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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 18

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
31/32 (1929)
Issue
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 MITTEILUNGEN ZUR JÜDISCHEN VOLKSKUNDE lonien (b. Chulin, 105, vs., vgl. Jahn, Der böse Blick, Ges. der Wk^., Leipzig, VII, 1855, 79). Ferner wird der Schofar geblasen, wenn die Braut das Elternhaus verläßt (b. Ket., 17 a), ebenso beim Leichenbegängnis (ebd. Kohlbach in seinem Aufsatz über den Schofar in Z. d. V. f. Vk., 26, 127 f., hält den Brauch für unbekannt oder sehr selten!) und bei Entbindungen (vgl. Kohlbach und Scheftelowitz, ARW., 18, 1915, 486). Es ist wohl bekannt, daß die Dämonen in drei wichtigen Lagen des Lebens auf den Menschen lauern. Das Schofarblasen bezweckt, die Geister zu bannen. Dieselbe Bedeutung wird man auch dem Schofarblasen bei Schwur und Exkommunikation zugedacht haben (Z. d. V. f. Vk., 26, 127, vgl. noch Eleazar b. Azarja Tr. Kala, c, 1, b. Schieb. 3 b, a, b, Sanh. 7 a, Gaster Exempla, N. 275, Res. r. 113 B, b. AZ. 57, ez. 70 a., Pirke RE., 46). Wichtig ist ein Brauch, der sich bei byzantinischen Juden im 9. Jahrhundert nachweisen läßt. Wir haben eine Abschwörungsformel (vgl. Franz Cumont in Wiener Studien, XXIV, 1902, 462, Rev. de l'instr. publ. en Beige, 46, 1903, 9 ff, S, Kraus, Eine byzantinische Abschwörungsformel in Festschrift, D. Simonsen, Kopenhagen, 1923, 134—157, des. 146, ferner A. Levi, Zwei Bräuche byzantinischer Juden, ARW., 25, 1927, 199 f.), in der der Täufling diejenigen, welche am Neujahrsfeste an die Hörner gefärbte Stückchen Wolle oder Seide in verschiedenen Farben binden und dazu dann gewisse Zauberformeln sprechen, behufs Abwehr von Fieberschauer und jeder anderen Krankheit. Kraus übersetzt: Die Wachskerzen serische Purpurstoffe von verschiedenen Farben binden, indem sie gewisse Gesänge dazu hersagen und zur Aposope, wie sie wähnen, entsetzliche Dinge und allerlei Bannungen gebrauchen können. Die Sache hat weder mit Taschlich noch Sündenvergebung irgendetwas gemein, woran Kraus erinnert, noch wollten die byzantinischen Juden die Wirkung des Schofarblasens am Neujahrstage verstärken, wie Levi behauptet, sondern, wie der Zusammenhang mit § 4, wo von Ketzern und Christen die Rede ist, lehrt, wird hier die Exkommunikation der Täuflinge abgeschwächt. Anmerkungen: J) Am Grabea Rabs geschahen Wunder und man fand Heilung daselbst, s. b. Sanh. 47 B. Feuer am Grabe des Elischa ben Abuja, s. Midr. Mischle, cf. Jüd. Ltbl. (Rahmer) 21, 1892, 3. Ein Schüler des R. Simon ben Jochai vergaß, was er gelernt hatte, und betet auf den Gräbern, Eccl. r. 10B. R. Mana, der Sohn des R. Jona, weint am Grabe seines Vaters, weil er viele Kränkungen zu erdulden hatte, b.Taan. 23 B, vgl. auch Berliner, MGWJ..18, 181. Über das Besuchen der Gräber der verstorbenen Eltern vor der Hochzeit s. die ausführlichen Literaturangaben bei E. Samter, Geburt, Hochzeit, Tod, Leipzig 1910, p. 212, Familienfeste s. 97. Bei Juden ist derselbe Brauch bekannt. Auch unfruchtbare Weiber gehen zur Nachtzeit auf die Gräber hervorragender Personen, Ploß, Das Weib, 9, I, 785, vgl. ferner J. Bergmann, Die jüd. Legende, p. 113. — 2) Vgl. Zd. V. f. Vk„ 24, 6 f. Rohde, E, Psyche \ I. 291. — 3) Pardes, 49c. Orchoth Chajim, Berlin, 575, Kolbo, Schebet Jehuda, 41. Joreh Dea, 376,4. — Levysohns Mekore ha Minhagim 134. Geigers Jüd. Zeitsch., VI, 238, cf. Hiob, II, 13. 4) V. Frazer, Totemism and Exogamy,1910, 507. — 5) Hier ist noch auf die Samaritaner zu verweisen, die so weit gehen, daß sie eine Stelle, die von einer an einer Leiche verunreinigten Person oder von einer Frau nach einer Geburt betreten wird, als unrein betrachten, so daß sie nur durch Räuchern wieder gereinigt werden kann,

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