitslosen befriedigen zu können, 1000 Pfund pro- Woche beträgt. Dabei hat der Arbeiterrat ausdrücklich' als .Bedingung die Forderung aufgestellt, daß die Unterstützungsverteilung nur eine provisorische Aushilfe sei, die in kürzester Zukunft in1 Arbeit umgewandelt werden müsse. Die neue zionistische Exekutiv© beschloß a,be.r auf ihrer letzten Londoner Sitzung, lohne überhaupt die Lage am Platz in. Betracht zu ziehen undl ohne den Versuch, sie zu überprüfen, die Summe der wöchentlichen Arbeitslosenunterstützung für Tel-Aviv auf 700 Pfund festzusetzen. Alle Aufklärungen von seiten des Arbeiterrats und' der Exekutive der „Allgemeinen Arbeiterorganisation", daß dieser Beschluß unmöglich durchzuführen sei, weil man weniger als 25 Piaster in der Woche (1,25 Dollar) nicht verteilen, aber auch' nicht aufs Geradewohl ein Drittel der Arbeitslosen aus den Listen streichen könne, fruchteten' nichts. Herr Sacher, das neue Mitglied der zionistischen Exekutive, lehnte im Anfang sogar jede Verhandlirng mit. den Arbeitervertretern und die Anhörung ihrer Argumente ab. Als Antwort teilten die Vertreter des' Arbeiterrates am 14. Oktober mit, daß sie bei einer derartigen Stellungnahme esi ablehnen müssen, weiter die Unterstützung zu verteilen, die zionistische Exekutive möge das selber tun. HeiT Sacher, ohne diese Mitteilung zu beachten", überwies daraufhin seitens' der „Zionistischen Exekutive" dem Tel-Aviver Arbeiterrat 700 Pfund. Der Arbeiterrat könne damit tun, was er wolle. Am 15. Oktober morgen'» ließ man der Exekutive der „Allgemeinen Arbeiterorganisation" in Tel-Aviv mitteilen, daß die „Zionistische Exekutive" ersuche, Vertreter zu einer gemeinsamen Sitzung mit Dr. Weizmann und1 Herrn Sacher in diesen Tagen zu schicken. Die Sitzung fand in der Jerusalemer Wohnung des Herrn Sacher in Anwesenheit der Genossen Golomb ulnd1 Feinstem von1 seiten der Arbeiterschaft und Dr. Weizmann, Saoher, Van Vries- Drittel bedeutet in der gegenwärtigen Lage nur Gleichgültigkeit und Verachtung für die Massen der Arbeitslosen. Es kann keine Ordnung der Dinge vualdl keine Sanierung des Budgets geben, solange die Frage der Arbeitslosigkeit durch Unterstützungen gelöst wird. Eine Leitung und Regelung der Angelegenheiten im Lande wird ferner unmöglich sein durch Befehle von oben und! nachdrückliche Dekrete; sie kann nur aus gründlicher Kenntnis und gegenseitiger Verständigung mit den Menschen erfolgen, die ihr Leben für die Arbeit und den Jischuw hingeben. * Am 23. September fand in Nazaretlii eine Versammlung1 arabischer Arbeiter, die dort an einem Gebäude der Franziskaner-Kirche arbeiten, statt. An der Versammlung beteiligten1 sich Vertreter des Haifaer Arbeiterrates der „Allg. jüd. Arbeiterorganisation", die von den Arbeitern Nazareths eingeladen worden' waren'. Die Versammlung beschloß, einen Verein mit dem gleichen! Statut, das sich der arabische Arbeiterklub in Haifa, der mit dem jüdischen1 Arbeiterrat verbunden1 ist, gab, zu gründen. Es wurde ein Komitee gewählt und beschlossen, sich mit einem Memorandum an den' Kirchenvorstand zu wenden, organisierte Arbeiter unter menschlichen Bedingungen zu besoliäftigen. Die Versammlung beschloß, sich an die Hegieriung äu wenden, damit sie den Verein legalisiere. _ Diese Arbeiter veröffentlichten auch! in der arabischen Zeitschrift „Aliph Ba" einen Brief, in welchem sie über das unmenschliche Verhalten der Mönche, die die Arbeit leiten, und die ungeheure Exploitation der Arbeiter berichten. Die Zeitung fordert ihrerseits von den Mönchen, daß sie diese Dinge regetot; wenin nicht . . . würden die Arbeiter, in die Sehlingen des Kommunismus fallen. läncl und andere von seiten der „Zionistischen' Exekutive" statt. Genosse Golomb schilderte die ganze Entwicklung der Frage und erklärte kategorisch, daß die Arbeiterorganisation ein derartiges Vorgehea gegen sie, wie es Herr Sac-her anwenden wolle, nicht dulden werde. Dr. Weizmann' beklagte sich über den scharfen Ton der Arbeitervertreter; Herr Sacher erklärte, daß, wenn er im der früheren Exekutive gesessen wäre, würde er „den Frieden? mit der Arbeiter* schaft nicht um einen so teueren Preis erkauft haben" (gemeint war die Umwandlung der Arbeitslosenunterstützung in produktive Arbeit in Haifa,- Jerusalem undf Afuleh). Mehr als 700 Pfund könne die Exekutive für die Tel-Aviver Arbeitslosenunterstützung nicht aufbringen. Genosse Feinstein (antwortete Herrn Sacher darauf im scliarfem Tone, daß die frühere zionistische Exekutive die Arbeiten begonnen habe, weil das ihre zionistische Pflicht gewesen sei und daß sie damit, nicht „Frieden mit der Arbeiterschaft erkauft habe". Die Arbeiterschaft lasse sich überhaupt nicht mit Geld kaufen. Wenn die Arbeiterschaft beil der „Zionistischen Exekutive" nicht den Willen erblicke, die Unterstützung alsbald in Arbeit umzuwandeln, dann würde sie keine Minute mit der Auszaliluug der Unterstützung fortfahren. Sparpolitik auf Kosten hungernder Arbeiter werde die Arbeiterschaft nicht dulden. Genosse Golomb erklärte noch unter anderem, daß, wenn die Arbeitervertreter auf dem Kongreß gewußt hätten, daß der Beginln der Tätigkeit der neuen Exekutive so aussehen würde, Herr Sacher heute nicht auf diesem Platz sitzen würde 1 Bei solcher Verspottung seitens der „Zionistischen Exekutive" solle main sich nicht über den „Ton" wundem. Genosse Golomb warnte weiter vor den Folgen einer solchen blinden Starrköpfigkeit. Allein die Exekutive erklärte, nicht nachzugeben und nicht mehr als 700 Pfund .geben zu wollen. Am 16. Oktober früh versammelten sich wie gewöhnlich vor dem Büro des Tel Aviver Axbeiterrates die Arbeitslosen!; um ihre armseligen' Groschen zu empfangen. Die Vertreter des Arbeite rrats gaben Erklärungen über die Lage ab und1 wiesen die Arbeitslosen an, sich direkt an die zionistische1 Leitung zu wenden. Darauf bildete sich] in größter Ordnung ein Zug von 2000 Arbeitslosen, der in musterhafter Disziplin, die Vertreter des Arbeiterrates an der Spitze, nach1 dem Tel Aviver Büro der „Zionistischen Exekutive" 2?':>g. Von dort traten die Vertreter des Arbeiterrates in telephtonisohe Verbindung mit dem Jerusalemer Hauptbüro der „Zionistischen Exekutive". Zunächst erhielt man keine klare Antwort; dann wurde eine;Sitzung/"an der auch' Genosse Sprinzak teilnahm, einberufen; allein die Exekutive verharrte bei ihrem „Nein". Eine Delegation von 40 Arbeits'- losen war unterdessen- (nach Jerusalem gefahren, während die große Masse in Tel Aviv stundenlang) in größter Ordnung auf den Ausgang der Verhandlungen warbete. Genosse Fedn1steim stattete der. Menge Bericht über denl Gang der tetephonischen Verhandlungen ab. Er erklärte in seineil Bede,- daß die „Zionistische Exekutive" entweder ihre Stellung ändern oder zurücktreten müsse. Die Erregung unter den; Arbeitslosen stieg von Stunde zu Stunde, infolge der blinden Hartnäckigkeit der „Zionistischen Exekutive", die mit keiner Logik zu rechnen bereit war. Auch die Tel Aviver Arbeitslosendelegation, die nach Jerusalem geschickt war, stieß anfänglich1 auf ein) festes „Nein". Sie erklärte aber, daß sie das zionistische Büro Im „Dawar" vom 20. Oktober veröffentlicht die Leitung der landwirtschaftlichen Siedlung „Tel Josef" folgende Eichtigstellung der in der jüdischen Presse erschienenen Nac'hrichteu über Verhandinngen eines Mitgliedes der Siedlung Elkind' wegen: einer. Absiedlung in der Krim: 1. Seit mehr als drei Jahren gab es zwischen einer Minderheit von Mitgliedern, deren Führer Elkind ist, und, die den Glauben an den Aufbau des Landes verloren hatten«; und zwischen der ausschlaggebenden Mehrheit der Mitglieder, denen Zionismus und jüdisch© Absiedlung im Lande Lebensinhalt ist, einen scharfen Ideenkampf. Als Resultat dieses Kampfes 'erfolgte die Trennung des „Gdud Avodah" in zwei Teile. 2. Im vergangenen Jahre nach.1 dieser Trennung verlangten Elkind und seine Freunde, deren Anzahl in . Tel Jiosef G5 unter 240 Mitgliedern betrug, eine Teilung der Wirtschaft. Doch wurde diese Forderung seitens der Leitung der Arbeiterorganisatioü und! seitens der Zionistischen1 Kbionisationsabteilung abgelehnt. 3. Nachdem sie keine Hoffnung) auf Erfüllung! ihrer Wünsche hatten, verließ die Mehrzahl dieser Anhängtes: Elkinds, 40 an Zahl, die Wirtschaft. Es kann daher nicht von der jjKolionie" Tel Josef gesprochen werden, sondern von' einer kleinen Anzahl von Mitgliedern, dje ihre zionistische Hoffnung aufgegeben liaben. '; Wir, die große Mehrheit der Mitglieder der Wirtsohaft, setzen unsere Arbeit fort und wenden1 uns an die jüdischen und zionistischen Korrespondenten mit der Bitte um größere Vorsicht und Verantwortlichkeit in der Wiederglabe derartiger Nachrichten. Im Namen der Wirtschaft Tel Josef Z. las er. s o bin!, r

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