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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1927-01-01 · 1 (1927) · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
30 (1927)
Issue
1 (1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 29 (sequence 35)
Language
German
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AUS HAUSAPOTHEKE UND HEXENKÜCHE 29 Kurzum dortn sind allerhand Länder u. einige tausend Inseln mitten im Meer von hundert Meilen oder auch nur etlichen Meilen groß. Dortn wohnen allerhand Völker von allerhand Religionen. Und dortn bringt man heraus bis heut allerhand köstliche Gewürze u. königliche Schätze. Dort sind etliche Länder, wenn sie ihre Feinde fangen, so braten und kochen und essen sie sie. Sie heissen Hundsköpf, aber sind wie andere Menschen. Ich wollte gern mehr schreiben, aber von wegen grosser Druckkosten muß ich es lassen bleiben. Aus der Handschrift 69 der Jüdisch-Theologischen Lehranstalt in Wien (aus dem Nachlaß Ad. Jellineks): f. 130. Diese Tafeln sandte der Weise R. Josef Deila Reyna an einen Fürsten, der von Feinden überfallen worden war. Er hängte sie an das Tor der Stadt u. ließ nach des Weisen Rat das Tor off en. Die Feinde konnten nicht hinein, sie wurden mit Blindheit geschlagen. 132. Folgendes prophezeite das Kind Nachman Katufa i. J. 4357 (1597)... 157. Gegen jede brennende Geschwulst koche Blätter vom Sakka- Dake und lege sie auf. Ja nicht einem Bösewicht mitzuteilen! Die Wissenschaft der Nuss (chokmath ha—eggoz) Die Gestalt (Struktur) der Chajjoth ähnelt der Nuss. Wie die Nuss 2 Schalen hat, so umgiebt der Baum des Feuers den Chaschmal, der 2 Arten Glanz aufweist, strahlenden Feuerglanz auf der einen u. Glanz wie Hagel auf der anderen Seite. Deshalb ist die eine Jahreshälfte kalt, die andere warm. Ein Blitz steht neben dem Hagel, der andere neben dem Feuer. Kein Engel darf ihnen nahen. Grüner Schimmer umgiebt sie. Es ist die grüne Schale der Nuss bitter. Deshalb finden sich in der Nuss keine Würmer, wreil der Kern an der bitteren Schale saugt, nachdem die Nuss vom Baume gefallen ist. Die Nussschale ist auf der einen Seite männlich, auf der anderen weiblich. 3 Schalen hat die Nuss, eine bittere u. 2 innere, die zusammengewachsen sind. ,,Nicht im Sturmwinde war Gott", so heisst es in der Geschichte Elijas. Der Sturmwind ist die äussere Schale. Dem Erdbeben entspricht die 2., dem Feuer die dritte. Die Vision des Propheten zeichnet den Menschen, der sich stolz überhebt. Er gleicht dem Löwen unter den wilden, dem Stier unter den Haustieren, dem Adler unter den Vögeln. Den 4 Antlitzen u. 2 Köpfen entspricht die Nuss mit ihren 2 Flügeln, 2 Nieren u. geraden Füssen, den 9 Farben der Chajjoth die 9 Blätter an jedem Zweige der Nuss. Die 2 Hälften der äusseren Schale entsprechen dem Ghoschkath majjim u. Mischrath majjim, zwischen denen der Thron (Kisse) der Herrlichkeit Gottes (ha-kabod) steht. Der dunkle Rand der männlichen Schalenhälfte entspricht den Tefilin am Kopfe des Kabod. Wie unter dem Kisse ha-kabod ein Raum für die Seelen der Gerechten leer gelassen ist, so um den Kern der Nuss. Wer die Wissenschaft der Nuss versteht, versteht den tiefen Sinn der Merkaba (göttlicher Thronwagen). Deshalb heisst es im Hohenliede: „In den Nussgarten bin ich hineingestiegen", d. i. in das Geheimnis der Merkaba eingedrungen. (Vgl. Jahrbuch für judische Volkskunde I.)

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