Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 31/32 (1929)
- Issue
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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AUS DEM JÜDISCHEN KOCHBUCH 43 Wischkrobek, gebacken aus dem Teig, den man nach dem Brotbacken aus dem Backtrog auskratzt. Gomelkes (von gomolka), kleine Käse. Lemeschke (lemieszka, polnisch) Mehlgraupensuppe. Haleschkes. Pompischkes. Schalosch ss'udoth (ss'uda sch'lischith), besonders im Winter: ein kleiner Barches und etwas Gemüse. Hier und da, vor allem bei den Ghassidim: Fische, Geflügel u. a. Im Mittelalter am Rhein: harte Eier mit Petersilie und Essig. Sprichwörtlich: „a proster sch'alessides", ,,er macht derfon a ganzen sch.ss". Chamischa assar bisch'bat: Den 15. Schebat feiern die Sephardim durch allerlei Früchte, auch Wein und Brot, sie betrachten ihn als „Gerichtstag über die Bäume", der eigentlich auf Schabuoth fällt. Bei Sassoon (in Bagdad) kommen über 30 Früchte auf den Tisch. Aus dem Ritual- Leitfaden „P'ri ez haclar" liest jeder der Gäste einen Abschnitt und genießt mit entsprechendem Segen eine Frucht. Von dieser Fruchtsorte essen dann die anderen usw. Zum Schlüsse wird der Kiddusch über Wein gemacht und das Mahl aufgetragen. Die persischen Juden suchen bei jeder Gelegenheit, so viel Segenssprüche als möglich zu häufen. So versammeln sich zum Beispiel am Vorabend des 15. Schebat viele bei einem wohlhabenden Wirte, der die größtmögliche Anzahl von Baum- und Erdfrüchten (gebratene Weizenkörner, Erbsen, Kürbissamen), Getränke und Speisen bietet. Über die Speisekarte an den Festen liest man in Ahrons ,,Lied vun die Kuggel": An Jontew muß mer gor gut essen, An Jeden, was sich dran gehört. An Mazzekneedlich, mit Roseinen Gefüllt, un druf an Zuckerbrüh, Muß Peessach uf den Tisch erscheinen, Un loohnen uns all unsere Müh; An guder Putterkuchen SchSvues, Der muß soo schmelzen uf die Zung; Was thu ich mit all' die neue Schmues, Mer braucht gor kaan Verbesserung! Die Gäns, die kriegen n gud'n Borchhabbe, Wenn Tischri mit d'Jomtoowim kummt, Un Kräppcher hot mer Hooschainorabbe, Un wenn mer's Geld dozu aach pumpt. Un Purim stellt uns gor zufrieden, An Puderhohn, soo dick un braat'. — Ich sog Euch, bleibt mir gude Jüdden, Es geht niks über d' Jüddischkat. Tripolis: Abend des 1. Nissan „B'ssissa"-Nacht. Bessissa: ein Blätterteig mit Öl oder Buter zubereitet. Im Monat Nissan ißt kein Jude in Fez schwarze Oliven. P e s s a c h: Gefüllter Indianhals, Pfefferfische und Klöße ißt man in Polen („er blost fin sach wi e hindek erew pessach"). In Oran am Abend des Erew Pessach (Lel-el-Ras) Schafskopf (zur Erinnerung an das Pessachopfer). In Tripolis: auf der Seclerschüssel grüne Bohnen und geröstete Leber. Getränke in Osteuropa: Schnaps, Rotwein, Apfelkwas. In Osteuropa B o r s c h t (polnische Suppe aus gesäuerten, roten Rüben) ohne Zutaten tägliche Nahrung der Armen, an Pessach aber aus Kohl, Fleisch, Knochen, Zwiebel, Rosinen, Salz, Zucker, Tomaten, mit Eidotter „farweißt", und gekochtes Geflügel. In Oberungarn ist Borscht (rote Rüben in Wasser oder Rahm gekocht) sehr beliebt, in Südungarn kennt man ihn nicht. In Rußland Knobel-Borscht. M e t aus Honig. R os i n e n w e i n. In Ungarn, besonders an Pessach, aber auch sonst „Krampampuli": gekochter Wein, vor der Gesellschaft bereitet (wohl Punsch?). Klimpchen (Zuckerzeug) : Deutschland. Als Gemüse: Spinat, gelbe Rüben, verschiedene Kohlarten, Sauerkraut, Meerrettich und Suppengrün. Gharosseth: In Derbend: Äpfel, Birnen, Nüsse mit Zimt und Gewürz, mit süßem Wein und Honig gemengt. Alle Tage Pessach als Mahlzeit. — In Zchinwal: Nüsse, Äpfel, Mandeln, Pistazien, Granatäpfel, Haselwurz, Rosinen, mit Mazzoth gemengt, gemahlen mit Zusatz von Wein und Honig. — Bei den Jemeniten: