Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 17 (1914)
- Issue
- 2 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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— 63 — Blau-Weiss-Liederbuch. Berlin 1914. Jüd. Verlag. 0,80 M. Ein interessanter Versuch, auch die jiddischen Volkslieder unter unserer Jugend heimisch zu machen, dem der beste Erfolg zu wünschen ist. Schalom Asch, Kleine Geschichten aus der Bibel. Berlin 1914. Jüd. Verlag. 4 M. Ein prächtiges Kinderbuch. Man fühlt es auf jeder Seite, dass der Verfasser die biblischen Gestalten und Vorgänge als Kind bereits mit dem Auge der altjüdischen Ueberlieferung gesehen hat. Die Behandlung des Turmbaues zu Babel, die Dina- und die Frau Potiphar- Geschichte dürfte dem Zweck des Buches nicht ganz entsprechen. Die Ausstattung ist vornehm. C. ' Nawratzki, Die jüdische Kolonisation Palästinas. München 1914. Ernst Reinhardt. 10 M. Jeder Palästina-Freund wird den stattlichen Band über ein ihm sympathisches Thema mit Vergnügen und hochgespannter Erwartung in die fiand nehmen. Es ist in der Tat das erste ausführliche Kompendium über den Gegenstand, das die Literatur fleissig ausschöpft. S. 478 wird berichtet, das Reifezeugnis des Jaffaer Gymnasiums werde „von den europäischen Universitäten" anerkannt. Gilt dies so uneingeschränkt? Die Titel der hebräischen Zeitschriften S. 485 sind vielfach verschrieben. Henri Bergson, Das Lachen. Jena 1914. Eugen Diederichs. 3 M. Eine der älteren Schriften Bergsons, aber die erste, in der ein Prinzip der Metaphysik auf ein anderes Gebiet, hier das der Aesthetik, anwendet. Seine Warnung vor dem Automatismus, der Ueberziehung des Lebendigen durch das Mechanische, rechtfertigt er hier, er gibt ihr eine stärkere Resonanz, in dem er als die Wirkung die Lächerlichkeit erweist und in drohende Perspektive stellt. Die ganze Meisterschaft Bergsons im Analysieren der feinsten psychischen Vorgänge, seine blühende Darstellung, seine glänzende Sprache, — alles dies sichert dem Buche bleibenden Wert. Chad gadja. Herausg. von Ii. Hermann. Berlin 1914. Jüd. Verlag. Eine Anthologie von Pesachgeschichten, die durch die Erklärungen des Seders von Lewy und Baneth in einer folgenden Auflage sich wertvoll ergänzen Hesse. Winninger, S. Biograph. Lexikon berühmter Juden aller Zeiten und Länd er. Czernowitz 1914. Selbstverl. d. Verf/s. 1. Heft. Im Zeitalter der Encyclopädien im größten Stil ein Unternehmen, das von persönlichem Mut zeugt. Ein Urteil bleibe uns bis zum Abschluss des Unternehmens vorbehalten. E.Tisserant, Specimina codicum orientalium. Bonn 1914. A. Marcus und E. Weber. 20 M. Die vorliegende Probe spricht dem Werke das glänzendste Zeugnis. Philologische Akribie vereint sich hier mit prächtiger Ausstattung. C. v. Orelli, AllgemeineReligionsgeschichte. Bonn 1911-13. A.Marcus und E.Weber. — Mit vollemRecht und triftigen Gründen wendet sich Orelli gegen die Annahme, daß der Gott Israels von Haus aus als durch die engen Grenzen des Stammes beschränkt gedacht worden wäre. Er betont die Wesensunterschiede zwischen diesem Gotte und denen der übrigen Semiten, z. B. das Fehlen geschlechtlicher Differenzierung. Daß erst die