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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1927-01-01 · 1 (1927) · p. Seite 31

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
30 (1927)
Issue
1 (1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 31 (sequence 37)
Language
German
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Beiträge zur Religionsgeschichte und Volkskunde III1) von A. Marmorstein (London) Diese Reihe meiner Beiträge soll mit einer Beschreibung von Legendenmotiven und volkskundlichen Elementen beginnen, welche ich in Erzählungsbüchern und Erbauungsschriften gefunden habe, die in hebräischer und arabischer Sprache auf der Insel Djerba gelesen werden. Die letzten 15 bis 20 Jahre brachten eine ganze Anzahl von kleineren und größeren Schriften zum Vorschein, die auf der Insel erschienen sind. Diese sind den Bibliographen nur teilweise bekannt. Einige sind mir kürzlich zur Hand gekommen, und so beabsichtige ich, das religionsgeschichtliche und folkloristische Material derselben, soweit es für unser Forschungsgebiet von Interesse ist, zu besprechen. Ferner wollen wir in einigen kürzeren Artikeln zur Beleuchtung von midraschischen Stellen einige Nachrichten über die antike Mantik heranziehen, die einerseits dunkle und unaufgeklärte Mitteilungen der Agada aufhellen, anderseits aber auch die Kenntnisse der Agadisten von den Vorgängen in der großen Welt außerhalb des Lehrhauses beleuchten. Diese Vorstellungen sind: die Kraniomantie (sprechende Köpfe), Muttererde, Lekanomantie (Herabziehen des Mondes) und die Stellung der Astrologen in der Agada. Damit verbinden wir Nachrichten über Astrologie in den rabbinischen Schriften. XI. Schibche ha-Zaddikim Diese Sammlung ist in Djerba 5679 ( 1919) erschienen. Der Herausgeber ist David Eiclan, der Druckereibesitzer in Djerba. Das Heft (78 Seiten) enthält elf Erzählungen von Rabbinern und Wundermännern, die in Tunis gelebt und gewirkt haben. Sie sind hebräisch und arabisch. Am interessantesten ist wohl die erste Erzählung, die an Bernard Shaw's „Androcles and the Lion" erinnert. Wir betiteln die Erzählung: Die Löwenreiter. Die zweite Erzählung erinnert an die Vorstellung von der Tobiasnacht und erläutert auch die Idee von der Macht des Zaddik. Nr. 3: Seelenwanderung. Nr. 4: Luftfahrt des Arabers. Ni\ 5: Magie durch einen Kreis. Nr. 6: Lichtanzünden. Nr. 7: Verwandlungen in der Legende. Nr. 8: Der Fromme sieht die Zukunft voraus. Nr. 9: Das Studium des Zohars. Nr. 10: Die Frau des Frommen. Nr. 11: Der Fromme kennt das Verborgene und Geheime. Die erste Erzählung erinnert an eine ältere Legende, die auch unter den Juden in Tlemcen (Nordafrika) verbreitet ist. Arabische Erzählungen, die gleichfalls hier in Betracht kommen, liegen außerhalb unseres Gebietes. 1. Die Löwenreiter Unter den Exulanten aus Toledo im Jahre 1491 befand sich Efraim ben Israel Alnaqua, Verfasser einer Verteidigung des Moreh gegen die Angriffe des Nahmanides2). Sein Werk Schaar Kebod ha-Schern liegt gedruckt vor3). Efraim lebte in Marakesh, Hunein

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