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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1914-01-01 · 4 (1914) · p. Seite 121

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
17 (1914)
Issue
4 (1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 121 (sequence 25)
Language
German
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— 121 — Zeena ureena. Ins Hochdeutsche übertragen von Sal. Goldschmidt, Hamburg. Mit Quellennachweisen versehen von Dr. A. M a r m o r s t e i n. (Fortsetzung.) 3318 Jakob kam wohlbehalten in der Stadt Schechem an. Er kam an vollkommen an Gottesfurcht, denn er hatte im Hause Labans nichts von der Gotteslehre vergessen; gesund an Körper, denn die Verrenkung, die ihm der Engel verursacht, war geheilt, und auch unbeschädigt an Eigentum, an Reichtum, dem die Geschenke an Esau keinen Abbruch getan.33) 34i Und es ging Dina, die Tochter Leas; auch die Mutter wie die Tochter hielt sich mit Vorliebe ausser dem Hause auf, wie es heisst: Und Lea ging ihm entgegen.39) Die Schrift lehrt uns mit dieser Begebenheit, dass das Weib die Stütze, der Segen des Hauses ist, wenn sie züchtigen Sinnes im Hause ihr Glück findet; nichts Sündiges keimt und sprosst in der Familie, in der das Weib ihre wohltätige und stille Herrschaft übt. So sagt der Psalmist: „Dein Weib wie ein fruchttragender Weinstock an den Wänden deines Hauses, deine Kinder wie des Oelbaumes Sprösslinge," Wie die Rebe sich an das Haus anrankt und an ihm emporwindet, so auch das Weib, das vom Hause seinen Lebensodem schöpft; doch wie die Traube von der Rebe nach auswärts strebend wächst, so auch die Söhne der Mutter, die in der Welt im wilden Getriebe des Lebens ihren Beruf suchen. Wie des Oelbaumes Sprösslinge im Beginn des Wachsturnes bitter sind, doch in vollendeter Reife das süsse Oel erzeugen, so bringt auch das Gedeihen der Kinder, deren Erziehung mühselig, am Ende Freude und verschönt das Leben.35) 34e Und es ging Chamor, der Vater Schechems, um mit Jakob zu reden. Der Midrasch erzählt: Chamor sprach zu Jakob: Dein Grossvater Abraham war ein Fürst wie ich, so gieb deine Tochter, die einem Fürsten entstammt, dem Sohne eines Fürsten. „Abraham", antwortete Jakob, „nannte sich Rind, weil einer seiner herrlichsten Vorzüge, die Gastfreundschaft, in den Worten: zu dem Rind lief Abraham, um seine Gäste zu bewirten, dargestellt ist. Dein Name ist Esel. In der heiligen Schrift jedoch wird befohlen: „Du sollst nicht pflügen mit einem Ochsen und Esel zusammen." Nie können sich also unsere Familien verbinden.36) 33 7 Und die Söhne Jakobs kamen vom Felde, das Gerücht, dass der Tochter des edlen, weithin geachteten Jakob solche Schmach geschehen, veranlasste sie, vom Felde nach Hause zurückzukehren. 34i3 Und die Söhne Jakobs antworteten dem Schechem. Sie stellten sich vor ihren Vater, um ihm in dieser beschämenden Angelegenheit jede Unterhandlung zu ersparen.38) Mit List — mit Klugheit. Wir werden ihnen, sagten sie sich, nach dieser Forderung beikommen können. Weigern sie sich, befehden wir sie offen und 33) Raschi z. St. 34) Raschi z. St. 35) Bech. z. St. 3ß) Bch. z. St. 37) Bech. z. St. 38) Bech. z. St.

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