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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1927-01-01 · 1 (1927) · p. Seite 45

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
30 (1927)
Issue
1 (1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 45 (sequence 51)
Language
German
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SCHIBCHE HA-ZADDIKIM logen Pharaos wählen Männer aus, die in kurzer Frist sterben werden, und Pharao schickt sie als iVrbeiter zum Tempelbau Salomos (Eccl. r. 7, 41). Es ist fraglich, aber keineswegs entschieden, ob der Aslrolog, der im Hafen sitzt und den Reisenden, Krämern usw. Bescheid über Waren gibt, ein Jude gewesen ist oder nicht (Eccl. r. 1, 35). R. S amuel b. Nachman weiß von einem Astrologen, der einem Vater voraussagt, daß sein Sohn ein Räuberhauptmann werden wird (Deut, r. 4, 5). Aus diesen Stellen geht erstens hervor, daß man Astrologie, die Kenntnis dieser Wissenschaft, den Heiden zumutete. Daß auch Juden dieses Handwerk betrieben haben, ist nicht erwiesen. Zwar sagt Hadrian in seinem Briefe an Servian (Vopiscus Saturn. 8. cf. A. von Harnack, Medizinisches aus den ältesten Kirchenvätern* Leipzig 1892, S. 76. Anm. 1): nemo hic (in Alexandrien) archisynagogus Judaeorum, nemo Samarites, nemo christianorum presbyter, non mathemathicus, non haruspex, non alixites. Wir hören auch sonst von jüdischen Exorzisten (Harnack, ibid. S. 71, und Judentum und Judenchristentum in Justins Dialog mit Trypho, Lg. 1913, S. 71), aber von Astrologen hören wir nichts. Häufig werden Astrologen im Buche Pirke R. Eliezer erwähnt. G 34 sendet Joseph den Naftali in den Sternen zu forschen und nach Ägypten zu gehen, um den Kaufbrief der Doppelhöhle zu bringen. Der Ausdruck lichpos b'massaloth ist etwas dunkel. Soll wohl eine Anspielung auf Naftali's Schnellfahrt sein? G. 41 berichtet von einem König, der, von seinen astrologischen Kenntnissen veranlaßt, das Hochzeitsgemach seines Sohnes mit schwarzen und nicht wie gewöhnlich mit weißen Vorhängen schmückte, damit man nicht seine astrologische Gabe bezweifle. Schwarz ist ein Zeichen der Trauer, Weiß der Freude. G. 51 wird von Haman gesagt, daß er ein Astrolog gewesen sei und sich besonders auf die Kunst der Tagewählerei verstanden habe. Hier haben wir wieder Belege dafür, daß diese Geheimwissenschaft eher Nichtjuden zugemutet wird als Juden. Wenden wir uns nun der Mitte des dritten Jahrhunderts zu und befragen wir die Quellen über den Anteil der Juden an diesem schicksalschwersten und weitschichtigen Irrtum des Altertums, so hören wir, daß die Lehrer den Astrologen überhaupt nicht trauten. Wir erwähnten bereits die Vorfälle in Tiberias unter R. Jannai, R. Jochanan und R. Chanina (Tanch., Frankfurt a. O. 268 a, pal. Sabbat 6, 9, s. Beiträge II, S. 361, ferner Ablat und Samuel, b. Sabbat 157 B), die klar beweisen, daß die Sterndeutung das Geschick der Juden nicht beeinflussen kann. R. Joschua ben Levi sagt von der Herrin Josephs, daß sie durch Astrologie zur Begierde verleitet wurde (Gen. r. 85, 3). Hier wird Astrologie mit Unzucht in Verbindung gebracht. Es werden Stimmen laut, die eine alte Lehre von Abrahams Anteil an der Erfindung und Verbreitung dieser Kunst einfach leugnen (vgl. Artapan, bei Stearns fragments, S. 42, Cant. zutta. ed. Schechter S. 5, 2, 34, ed. Buber, S. 4, Num. r. 2, 10, Clem. Recogn. I, 32. Abraham war ein Prophet aber kein Astrologe, Gen. r. 44, 14). Samuel selbst, der auch diese Wissenschaft kannte, sagt, daß Gesetzeskunde mit Astrologie unver-

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