Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 17 (1914)
- Issue
- 4 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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— 125 — kehrten auch mit ihm; er fand im fremden Lande sein Weib wie er und ward wie er im heiligen Lande begraben.59) Die Erstgeburt Rubens ward ihm verliehen. Die königliche Weihe Jehudas betätigte sich an ihm; um ihn waltete Levis prophetischer Geist, und die Weisheit Issachars beseelte auch ihn.60) Er war ein Knabe bei den Söhnen Bilhas und Silpas. Diese wurden, weil sie die Söhne der Mägde waren, von den anderen Brüdern weniger geachtet; allein Joseph verkehrte hochherzigen Sinnes dennoch mit ihnen.61) „Ein Knabe". Joseph schmückte sich nach Art der Knaben.62) Joseph trug üble Nachreden von ihnen ihrem Vater zu. Der Ausdruck wajjabo „er kam" deutet auf eine im Bewusstsein der Wahrheit übermittelte Mitteilung hin, während „er zog hinaus", das bei den Kundschaftern angewendet wird, auf eine lügnerische Rede schliessen lässt. Joseph berichtete von seinen Brüdern, dass sie ein aus der Mutter Leib geschnittenes Kalb verzehrt hätten, ohne es nach ritueller Vorschrift geschlachtet zu haben; er war jedoch in einem Irrtum befangen, da das Gesetz in diesem Falle das Schlachten nicht erheischt; ferner, dass sie von den Söhnen Bilhas und Silpas mit Geringschätzung gesprochen, während sie diese nur der Wahrheit gemäss als Söhne der Mägde bezeichnet hatten und auch dass sie mit Weibern unerlaubten Umgang gepflogen, während sie mit ihnen nur Handel getrieben. Wegen dieser Reden musste Joseph entsprechende Strafen erdulden: durch das Böcklein, das seine Brüder schlachteten, um seinen Verkauf zu verheimlichen, ferner, indem er als Sklave verkauft wurde und durch die Frau des Potiphar in Versuchung geriet.63) 37 » Israel liebte Joseph mehr als alle seine Brüder, nicht weil er gegen seine Brüder zeugte und scheinbar sich über diese stellen wollte, sondern „weil er ein Sohn seines Alters war" und nach seinem Sinne in die Gotteslehre sich vertiefte. Er machte ihm einen bunten Rock. Dieser Umstand lehrt uns, dass man keines seiner Kinder in irgendeiner Weise bevorzugen darf, denn dieser bunte Rock bahnte das spätere Schicksal Josephs und seiner Brüder an. Das ist in dem Worte passim angedeutet, das die Anfangsbuchstaben zu Potiphar — Josephs Schicksal bei Potiphar! — sowie Socherim Jischmeelim Midjanim (arabische Kaufleute) bildet, durch deren Vermittlung er nach Mizraim gebracht wurde.64) 37 4 Die Brüder sahen, dass ihn ihr Vater mehr liebte als sie und sie hassten ihn. Nicht weil sein Vater ihn liebte, sondern weil sie glaubten, dass Jakob Josephs Nachreden über sie Gehör gegeben und sie deshalb weniger schätze. — Und sie konnten nicht freundlich mit ihm reden. Heucheln war ihnen fremd, deshalb war das letztere eine Folge des ersteren.65) 37 s Joseph träumte einen Traum und erzählte ihn seinen Brüdern. Er teilte ihn seinen Brüdern mit, damit sie ihn nicht länger 0 Bech. z. St. 0 Bech. z. St. ) Raschi z. St. 0 Raschi z. St. 0 Raschi z. St. l) Raschi z. St. 0 Raschi z. St.