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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1914-01-01 · 3 (1914) · p. Seite 93

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
17 (1914)
Issue
3 (1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 93 (sequence 29)
Language
German
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— 93 — Stammes auf jenen ruhte, deshalb setzte er die Weiber vor den Kindern der Gefahr aus; aus diesem Grunde liess er die Frauen, wie schon früher erwähnt, bei der Verfolgung durch Laban an letzter Stelle. Nach anderen Angaben liess er jedoch beim Überschreiten des Baches die mutigeren Frauen den zarten Kindern vorangehen. „Und die elf Kinder". Das zwölfte Kind, seine Tochter Dina, verbarg er, damit Esau sie nicht zum Weibe begehre. Doch weil er seinem Bruder die Tochter, die diesen vielleicht hätte bessern können, vorenthalten, wurde Jacob bestraft, indem Dina in die Hand Schechem's fiel.1) 3224 Er überschritt die Furt des Jabok, um zu prüfen, ob der Übergang für seine Familie möglich sei.2) 3225 Jacob blieb allein, um, wie der Talmud berichtet, kleine Gefässe zu holen, die er dort hatte stehen lassen. Der Fromme ist auf den geringsten Teil seines Besitzes bedacht, weil er ihn auf mühsame, redliche Weise erworben hat.3) Es rang ein Mann mit ihm, der Schutzengel Esaus.4) 3226 Als der Engel sah, dass er Jacob nicht beikommen konnte, dass er keine Sünde an ihm fand, die ihn in seine Gewalt hätte bringen können,5) da rührte er an den Ballen seiner Hütte. Jacob hatte zwei Schwestern geheiratet, und der Engel glaubte, dass er durch diese Ehe eine Schuld auf sich geladen.6) ) 3227 Und der Engel sprach:. „Entlasse mich! Ich bin auf Gottes Geheiss zu dir gekommen, und möchte ohne deine Erlaubns nicht von dir gehen."7) Denn der Morgen ist angebrochen. „Scheuest du," fragte Jacob, „wie ein Dieb den Tag?" „Ich bin berufen," antwortete der Engel, „in den Gesang der Scharen einzustimmen, wie es heisst (Hiob 37, 7): Wenn einstimmig jubeln die Morgensterne und jauchzen die Söhne Gottes."8) „Ich entlasse dich nicht," sagte Jacob, „bis du mich gesegnet, bis du den Segen meines Vaters bestätigt und Esaus Zurücksetzung als gerecht anerkannt hast."9) 3229 Und er sprach: „Nicht Jacob sollst du ferner genannt werden, da dieser Name an Esaus Ausspruch — dass du ihn zweimal betrogen — erinnert."10) Der Engel stellte sich auf Jacobs Seite und erklärte, nach Jacobs Willen, dass er mit den Segnungen Jizchaks einverstanden sein müsse.11) „Denn du hast mit einem *) Genesis rabba K. 77. 3) Bech. z. St. 3) Bech. nach Midrasch. 4) Genesis rabba K. 77, Raschi. 5) s. Lekach Tob p. 168. Bech. 6) Bech. z. St. 7) Bech. z. St. 8) Bech. z. St. s. Ps. Jon. Targum. 9) Raschi z. St. 10) Bech. z. St. ") Raschi z. St.

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