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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1914-01-01 · 1 (1914) · p. Seite 30

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
17 (1914)
Issue
1 (1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 30 (sequence 31)
Language
German
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- 30 — Den grössten Raum nimmt mit 1061 Nummern ein eine Sammlung von jüdische Sprichwerter, Glajchwertlech, Redensarten un Zunemenischen wegen Lender, Gegenden, Stedt un Stedtlech", bearbeitet von Priluzki und Lehmann. In einem Nachwort sucht Priluzki die Nützlichkeit des Sammeins auch solcher eintönigen, meistens nur aus zwei Worten bestehenden „Abderiten" (wozu die Sucht nach wenig verständlichen Fremdwörtern?) klar zu machen. Dann folgen drei Varianten vom Purimspiel „Goljos haplischti". Interessante Beiträge zur jüdischen Dialektologie bringen Weinger und Priluzki. Letzterer macht auf die Eigentümlichkeit des litauisch-jüdischen Dialekts aufmerksam, dem das Neutrum fehlt. Mit „Miscellanea" und Polemik schliesst endlich der Band ab. Seyfarth, C, Aberglaube und Zauberei in der Volksmedizin Sachsens. Leipzig 1913. Wilh. Heims. Mk. 6. — Dies Buch will bescheiden nur „ein Beitrag zur Volkskunde des Königreichs Sachsen" sein. Es bietet aber durch fleissige Benutzung der einschlägigen Literatur und Zurückgreifen auf die Quellen der einzelnen folkloristischen Erscheinungen einen wertvollen Beitrag zu unserer Wissenschaft Bei dem Austrennen gestickter Zeichen aus den Kleidern des Toten, bei dem Bedecken des Leichnams mit Rasen, Erde oder Steinchen (24 fg.), bei den Zaubersprüchen, S. 82 und S. 11 (Jakob und Josef), der „Satorformel", dem „Messen der Kranken" (231) und an vielen anderen Stellen hätte sich die Heranziehung auch der jüdischen Volkskunde als zweckdienlich erwiesen. Knortz, K., Die Insekten in Sage, Sitte und Literatur. Annaberg (Sachsen) 1910. Grasers Verlag. Mk. 2,40. — Dieses Buch verdient einen Leserkreis weit über den Bezirk der Folkloristen hinaus. Es beherrscht geradezu die ganze einschlägige Literatur und weiss über „Biene und Honig", „Floh und Laus", „Fliege und Spinne" u. a. m. sehr unterhaltsam zu plaudern. Die gleichen Vorzüge weist eine zweite in dem gleichen Verlag 1911 (Mk. 1,80) erschienene Monographie des Verf.s über die „Reptilien und Amphibien" auf. Hier hören wir sehr viel Neues über Schlange, Frosch, Schildkröte usw. Ziegler, J., Dokumente zur Geschichte der Juden in Karlsbad. Karlsbad 1913. R. Hengstenberg. — Eine Jubiläumsschrift, die (S. 32 f., 70 u. s.) neue Belege für den Hass und die Unduldsamkeit beibringt, unter denen der Jude allenthalben zu leiden hatte. Müller, Max, Leben und Religion. J. Engelhorns Nachf. Stuttgart. — Diese „Gedanken aus den Werken, Briefen und hinterlassenen Schriften" des berühmten Oxforder Orientalisten zeigen von neuem, wie wir in ihm neben dem grossen Historiker der Religion auch den originellen Denker über Fragen der Religion selbst bewundern dürfen. So wird diese Zusammenstellung zu einem wertvollen Wegweiser für alle Gottsucher. Von den bei J. C C. B r u n s, Minden i. W. (ä Mk. 2,50) erscheinenden „Brevieren ausländischer Denker und Dichter" sind neuerdings von Hagemann „Worte Ruskins", von G. J. Wo 1 f „Worte Carlyles" und von Bergmann „Worte Moses" herausgegeben worden. Von der Auswahl des Besten aus den Werken der hier behandelten Geistesheroen abgesehen, sind diese Bücher schon ihrer gehaltvollen Einleitungen wegen allen Lobes wert. Wir erfahren, wie Ruskin seinen Stil am Alten Testament gebildet hat, wie "Carlyle aus dem gleichen Grunde von

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