Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 17 (1914)
- Issue
- 3 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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— 96 — Bücherschau. G. Grossmann, Minchath Jehuda, Paks 1914, Selbstverlag (Ipolysag). In einem stattlichen Band von 412 Qrossaktavseiten werden hier zu den Wochenabschnitten des ganzen Jahres geistvolle, auf gründlicher Einfühlung in die agadische und homiletische Literatur sich aufbauende Auslegungen und Exporten geboten. Das Buch zeichnet sich vor anderen dieser Art, von der vornehmen Ausstattung abgesehen, noch durch einen ausführlichen Index mit Sachregister aus, so dass die Benutzung wesentlich erleichtert wird. Es kann bestens empfohlen werden. H. Kübert, Zauberwahn. Die Greuel der Inquisition und Hexenprozesse. München 1913, Buchhandlung Nationalverein, M. 1,50. Es bedarf starker Nerven, um diese Bilder des Greuels und Entsetzens an sich vorüberziehen zu lassen, Dass solche Exzesse den alten Hebräer sowie dem Judentum fremd waren und sind, wird gebührend hervorgehoben. Das Buch bekennt offen eine Tendenz. Auch ohne dieses Signal könnten die angeführten historischen Tatsachen ihre Wirkung nicht verfehlen, vor dem Rückfall in den entsetzlichsten Wahn zu warnen, der je die Menschheit entwürdigt hat. Die Sagen der Juden. Gesammelt und bearbeitet von Micha Josef ben Gorion. Band II. Die Erzväter, Frankfurt a. M., Rütten u. Loening. M. 7,—. Wie der erste Band, den wir auf diesen Blättern bereits gewürdigt haben, entspricht auch der vorliegende allen Anforderungen an eine erschöpfende und übersichtliche Sammlung der weithin verstreuten jüdischen Ueberlieferungen, die an Personen und Erzählungen der Bibel anknüpfen, sowie eine sinngetreue und dabei doch flüssige Uebersetzung dieser in verschiedenen Sprachen erhaltenen Literatur. Als menschliche Dokumente haben diese Erzählungen, wie jede andere derartige Sammlung, an sich ihren unbestreitbaren Wert. Der Ausbeute für die jüdische Sagenforschung bieten sie aber noch ganz besondere Schätze. Dass in einem Schlussbande nicht allein, wie bei den Grimmschen klassischen Leistungen, Parallelen aus dem heute so eifrig bearbeiteten Gebiet der allgemeinen Sagenkunde zusammengetragen, sondern auch nach der Methode der modernen Mythenforschung nach den Wurzeln der einzelnen Traditionen geschürft werden wird, halten wir vom Standpunkt der Wissenschaftlichkeit für unerlässlich. Der Erfolg würde die aufgebotene Mühe reichlich lohnen. L. Ginzberg, The legends of the Jews. (Aus dem deutschen Manuskript übersetzt von H. Szold.) I. Bible times and characters from the Creation to Jacob. Philadelphia 1913. The Jewish Publication Society of America. —.Dieses Unternehmen unterscheidet sich von dem Ben Gorions dadurch, dass hier nicht die einzelnen Überlieferungen in ausführlicher Uebersetzung, sondern zusammengezogen wiedergegeben werden. Obwohl Quellenangabe sowie der übrige wissenschaftliche Apparat einem späteren Bande vorbehalten bleiben sollen, kann man doch schon nach dem hier Gebotenen dem Sammeleifer des Herausgebers und seiner Darstellungskunst das günstigste Zeugnis ausstellen. W. Börner, Charakterbildung der Kinder. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung. M. 4,50. Dieses München 1914, von der ersten