Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 17 (1914)
- Issue
- 2 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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— 62 — Landersdorfer. Die Kultur der Babylo nie rund Ässyrer- Kempten 1912, Jos. Kosel. Eine vorzügliche Einführung in das Geistesleben dieser beiden den Kulturkreis Israels so oft berührenden Völker. S. Mühsam, Neu-Killeberg, Leipzig 1913, M. W. Kaufmann. 3 M. Dieser „zweite Teil" der durch den Verf. berühmt gewordenen „Killeberger" reiht sich dem ersten ebenbürtig an. „Die Leute von Seldwyla", ins Ghetto übertragen, nur mit mehr Liebe und weniger Tadel, wie es der Gegenstand, ganz ungeschminkt, rechtfertigt. Der letzte Abendsonnenstrahl einer versinkenden Welt. K. Knortz, Amerikanischer Aberglaube der Gegenwart.. Leipzig 1913, Theod. Gerstenberg. 3 M. Wie alle folkloristischen Arbeiten des Verf. verdient auch diese Leser weit über den Kreis der Fachgelehrten hinaus. Für uns besonders bemerkenswert sind Einzelheiten, wie Bibliomantie (S. 13, 148), Eisen als Schutzmittel gegen böse Geister (27),: das Beerdigen mit dem Kopf nach Osten (40), Salz als Schutzmittel (43). Woher die Annahme, daß 13 bei den Juden das Symbol für „Tod" sei? S. Daiches, Babylonian oil magic in the Talmud and in the later jewish literature. London 1913, Jews College, Publication Nr. 5. Eine sehr willkommene Illustration zu dem Oelzauber in der jüdischen Volkskunde, insbesondere dem Schimmusch tillim. Alb. Katz, Biographische Charakterbilder aus der jüdischen Geschichte und Sage. 2. Aufl. Berlin-Schöneberg 1914. R. Jacobsthal & Co. Das Buch, das sich bereits bei seinem ersten Erscheinen zahlreiche Freunde erworben, erscheint nun, um eine Skizze über „Esra" vermehrt, in zweiter Auflage. Es eignet sich besonders als Schulprämie. Paul Kaegi, D i e B i b e 1. Eine moderne Bearbeitung und Nachdichtung,. München 1914. Delphin-Verlag. 5,50 M. Der Verfasser bekennt selbst, hier, „anstatt die Bibel zu geben, seine Impression von der Bibel gegeben" zu haben. Er hat als echter Künstler gearbeitet, seine Uebersetzung zeigt sich oft dem Original ebenbürtig wie kaum eine zweite. Dass er in Gruppierung und Auffassung der Texte ultraradikaler Kritik folgt, wird bei denen, die den herkömmlichen Tenor der Bibel gewohnt sind, störend wirken. Einen ästhetischen Genuss wird aber das Buch allerwärts bieten. Isr. Abrahams, The book of delight and other papers. Philadelphia 1912, The Jewish Publication Society of America. Diese geistvollen und inhaltsreichen Essays, die alle bekannten Vorzüge des Verfassers vereinen, berühren auch, besonders die Nummern V (The Fox's fieart), VI (Marriages are made in heaven), VIII („Lost Purim joys" und „The Shape of Matzoth") das engere Gebiet der jüdischen Volkskunde. Man schöpft aus dem Buche neues Wissen und neue Gesichtspunkte. A. Ruppin, Zionitische Kolonisationspolitik. Berlin 1914. Jüd. Verlag. 0,30 M. Achtunggebietend steht hier die Leistung eines Mannes vor uns, der ganz in sein Werk hineingewachsen ist. Was auch immer die Kritik des Kaufmannes an dieser Leistung aussetzen sollte, dass es sich hier um ein eminent ideales Bemühen handelt, darf man nie aus dem Auge verlieren.