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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1927-01-01 · 1 (1927) · p. Seite 53

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
30 (1927)
Issue
1 (1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 53 (sequence 59)
Language
German
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V () M LIVJAT H A N auch im Islam und bei den Persern, die sie gewiß nicht dem Christentum entlehnten. Die synagcgale Poesie hat den StofT der Sage aufgegriffen und oft weitläufig bearbeitet. Salomo ibn Gabirol sagt in seinem Kether Malkuth mit Anspielung auf die Mahlzeit: „Bei Dir (Gott) ist der Lohn, den Du aufbewahrst den Frommen; Du sahst ihn, daß er gut sei und verbargst ihn." In dem in aramäischer Sprache verfaßten schönen Gedicht von Meir b. Isak b. Samuel (starb um 1096), das in unserer Liturgie aufgenommen wurde und am Wochenfeste vor Beginn der Thoralektion rezitiert wird, ist auch der Kampf mit dem Livjathan und die Mahlzeit besungen. Ebenso heißt es in einem Piut zum Hüttenfeste: Wer das Laubhüttenfest nach Vorschrift feiert, dem wird es erlaubt sein, sich im Zelte aus der Haut L'. aufzuhalten, den Livjathan an den Fischhaken zu binden und zu sehen, wie die mächtigen (Engel), den Stolz seiner Schilder. Im Mußaf-Gebet am Sabbat ist das tikkanta so konstruiert, daß die einzelnen Wörter nach dem umgekehrten Alphabet aufeinander folgen, und zwar deshalb, weil so jede Gruppe aus vier Buchstaben eine Andeutung auf die Erlösung geben. Die letzte Gruppe besteht aus 4 + 2 Buchstaben und bedeutet: Man wrird den Fisch bringen und die Frommen werden die Mahlzeit genießen. Juda halevi singt, der erste Mensch habe in Frieden mit dem Löwen, Livjathan und Meeradler gelebtls-. Im Perek schirah singen die tanninim, der Livjathan und die Fische. Der Livjathan sagt: Danket Gott, denn er ist gütig, denn ewig währt seine Gnade (Ps. 136, 1). In diesem Gebete zielt er darauf hin, daß er sich nicht vermehren kann und so der Bestand der Welt gesichert ist19). J) HenochfiO, 7—9, Kautzsch, Apokr. u. Pseudepigr. II 269, Versuche zur Erklärung des Dendain. 2) Baruehapokal 29, 3, Kautzsch a. 0. 3) Midi*. Alfabet. 115, Wertheimer. Jalk. Hi m\ Ende. 4) Tanh. Lubl Agaa. Ber. 75. Hi 41,12. s) Tanh. Vaethchanan 4 Lubl. Hier soll eigentlich ei klärt werden, daß Ebed olani nicht bedeute, der Livjathan werde ewig 1 eben. Beth haraidr. III 80, Moses schlachtet den Ziz. 6) Beth hamidr. III 7fi", VI 17. Ozar Midr. 89b, OObTarg Ps. 101,26, 7) Kautzsch, Apokryph. Test. Levi IS. 8) Targ. scheni a. a. 0. Ester r., 5a 5b Rom. Bacher, Pal. Am. III 553. 9)*„Ichaß von allem", Gen.27, 33, „auch von den Spe:sen des Jenseits". B. bathr. 17a Gen. r. «7, 2. Midr. Talp. 50b. 10) Beth. ham. III 34. Bei der Ankunft des Messias werden 72 Perlen in Jerusalem leuchten von einem Ende der Welt bis zum anderen. Das. I 56. 11) Bas. III 80. Otsar Miclr. 15« a. l2) Exi248 i. Meg. I 72b, 53 j. Sanh. 29c40. 13; Peß. 119b. u) Ha-olam ha-baen. bo lo akila w'lo sch'thiia. «) Mischnah Komm. Sanh, X. 10J HÜ. Teschub 8, 5. 1T) Midr. hane'lam 129. 18) Divan III 166 Brody.*19) Jabez zu Perek schirah. ALLERHAND ZAUBER (Aus hebr. Handschriften, einer in meinem Besitz und einer anderen im Wiener Jüdischen Museum) Von Dr. Max Grun vra 1 d Einen Dieb zu entdecken. Das Z a u b e r s i e b (bei Grimm, Deutsche Mythologie und hienaeh bei Musäiis' Volksmärchen). Eine Schere, von zwei Männern mit je einem Zeigefinger gehalten, stecke in ein Sieb, so daß es auf der Schere liegt. Dann sprich gewisse Verse und die Namen der Verdächtigten (oder lege sie, auf Zettel geschrieben, in das Sieb). Ist der Dieb darunter, so kehrt sich das Sieb um und fällt auf die Erde. — Beschreibe sieben kleine Pergamentstücke mit den Namen der Verdächtigten, lege sie in ein neues Gefäß und gieße siebenmal Wasser darüber, bis das Gefäß voll ist, und sprich siebenmal den Psalm: ,,Mismor FDavid haschamajim .. — „Nimm ein' Spindel",

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