Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 29 (1926)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 586 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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586 MENORAH Emblem auf einem eisernen Ofen in der von Issachar Bermann (Halevi) in Halberstadt gestifteten Klaus (Bär, Levitenkanne und Schüssel) Schnaps, einen Zentner Korn usw. Es war dieses Schnödem die bedeutendste Jahreseinnahme des Ghasan. Auch der Scherz fand hiebei gelegentlich Eingang, wenn junge Leute eine Metze Schlehen (Hagebutten) schnoderten, die der Ghassan sich aber selbst pflücken müsse. Besagte Metzen Schlehen wird dort auch als Parnosimgehalt bezeichnet. Der Jahreskaddisch — Melodienfolge von Ghanukkah bis Simchas tauro für ausseh scholaum, darin auch der Nigun für Tischo beaw wird am Scheminiazeres zu Mincho und am Simchas thauro vor dem Ausheben gesungen. Am Hauschano rabbo findet nach dem Morgengottesdienst die Versteigerung folgender Dinge in der Synagoge statt: 1. K'hals Lulow und Esrog, 2. Choson tauro und Ch. Ber., 3. Kiddusch-Wein, 4. Ghippus Hasefer. Früher auch 5. Synagogenplätze. 6. Ner-tomid-ÖI. Auf Anordnungen des oben erwähnten Rabbi Mordechai Wetzlar sind folgende Einrichtungen zurückzuführen: Schir hajichud wird nur Kol nidre gesagt, da sich der Rabbi dem Wunsche der Gemeindemitglieder, die nur das eine Stück am Sabbat sagen wollten, nicht anders fügen wollte. Das Schiras hamalochim wird mit besonderer Andacht vorgetragen. In der Keduschah wird an den Jomim nauroim das Wort „ajeh" besonders lang gezogen. Ferner werden alle Stücke des Machsor an den Jomim nauroim, die für die Gemeinde bestimmt sind, von einem kundigen Gemeindemitglied ohne Nigun vom Alemor aus vorgelesen. HÄUSLICHE BRÄUCHE. Die Semiraus von Freitagabend werden vielfach gesungen; die zugrunde liegenden Melodien sind meist dem reichen mitteldeutschen Volksliederschatz, oft unter recht glücklicher Anpassung an den Sinn, entnommen. Bevorzugt werden die Refrainlieder wie jaum seh oder zur mischelau. Ichlu maschmanim für Sabbat chanukkah ist zu selten in den süddeutschen Gebet-