Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 30 (1927)
- Issue
- 1 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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VOM LIVJATHAN Von Adolf Löwinger s. A. II. Teil / Siehe Seite 21 dieses Heftes Bei der Schöpfung wird auch für die Bestimmung Livjathans gesorgt. Der Tag seiner Schöpfung wird allgemein auf den fünften angesetzt. Der Bericht der Bibel über die Schöpfung lautet: Gott schuf die großen Seetiere (tanninim). Es ist über alle Zweifel erhaben, daß damit der Livjathan gemeint ist. Fraglich ist nur, ob der Plural tanninim auf ein Livjathan-Paar hindeutet, oder ob damit gesagt sein soll, er sei ohne Ehehälfte zur Welt gekommen und die heilige Schritt läßt mit ihm zugleich sein Gegenstück, den Behemoth, geschaffen werden, der später aufs Land versetzt werden mußte. Die Mehrheit hat sich für die Schöpfung eines Männchens und eines Weibchens ausgesprochen. Man verstand es so, daß das Männchen der vom Propheten Jesaja erwähnte Livjathan nachasch bariach sei, das Weibchen der Livjathan nachasch akalathon (fliegende und gekrümmte Schlange). Da man aber zur Überzeugung kam, daß dieses Pärchen nicht nebeneinander leben könne und eines unbedingt gleich am Tage seiner Geburt dem Tode geweiht werden müsse, damit sie sich nicht vermehren und die Welt zugrunde richten, so kann wohl von zweierlei Livjathans die Rede sein, die aber kein Ehepaar sein dürfen. Denn so lehrt R. Juda im Namen Rabs: „Alles, was Gott auf seiner Welt schuf, hat er männlich und weiblich geschaffen. Auch den Livjathan nachasch bariach und den Livjathan nachasch akalathon hat er als Männchen und Weibchen geschaffen. Da aber ihre Vermehrung die Welt vernichtet hätte, so nahm er dem Männchen die Zeugungsfähigkeit, während er das Weibchen tötete und es in Salz legte für die Frommen im Jenseits. Und wenn es wahr ist, woran zu zweifeln übrigens kein Grund vorliegt, daß das Kleid, das Gott dem ersten Menschen aus Fell machte, das sich dann auf Esau vererbte und bei der Episode des väterlichen Segens von Jakob angelegt wurde, aus der Haut des Livjathan verfertigt worden war, so muß es die Haut des Weibchens gewesen sein, von dessen Geschick wir sonst nichts hören, dem aber sicherlich auch ein höherer Beruf zugeteilt wurde." Die Apokryphen stimmen darin überein, daß der Livjathan am fünften Tage geschaffen wurde, daß er ungepaart zur Welt kam und daß er zur Speise der Frommen aufbewahrt wird. Henoch sagt: „An jenem Tage (des Gerichts) werden zwTei Ungeheuer verteilt werden: ein weibliches, namens Leviathan, um in der Tiefe des Meeres über den Quellen der Wasser zu wohnen; das männliche aber heißt Behemoth, mit seiner Brust nimmt es eine unübersehbare Wüste namens Dendain ein, im Osten des Gartens, wo die Auserwählten und Gerechten wohnen1).'4 Und offenbaren wird sich — so heißt es in der Baruchapokalypse — der Behemoth aus seinem Land und der Livjathan wird emporsteigen aus dem Meere; die beiden gewaltigen