Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 30 (1927)
- Issue
- 1 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Jonah ruht im Angesicht des Walfisches Aus einem arabischen Manuskript der Universitätsbibliothek Edinburgh (geschrieben 1306) „The Legacy of Israel", Clarendon Press — Oxford Aus dem wissenschaftlichen Nachlasse des am 13. Oktober 1926 verstorbenen ausgezeichneten Gelehrten wurde uns eine Abhandlung „Livjathan" zur Verfügung gestellt, aus der wir hier die wesentlichsten Teile, die schon wegen der Fülle des darin enthaltenen Sagen- und Legendenmaterials sicher großem Interesse unserer Leser begegnen werden, veröffentlichen. Die Redaktion m das Etymon des Wortes „Livjathan" haben sich Grammatiker, Exegeten und Philologen bisher vergebens bemüht; sie sind über den Versuch nicht hinausgekommen. Seine Parallele, die babylonische Tiämat, weist wenigstens manche Ähnlichkeit mit t'hom (Meer) auf, während der Livjathan — Gunkel schreibt Leviathan; Jeremias: Liviathan — in der alten Literatur nicht seinesgleichen aufzuweisen hat. Abraham ibn Ezra und David Kimchi beziehen den Namen auf jeden großen Fisch, der im Meere haust. Ein solcher wird auch tannin genannt. Maimuni leitet das Wort von lavah (verbinden) ab, weil in diesem Ungeheuer drei Eigenschaften verbunden sind: es geht, schwimmt und fliegt1). Auch die Gestalt des mythischen Tieres war in biblischer Zeit noch nicht ausgebildet. Bei Hiob (40—41) ist es ein Seetier. Und wenn Vers 25 sagt: „es hat auf der Erde keine Herrschaft", nur im Wasser, wie A. ibn Ezra erklärt, so haben wir einen Beweis, daß es sich um ein Wassertier handelt. Aber Jesaja (27), kennt schon zweierlei Livjathans: eine fliegende (bariach) und eine