Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 17 (1914)
- Issue
- 4 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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— 122 — werden sie gewiss besiegen; willigen sie ein, dann werden wir sie am dritten Tage mit Lichtigkeit überwältigen können.39) 3416 Wir wollen unsere Tochter euch nach unserem Belieben geben und nach unserem Gefallen uns eure Töchter nehmen. Schechem und Chamor jedoch, als sie diese Forderung ihren Landsleuten übermittelten, drehten den Wortlaut derselben zu ihren Gunsten, um diese um so leichter zur Annahme zu bestimmen.39) 3424 Und es wurde beschnitten alles Männliche, alle, die aus den Toren der Stadt gingen. Der Ausdruck „Jozee" lehrt, dass sie mit Gewalt zur Beschneidung gezwungen wurden, indem man die Flüchtenden, die aus den Toren zu entkommen trachteten, zurückhielt. Bei Saras Begräbnis jedoch wird der Ausdruck „die in die Stadt kommenden" gebraucht, da sie also bereitwillig und gerne kamen, um der edlen Sara die letzten Ehren zu erweisen. „Und es war am dritten Tage, als sie schwach waren." Die beiden Söhne Jakobs hatten vernommen, dass die Leute nur, um Jakobs Hab und Gut zu besitzen und später sein Haus zu bekriegen, auf die Forderung der Beschneidung eingegangen waren, und sie erschlugen, sich auf die himmlischen Verdienste ihres Vaters stützend, am dritten Tage alles Männliche. — Es ist in der Natur begründet und von der Erfahrung bestätigt, dass der dritte Tag, an dem der Verwundete an seiner Wunde leidet, der dritte Tag nach der Geburt für die Gebärende der schwächendste und gefährlichste ist. Der dritte Tag der Woche wird von dem Verderben bringenden Sternbilde des Mars beherrscht, und über ihm schwebt und brütet Samael, der Engel der Vernichtung. Da der Geburtstag des Menschengeschlechts der Freitag ist, so wird der dritte Tag bei Gelegenheit des Segensspruches der Unterscheidung zwischen Sabbath und Werktag (Habdala) durch Darreichung stärkender Gewürze eingeleitet.^) „Und sie töteten alles Männliche." Die Einwohner der Stadt fröhnten der Unzucht und Sittenlosigkeit, und dies berechtigte die Söhne Jakobs, sie zu töten.41) , 35i Auf, gehe nach Beth-El. Aus dieser energischen Aufforderung Hess sich schliessen, dass die Verzögerung seines Gelübdes, Gott ein Dankopfer darzubringen, es verschuldete, dass ihm das betrübende Ereignis mit Dina zugestossen.42) 35l> Schaffet die fremden Götter weg, die Ihr aus Schechem mitgenommen, damit man nicht glaube, dass ich den Götzen opfere.43) Er vergrub sie unter einer Eiche. Jakob würde sie ins Meer versenkt haben, wenn die zu grosse Entfernung desselben die Beseitigung der Götzen nicht zu sehr verzögert hätte.44) Und es war ein Schrecken Gottes auf den Städten, welche umher lagen, und die sich fürchteten, dass sie von den Söhnen Jakobs angegriffen werden könnten. — Die Städte, auch so wird es erklärt, erkannten die Tötung der Bewohner Schechems als eine gerechte Strafe ihres Gottes, weil sie ihn verleugnet und sich zum Judentum 39) Raschi z. St. 40) Raschi z. St. 41) Bech. z. St. ") Bech. z. St. 43) Raschi z. St. tt) Bech. z. St.