Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 30 (1927)
- Issue
- 1 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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SCHIBCHE HA-ZADDIKIM 47 Alter jüdischer Friedhof in Rabat-Sale (Nordafrika) Aus: J. Goulven Les Melloh de Rabat-Sale, Librairie Orientaliste Paul Geuthner Paris tete. Tannaitische Quellen stellen auch sonst diese drei Punkte zusammen. So zum Beispiel M. Erubin IV., L: Wenn einer von Heiden oder einem bösen Geist außerhalb des Sabbatgebietes verschleppt worden ist. Hier kann ,,Ruah raah" nicht die von Maimonides überlieferte Bedeutung haben. Obwohl wir nicht mehr bestimmen können, welcher Schicht, ob einer jüngeren oder älteren der tannaitischen Periode, diese Anschauung angehört, so können wir doch feststellen, daß sie gewiß aus dem ersten Jahrhundert stammt. Tosefta Aboda Zara I, 16 hat alle drei Gruppen, Heiden, Geister und Dämonen. Diese Stellen, die nicht vereinzelt sind, zeigen, daß der Dämonenglaube und die Furcht vor den Geistern die Zeitgenossen der Tannaiten beherrschte und in der Kodifizierung der Halacha Ausdruck fand. Es ist auch nicht unsere Absicht, auf diese Frage hier näher einzugehen. Hier soll nur die auffallende Tatsache hervorgehoben und besprochen werden, daß nach der Auffassung der Tannaiten nicht Licht, sondern gerade im Gegenteil Finsternis die Geister verscheucht. Diese Vorstellung widerspricht der allgemein verbreiteten Lehre, nach welcher gerade im Gegenteil das Licht die Dämonen vertreibt und die Dunkelheit eine Anziehungskraft auf die Geister ausübt48) (Bergmann, M. G. W. J.,71, 1927, S. 162 bis 165). Aus den angeführten Stellen scheint hervorzugehen, daß bei den Orientalen gerade die Dunkelheit vor Geistern schützt, und nicht, wie bei den Okzidentalen, das Licht. Ich finde diesen Unterschied noch