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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1927-01-01 · 1 (1927) · p. Seite 54

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
30 (1927)
Issue
1 (1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 54 (sequence 60)
Language
German
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54 MITTEILUNGEN ZUR JÜDISCHEN VOLKSKUNDE mit der neun Tage gesponnen worden, „im5 dran ein Wirtel, daß er stark dran heft," mische in einem Psalter das 51. Kapitel auf, rezitiere es dreimal, lege die Spindel auf die Worte: „Ewiger, öffne meine Lippen .. ." und schließe den Psalter so, daß die Spindel nicht von diesen Worten sich verschiebt. Nun fassen zwei Personen mit ihren Mittelfingern unter den Wirtel, du sprich die Beschwörung: „Omnipotens, fortunatus sim, fortassis die quis mens für" und nenne den Verdächtigten. Ist er der Dieb, so dreht sich die Spindel den Fingern zu. — Von Salomo Molcho. Von R. Seh. (?) Chasan. — Fürstendes Glases. Lasse einen Knaben aus einem Flusse in ein neues Glas schöpfen und sage: ,,Ich beschwöre euch, Geister im Himmel, auf Erden und in den vier Winden, daß ihr in dieses Glas eingehet, sonst nirgendshin, und meinen Willen tuet/4 Mit dem Wasser gehe der Knabe an einen verschwiegenen Ort, wo ein Stuhl aus Welschnußbaum von bestimmter Größe stehen muß. Mit einem Messer mit schwarzem Griffe ziehe einen Kreis und stecke es in der Peripherie in die Erde. Der Knabe sieht rotes oder andersfarbiges Wasser. Nun beschwöre den „Fürsten". — Ein gestohlenes Pferd bringt der Dieb binnen 24 Stunden zurück, wenn du in die Tür, aus der der Dieb gegangen, oder in den Boden, auf dem er gestanden, einen von einem Hufschmied geschenkten Nagel schlägst und ihn mit Staub bedeckst. — In einem neuen Topf Wasser aus einem Flusse sieden lassen, mit zwei Messern hineinstechen und sagen: ,,Ich stech' nit in das Wasser, ich stech' in dein Fleisch im' in dein Blut und in dein Seel' (du, Dieb) im Namen Gottes." — Hänge einem weißen Hahn ein Pergamentblatt mit gewissen Namen um den Hals und er fliegt auf den Dieb. Wein herbeizuschaffen (wie in Auerbachs Keller). Schreibe an die Wand: ,,asba (ssaba?) Aschmedai", stich mit einem neuen Messer hinein und sprich: „Wenn ihr meinen Willen nicht tuet, durchbohre ich euch die Augen. Ich beschwöre euch im Namen des Gottes der Schlachtreihen Israels, im Namen Gabriels, des Fürsten der Nationen, Sandalfons, des Fürsten des Waldes und der Bäume, Michaels, des Fürsten der Gnade, in dem Namen, der aus dem Verse: jebarekeka hervorgeht und in dem großen Namen, vor dem sich alle Dämonen fürchten, mit dem Salomo den Aschmedai bändigte, daß ihr mir aus dieser Wand Wein hervorbringet. Sonst belege ich euch mit dem Bannfluch: Verflucht seist du, Sohn eines Bastards, verflucht du, Sohn einer Unreinen und einer Dirne mit deinem Herrn Aschmedai, verflucht im Namen Uriels, der dem Sohne Amrams Geheimes überlieferte. Koscherwein zaubert aus dieser Wand, bis ich ,genug' sage!" Gegen ein böses Weib. Gieße Olivenöl in ein neues Glas, sprich darüber den Psalm 51 und bete: „Nimm, Allbarmherziger, diesen Tod von mir und wende das Herz dieses Weibes mir zu, daß sie mich liebe und nicht mehr gegen mich angehe, nicht mehr mir widerspreche; denn du, barmherziger König, weißt, daß ich mancher Sachen und Gebote mich entsagt habe, daß ich zu jenen Männern gehöre, von denen unsere Weisen sagen, daß ihr Leben kein Leben sei. Hilf mir bald! Amen sela."

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