Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 31/32 (1929)
- Issue
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DIE SYMBOLIK DES KÖRPERS 21 Stellung der Füße beim Gebet, die eine will die Füße parallel geschlossen, die andere im Winkel gespreizt haben0). Die Stellung beim Gebet soll daher einerseits die Demut des Bittenden, anderseits die Achtung, die er Gott schuldig ist, zum Ausdruck bringen. Sehr zutreffend ist daher, was Kizzur Sch'lo (S. 55a) sagt: „Wir richten unsere Füße gerade, als wären sie gefesselt; denn wenn auch die Hände verbunden sind, so kann man doch den Ort verlassen und erreichen, wonach man gelüstet, was aber ausgeschlossen ist, wenn die Füße gebunden sind. Man stehe wie ein Diener vor seinem Herrn in Angst, Ehrfurcht und Beben. Man soll jene verwarnen, die sich mit den Armen auf ihre Gebietständer stützen, denn da man wie ein Diener vor seinem Herrn stehen soll, das heißt in Angst und Ehrfurcht, so ist 16S auf jene Weise nicht Ehrfurcht, sondern Faulheit, denn manchmal stützen sie sich mit ihrem ganzen Körper auf die Ständer, so daß sie, nähme man diese Ständer unter ihnen fort, auf ihr Gesicht hinstürzen müßten; also kann solches überhaupt nicht als „amida" „Stehen vor Gott" betrachtet werden und besonders müssen die Vorbeter, die doch zwischen Gott und der Gemeinde stehen, durch ihre Haltung Ehrfurcht bekunden, nicht aber sich aufstützen/4 In diesem Sinne verzeichnet Or. ch. 94,8: „man nehme sich in acht, sich auf eine Säule oder einen Nebenmann während des Gebetes aufzustützen", und Atereth sekenim 95,3 bemerkt sehr richtig: „man stütze sich weder nach rückwärts auf rnoch lehne man sich nach den Seiten an, weil dies eine Art Hochmut bedeutet; auch spreize man nicht die Beine auseinander oder schlage sie übereinander, denn auch das ist Hochmut." Das Hüpfen bei der Keduscha Die Sitte, bei dem Aussprechen des Dreimalheilig in die Höhe zu hüpfen, verzeichnet Or. ch. 125, x\nm. bereits in beziig auf Tur und Schibole leket „und ebenso bewegen sie ihren Körper und heben ihn von der Erde empor". Magen david z. St. zieht als Quelle den Tanchuma heran und sagt, daß daher die Einrichtung stammt, zur Zeit, da der Vorbeter das Dreimalheilig spricht, auf den Füßen „aufwärts zu fliegen". Tancbuma bezieht sich auf Jes. 6,2 und die Gott heiligenden Seraphim. Da die Keduscha die Heiligung Gottes durch die Menschen nach der Art der Engel in den Himmelshöhen darstellt, so muß der Beter nach Art der Seraphim tun. Die Stelle Ez. 1.7 wird aber von Raschi deutlich dahin aus/gelegt, daß die Gestalten um den Thronwagen Gottes Beine ohne Gelenke, nicht beugefähige Gliedmaßen hatten, weshalb ein Aufwärtsheben des ganzen Körpers gegeben erscheint. Um also es den Engeln gleich zu tun, muß der Beter sich selbst hüpfend aufwärts heben. Manhig (§ 52) nennt bereits eine übertragene Bedeutung „Gott hat Israel geheißen, ihre Augen emporzuheben", so heben sie sich selbst empor, wenn sie „Heilig ..." sprechen. Abudr. (S. 64) spricht nur von dem Brauche, sich bei der Keduscha hin und her zu bewegen und findet den Anhaltspunkt dafür in der Stelle Jes. 6,4 „es bebten die Schwellen der Pfosten vor der Stimme, die sprach" und ferner bei