Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 29 (1926)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 594 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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594 MENORAH Bis die Maschke4) hot sich areingemischt •/. Zulieb die Maschke is der Schiddach geschlossen. Der Täte is geworen der Mamens Chossen5), Der Schiddach is geschlossen, Maseltow6), Das Kind soll leben un sein a Row7)! Ich gedenk bei mir auf'n Briss8) Is die Maschke nit arob vun Tisch, Men hot mir entwehnt, hot men gekocht Mannekaschke9) Brider, lomir trinken Maschke. As dein Weib verdreht den Nos, Trink nor Maschke ein große Glos, As dein Weib wet dir Kloles10) geben, Zulieb die Maschke wet es Broches11) weren. Lechaim12) Brider, liebe Brider, Iber a Johr sollen mir söche13) sein zu trinken wieder. x) Heiratsvermittler. 2) Großvater. 8) Partie. *) Getränke, hier: Branntwein. B) Bräutigam. 6) Glück auf! 7) Rabbiner. 8) Aufnahme in den Bund Abrahams. 9) Kaschka, polnisch feine Grütze. ">) Flüche. ") Segensprüche.l2) Zum Leben! 18) Gewürdigt werden. 8. Wenn bliht die Rose?1) Wenn der Regen geht mit ihr. Wenn nit der Regen, Verliert sie ihr Kolier. Asoi, mein lieb Leben, Bin ich geworden durch dir, Durch dir, mein lieb Leben, Verlier ich mein Kolier. Die Zores vunm Harzen Is nit auszuderzeilen. Es is nit do kein Doktor, Wer es kann heilen. Die Zores vunm Harzen, Sei senen verdeckt, Wenn wollt gewellt beschreiben, Wollt kein Papier nit gekleckt. *) Äinlich Ginsburg-Marek 175, 238; Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde 48, S. n. 91)- Was bistu broiges2), Ich weiß doch nit farwos? A ganzen Tog gestu Arobgelosen die Nos. Willstu mir nit gloiben, As ich hob dir lieb, Lomir3) beide fohren Zum guten frummen Jid, Zu dem guten Jiden Un zu dem guten Rebben, Efscher wet er mispallel sein Far uns auf ein gut Leben. ^Ähnlich Ginsburg-Marek 230. 2)Böse. 3) Laß uns. 10. As ihr willt von Rier1) Leit hören, Will ich euch doch bald erklären, Riga fihrt sich greilich ssrorisch2), Zu seiere Kopp is alle Zores •/• Riga hot sich gut bedacht, Sitzen in Teehaus bis halbe Nacht, Versporen sich zu waschen un zu benschen3), Gehen arum hungrige Menschen •/• Oi weh as och is sei Wos far ein Essen es is bei die Tee! Tun sich zwei zusammen reden Lo mir sich beide zusammen legen. A Pehm deine a Pehm meine Lomir gehn trinken Tee in Tschaine Oi weh as och is sei Wos far a Schutfes4) es is bei die Tee! Wenn es kummt Freitig zu Nacht, Schabbes is doch gor nit gemacht, Afille kein Challe5) auf kein Moize6) Sei gehn in Teehaus un sein mit Tee joize Oi weh, as och is sei, Wos far a Schabbes es is bei die Tee! x) Rigaer. 8) Fürstlich. 8) Tischgebet verrichten. 4) Gemeinschaft. B) Hebe. 6) Brot, über das der Segen zu sprechen. AUS POLEN Mitgeteilt von Regina Rosenthal, Dukla. 1. In Irisiulaim1) in inser Hous Draj Maluchim2) gajen aran yn arous. In dem Hous stejt ein goldener Tisch, Yn auf dem Tisch liegt ein goldener Fisch, Der Fisch haißt Levijussn3) Jainkel soll bald weren a Chussyn4). In gebenscht sollen wir alle weren Mit alle gite Bruches5), ich, mein Mann usw.