Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 31/32 (1929)
- Issue
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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44 MITTEILUNGEN ZUR JÜDISCHEN VOLKSKUNDE Nüsse, Früchte, Wein, geröstete Getreidekörner, Wasser, Fleisch, mit Narden gewürzt. M a z z a: M. - K 1 ö ß e: Ei, Zucker, Zitrone, Mandeln, Zwiebel, Zimt. Gefüllte M.- Klöße: Äpfel, Nüsse, Mandeln, Rosinen, Zimt (Vanille) , Zitrone. Überschlagene M.: M., Apfelwein, Kartoffelmehl, Eigelb, Zucker, Salz, Schnee, Fett. M. - M u s oder -Brei: Milch, M.-Mehl, Zucker, Salz. M.-P u d d i n g: Ei, Zucker, Sultansrosinen, Mandeln, Kardamom, Zitrone, Weißwein, Salz, M.-Mehl. M.-Kugel: rohes Fett, etwas ausgebraten, Ei, Rosinen, Mandeln, Salz, abgeriebene Zitrone, Kardamom, Zucker, M.-Mehl. M. - S c h a 1 e t: Kartoffel-Schalet, nur statt der Brötchen M.-Mehl. M. - Lokschen mit glühendem Fett mit Schnapssoße zu Tisch. M.-Pfannkuchen, (G)Chrimsel, wie M.-Klöße, Muskatnuß und Ingwer. M.-M e h 1t o r t e: Eier, M.-Mehl, Zucker, Zitrone, Mandeln (süße und bittere). Sprichwörtlich: „die mazze ganwenen" (den Afikomen stehlen) — das heißt aus einer Sache Nutzen ziehen. „Auf mazzes un tachrichin (Totengewand) muß sein", „man loift wie nach M.-Wasser." Zum „chomezdigen Borchu" (Pessachausgang): Grütze (Rußland). Frische Grütze essen hieß: „sich choidisch essen." S e f i r a: An den Sabbaten zwischen Pessach und Schabuoth war es in Ungarn üblich, als Mehlspeise „Eiermazzeloch" zu essen. Dies sind runde, dünne Fladen, aus Ei, Mehl und Zucker bereitet und mit einem hohlen Schlüssel durchstochen, damit sie nicht aufgehen. Aus diesem Grunde wurden sie auch „Schlüsselmazzes" genannt. Wer gut „omert", bekommt am Schabuoth Cholisch (Koiletsch). Burgenland. Erew Schabuoth: Erdfladen, das ist Kolatschen, die im Backofen gebacken werden. Schabuoth: Kolatschen, Torten, Butterkuchen, milchig: Mehl, Butter, Zucker, Zitrone, Rosinen, Korinten, Mandeln, Zimt, Rosenwasser. In Litauen: Käse-Blintschki mit saurei Sahne, eine Art Flinsen. Noch ein anderes Motiv haben die „Ssures-Ladkes" (in Südrußland) oder „Zworech-Dalken" (in Mährer und Ungarn) bewahrt. „Ssures" von syr (slawisch Topfen), „Zworech" (tschechisch tvarot z= Topfen, Quark), aber aus beiden Worten hört man eine Erinnerung an unsere Stamm mutter Sara und an die wahrscheinlich mil chigen Kuchen heraus, die sie den Engeli vorgesetzt hat (I. B. Mos. 18, 6). Topfenbuch teln (geschlossen, während die Topfendalkei offen: Zucker, Rosinen, mit Milch über gössen). In der Speisekarte für Schabuoth spielei Milch und Honig, die, nach der Schrift, unte der Zunge der Thora liegen (vergl. auch Hohe Lied, 4, 11), eine wichtige Rolle. Käse gehört zum Mittagmahl. Käsekuchen aß man in de ersten Nacht des Festes, die man unter Ge beten und Lektüre heiliger Schriften durch wachte. Das Arrangement dieser Nacht lag in Mittelalter, wie noch heute bei den Spanioler in den Händen besonderer Vereinigunge: (Ghaburoth). Ein Sinaikuchen im alten Main: gleichfalls noch heute bei den Spaniolen, be stehend aus einer Leiter mit sieben Sprosser den sieben Himmeln entsprechend, aus dene sich Gott auf den Sinai herabließ. Die zwc Mahlzeiten und das „Zwillingsbrot" der Gha loth weisen auf die beiden Weizenbrote hir die (vergl. 3. Mose 23, 17) im Tempel zu J( rusalem an Schabuoth dargebracht wurdei nach manchen Erklärern auch darauf, da der Siwan im Sternbilde der Zwillinge steh Daß man an Schabuoth milchige Speisen iß wird damit begründet, daß 4. Mose 28, 2 die Anfangsbuchstaben des 5., 6. und 7. Woi tes das Wort „Chalab" (Milch) zusammei setzen. Käsekuchen: in Polen, Baden un sonst. An Jomtob überhaupt in Hambui P1 e b e, ein Kuchen aus Ei, Zucker und Mai dein, höher als Torte. Im alten Köln „Bürge: kuchen" (Honigkuchen). Schabuoth und sons „Marktorte" aus Knochenmark.