Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 29 (1926)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 587 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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AUS DEM EHEMALIGEN KURHESSEN 587 Bären und Levitenkanne auf dem Grabsteine Issachar Berraanns (1661—1736) in Halberstadt büchern abgedruckt. Es war den Herausgebern wohl zu genußsüchtig; die vielleicht slawische Melodie ist aber weithin gekannt; so hörte mein seliger Vater das haudu in Hallel nach diesem Nigun au Ghanukka singen. ESS-SITTEN. Die sogenannten Sochor-Erbsen sind nicht so weit verbreitet, wie in Norddeutschland. Nach dem Briss wird Kaffee gereicht Dann folgt das Nationalgericht: Brot in Schnaps getaucht und mit Zucker bestreut. Bei der Seudo sind „kanonisch": Schalet mit brennendem Schnaps, also eine Art Plumpudding, grüne und weiße Bohnen mit Fleischkugel. Bei Hochzeiten war früher Sauerkohl vorgeschrieben, zum Beispiel in Rhina, Kr. Hünfeld. Am Rauschhaschonohabend gibt es Süßäpfelgemüse, das ist Süßäpfel, mit Zwiebeln und Rosinen gekocht. Am Sabbat Chanukkah werden die ersten eingemachten grünen Bohnen genossen. Am Sabbat b'schalach: Weizen in der Suppe (das Meer hat sich gespalten, ebenso spaltet sich der Weizen). Am Purim wird zum Zweitfrühstück ausgekochte Wurst und Rauchfleisch gegessen; dies gilt als Homonessen. Die in Norddeutschland „hochheiligen" Kreppchen kennt man dagegen nicht. Der schon erwähnte Rabbi aß Rauchfleisch am zweiten Tag Pessach, ebenfalls als Erinnerung an Haman, der an diesem Tage gehenkt worden sei. Die Armen bekommen ihren Homon am Taanith Ester ins Haus gebracht. Am Purim selbst bringen die Armen bunte Zuckerkringel auf einem Teller ins Haus und erhalten dafür Geldgeschenke. *) Vgl. Mitt. z. jüd. Volkskde. I, 91. [Dr.Grunvrald.] ») Dass. IY, 146, V, 7. [Dr. Gnmwald. 3) Leichnam. *) Sarg. *) Leichenwaschung. 6) Um Verzeihung bitten. 7) Heilige Brüderschaft. 8) Gebet der Leidtragenden. 9) Beerdigung. 10) Leidtragende. ll) Hohe Feiertage.