Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 17 (1914)
- Issue
- 3 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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— 92 — von selbst ausschliesset, zuzugestehen, die dem Israeliten bisher zu Theil gewordenen Vorzüge, insbesondere der Adel, sey für sie mit kleinen reellen Vortheil verbunden, erst durch die Anerkennung ihrer Bürgerrechte würden sie in die Lage versetzt, die Früchte ihrer edlen Denkungsart zu gemessen, und dann erst würde es ihnen der Mühe werth scheinen der Erreichung seines Standpunktes ein Opfer zu bringen. Diese Bevorziehung hätte sich aber nicht auf einzelne Individuen alleyn, sondern zugleich auf deren Familien zu erstrecken, theils der grösseren Aufmunterung wegen, theils weil die Gesinnungen des Familienvaters für die zweckmässige Erziehung der Kinder Gewähr leiste. Um in dieser letzten Hinsicht jeder Befürchtung zu begegnen, müsste den politischen Behörden eine Kontrolle über die Eignung der Söhne der Bevorzugten der Israeliten in der Art vorbehalten werden, dass 3 Jahre nach dem Zeitpunkte, wenn der Sohn eines privilegierten Juden aus der väterlichen Gewalt tritt und einen selbständigen Beruf ergreift, eine ordentliche Erhebung über seine Eignung eingeleitet, und von den Behörden entschieden werden müsste, ob er der Reihe der durch Geistes- und Gewerbstätigkeit verdienten und christlichen Staatsbürgern gleichgestellten Israeliten anzureihen wäre. Da mir daran liegt, in diesem Gegenstande, die verschiedenen Mainungen kennen zu lernen, so fordere ich den N. N. auf, mir auch Ihre Ansicht hierüber, jedoch ohne Einvernehmung irgend einer Unterbehörde unumwunden mitzuteilen. 30. März 1837. Zeena urena. Ins Hochdeutsche übertragen von Sal. Goldschmidt, Hamburg. Mit Quellennachweisen versehen von Dr. A. Marmorstein. (Fortsetzung.) 3217 „Und Raum lasset zwischen einer Herde und der andern, damit das Geschenk desto bedeutender scheine.1) Auch lässt sich dieser Ausspruch auf das Schicksal Israels unter den Nationen deuten. Der Stammvater seines Volkes wünscht, dass die Leiden und Verfolgungen seiner Nachkommen im Exil sich nicht derart drängen mögen, dass ihnen nicht Raum bleibe, sich zu erholen und wieder aufzuraffen.2) 3223 „Er nahm seine zwei Frauen, seine beiden Mägde und seine elf Kinder." Jacob schonte das Leben seiner Kinder mehr als das seiner Weiber, weil die Mission und die Zukunft seines *) Raschi z. St. 2) Bech. nach Midrasch.