Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 31/32 (1929)
- Issue
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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ZEENAH UREENAII 51 eurer Eltern hat mich zu euch geschickt; er wird euch aus dem Lande des Elends befreien. Pakod pakade'ti. Das ist dasselbe Wort, das Jakob und Josef einst gebrauchten, als sie an die Befreiung aus Ägypten dachten und baten, ihren Leichnam nicht in fremder Erde ruhen zu lassen. Nikrah alenu. Nicht „ist uns erschienen", sondern ,,er hat uns in die Wüste gerufen", um ihm dort zu dienen. Mah b'jadekha. Der Stab ward zur Schlange; sie führte einst dem ersten Weibe gegenüber üble Nachrede gegen Gtt; auch Mose war nahe daran, sich ebenso gegen Israel zu vergehen, als er das Volk verdächtigte, es würde an seine von Gtt ihm gewordene Sendung nicht glauben. Und die aussätzige Hand Moses sollte ihm ein Hinweis auf die Bestrafung für üble Nachrede (Leschon hara) sein. (Vgl. Babl. Ghulin 140 b.) Watta lekh'. Mose sprach zu Gtt: Herr der Welt, wie soll ich zu Pharao gehen und mit ihm reden, da ich doch schwerer Zunge bin? Einst saß ich als Kind auf des Königs Schoß; da nahm ich ihm im kindlichen Spiel die Krone vom Haupte und warf sie zur Erde. Die Weisen des Königs betrachteten dies als ein Zeichen, daß einst ein Fremder kommen und den König stürzen werde. Da ließ der König zwei Schüsseln bringen, in der einen war Gold, in der anderen glühende Kohlen. Aus dem, wonach ich greifen wTerde, wollte man erkennen, ob man von mir etwas zu befürchten habe. Schon wollte ich nach dem Golde langen, da führte eine unsichtbare Hand die meine in die andere Schüssel; ich griff nach der glühenden Kohle, brachte sie an meinen Mund und verbrannte mir die Lippe. Infolgedessen kann ich heute nur schwer reden, und wenn ich jetzt zu dem König komme, wird er sich dieses Ereignisses erinnern und mich erschlagen. Mag lieber Ahron, mein Bruder, gehen und für mich reden. Und Gtt sprach: „Mi ssam peh." Wer hat dich reden lassen, als du vor Pharao dich zu verteidigen hattest wegen des Mizri, den du erschlagen, und wer hat Pharao stumm gemacht, daß er nicht Befehl gab, dich zu erschlagen, und w^er hat die Aufseher blind gemacht, daß sie deine Flucht aus Ägypten nicht bemerkten? Lasse diejenigen zum König gehen und reden, die mein Volk durch die Wüste nach Palästina bringen werden! Da willigte Gtt ein und befahl Mose, seinem Bruder Ahron alles zu erzählen, auf daß er mit Pharao rede. Wajelekh Mosche. Er ging zu Jithro, seinem Schwiegervater, um sich von ihm zu verabschieden. In Ägypten lebten aber Dathan und Abiram, jene beiden Männer, die einst Mose verraten hatten. Sie waren in Wirklichkeit nicht gestorben, sogar zur Zeit Korachs beteiligten sie