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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1914-01-01 · 1 (1914) · p. Seite 31

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
17 (1914)
Issue
1 (1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 31 (sequence 32)
Language
German
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— 31 — den Franzosen als „der Schottedes Alten Testaments" bespöttelt wurde, und Bergmann zeigt in seiner Abrechnung mit der Bibelkritik eine so glückliche Haltung, dass er sich dadurch, wie auch durch andere zutreffende Ausführungen, den Dank aller Verehrer seines Helden verdient hat. Pines, M., Die Geschichte der jidischdeutschen Literatur. Leipzig 1913. G. Engel. Mk. 4,50. — Von diesem verdienstlichen, von uns auf diesen Blättern bereits gewürdigten Werke ist nun eine von G. Hecht besorgte deutsche Uebersetzung erschienen. Dem wachsenden Interesse, dessen sich das Jidischdeutsche und sein Schrifttum in dem letzten Jahrzehnt zu erfreuen hat, kommt dieses Buch sehr zweckmässig entgegen. Besonders zu begrüssen sind die Proben im Urtext aus weniger bekannten Denkmälern dieser Literatur. Namen wie Gordon, Goldfaden, Abramowitsch, Frug usw. werden dadurch auch Fernstehenden geläufig werden. Das in demselben Verlag (Mk. 3,40) erschienene „Pharisäische Judentum" von R. T. Herford (übersetzt von R. P e r 1 e s und eingeleitet von F. P e r 1 e s) hat bereits eine solche Verbreitung gefunden, dass es sich für uns nur noch erübrigt, auf die Meisterschaft hinzuweisen, mit der dieser christliche Apologet des Judentums es versteht, in die tiefsten Gründe der jüdischen Volksseele hineinzuleuchten. Kein Jude und keiner, der den Juden kennen lernen will, darf dieses Buch ungelesen lassen. M. Eine vortreffliche Ergänzung, mit Berücksichtigung auch der späteren christlichen Literatur bietet zu dem Buche Herfords S. Pick's Judentum Christentum in ihren Unterscheidungslehren, Frankfurt a. M. 1913, J. Kauffmann. M. 3. — Das Christentum lehrt, abweichend vom Judentum, den Dualismus „Gott und Satan", die Dreieinigkeit, die Marien- und Heiligenverehrung, „Gottes Sohn" und „Gottes Mutter", „Menschwerdung", Bilderdienst, Erkennbarkeit Gottes. Auch die Gegensätze zwischen der christlichen und der jüdischen Ethik und Eschatologie werden klar aufgedeckt. Gern hätten wir, etwa am Schluss, die Belege gefunden. Sombart, W., Der Bourgeois, München und Leipzig 1913. Duncker u. Humblot. M. 12. — Gegen die rasende Verbreitung des Kapitalismus ist, damit schliesst der Verfasser, eine Löschmannschaft zu organisieren, „damit sie den Brand lösche, der in die umfriedeten Hütten unserer Kultur geschleudert wird." Wer sind die Brandstifter? Fünf werden ihrer genannt, von ihnen stellt Nr. 2 und 3 das Judentum, so „die aus dem jüdischen Geiste geschaffene Börse." Das Judentum „drängte seiner Veranlagung nach auf schrankenlose und grenzenlose Betätigung des Erwerbsstrebens und wurde bei diesem Streben durch seine Religion nicht gehindert, sondern unterstützt. Die Juden haben bei der Entstehung des modernen Kapitalismus wie ein katalytischer Stoff gewirkt." Und nun im einzelnen: die Juden wurden, wie Florentiner und Schotten, durch ihre Blutsveranlagung von der Seefahrt zurückgehalten (S. 435); sie waren ein Sprengstoff im Gemäuer des alten Staates (S. 371). Uebervorteilung des Nichtjuden war dem Juden von seinem Religionsgesetz nicht nur erlaubt, sondern, genau genommen (S. 342), geboten! „Am Fremden darfst du einen Schmu machen, darfst auch im Verkehr mit ihm 'mal fünfe gerade sein lassen* du begehst damit keine Sünde (S. 345)." In diesem Ton geht es durch das ganze Buch. Wir sind gewiss die letzten, die den Juden ihren Anteil an der Schaffung der modernen Kulturwerte bestreiten. Die Motivierung bei Somibart aber gibt

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