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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 52

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
31/32 (1929)
Issue
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 52 (sequence 52)
Language
German
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52 MITTEILUNGEN ZUR JÜDISCHEN VOLKSKUNDE sich noch an dem Aufstande gegen Mose und Ahron; aber sie waren arm geworden und der Arme gilt als tot, denn sein Wort hat keine Geltung (vgl. Babl. Nedarim 64 b). Da nahm Mose sein Weib und seine Kinder und ließ sie auf einem Esel reiten, ein Hinweis, daß auch der Messias auf einem Esel reitend der Menschheit erscheinen wird (Secharjah IX, 9). Wajelü baderekh. Mose hatte seinen Sohn Elieser noch nicht beschnitten, da er sogleich nach der Geburt seines zweiten Kindes seine Sendung nach Ägypten ausführen sollte und nicht mit einem leidenden Kinde eine solche Reise unternehmen wollte. Als aber seine Frau sah, daß ihn ein Engel dieser Sünde wegen töten wollte, da nahm sie einen Schieferstein und vollzog die Milah an ihrem Kinde. Der Midrasch sagt: Früher vollzog man die Beschneidung nur mit einem Schieferstein. Als David den Riesen Goliath erschlagen wollte, wählte er sich einen Stein, um ihn gegen des Riesen Kopf zu schleudern. Da habe sich der Philister eine Mütze aus Eisen über das Haupt gestürzt. Der Engel, der über die Steine gesetzt, habe dann dem Engel des Eisens versprochen, daß, wenn der Stein durch die eiserne Hülle des Riesen ginge, nicht mehr ein Stein, sondern stets nur das Messer zum Vollzuge der Beschneidung benützt werden solle. David erschlug den Riesen mit dem geschleuderten Stein, und seit dieser Zeit benützt man das Messer zur Milah. Lekh likrath. Mose erzählte seinem Bruder Ahron von dem göttlichen Auftrag, der ihm geworden. Auch die Ältesten hörten davon und sollten den Priester zum Könige begleiten. Aber sie hatten Angst, gingen nicht mit und durften daher bei der Gesetzgebung nicht den Sinai besteigen, sondern mußten wie das Volk unten am Berge das gewaltige Ereignis mit anhören und ansehen. So gingen Mose und Ahron allein zu Pharao, sagten ihm, daß der Gtt Abrahams, Isaks und Jakobs sie gesandt habe, um den König zur Befreiung Israels zu veranlassen. Der König fragte nach dem Namen ihres Gttes; als Mosie ihm den Namen nannte, da schlug er in seinem Buche, das ein Verzeichnis aller Gtter enthielt, nach und sagte: ich kann in meinem Verzeichnis den Namen eures Gttes nicht finden. Das ist ungefähr so, wie wenn der Diener eines Priesters seinen Herrn auf dem Friedhof sucht. So sprach auch Mose zum König: Du suchst unseren Gtt dort, wo nur Gtter verzeichnet stehen, die von Menschen dazu gemacht worden sind. Unser Gtt aber steht über allen Menschen, darum konnten ihn diese nicht zum Gtt machen. Unser Gtt setzt Könige ab und ein, er beherrscht die Natur und was sie erfüllt, ihm müssen Himmel und

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