Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 17 (1914)
- Issue
- 1 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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— 27 — Sohnes Rabbi Isaak hieran nicht den geringsten Anspruch oder die mindeste Forderung mehr als Ihr anderen Alle, sondern Ihr habt alle gleichen Anspruch an diesen Papieren, sowie an anderen von mir hinterlassenen Sachen. 2. ) Habe ich auch meinen erstgeborenen Sohn Isaak, wegen seines Antheils als Erstgeborener, was er von meiner Hinterlassenschaft bekommen sollte, bei seinen Lebzeiten zufrieden gestellt auf Art und Bedingung, dass er und seine Erben an meinem ganzen Nachlass kein Recht, keinen Anspruch und keine Forderung mehr haben sollen, wegen Antheils seiner Erstgeburt, sondern seine Erben, nach ihm sollen wegen ihres seeligen Vaters ihren Antheil an der Erbschaft bekommen, aber nur den Theit meines Sohnes, nach dem Erstgeborenen, wie meine übrigen Söhne. 3. ) Ich habe Euch schon in dem zweiten Testamente, wie oben gesagt, befohlen im ersten Punkte, dass meine obgenannten drei Söhne das Geschäft mit allem Nachdruck am bayerischen Hofe betreiben sollen zum Vortheil aller meiner .Creditoren u.s.w. und habe auch durch meine Soehne alle Creditoren ersucht, das ganze Werk weiter dirigiren zu lassen. Indessen muss ich meine Worte noch weiter auseinander setzen und erklären, dass keiner von meinen Soehnen sich privatim in irgend eine Verantwortlichkeit einlassen, noch auch von einem vorzuspiegelnden Profit sich verführen lassen soll. So sagt schon der Weise (Sprüche Salomonis 23,4): „mühe dich nicht ab, reich zu werden, lass ab von deiner Vernunft (Entwürfen)!'4 Denn der Mensch weiss nicht, was der Tag erzeugt, und in jedem Augenblick kann die Veränderung kommen. Wie viel mehr sich auch mit keinem grossen Herrn über sein Vermögen einzulassen, und besonders am bayerischen Hofe, da Seine Durchlaucht der Churfürst keine Leibeserben hat. So sagen auch unsere Weisen (Thalmud Traktat Aboth Kapitel 2, 3): „seid vorsichtig mit grossen Herren4', und so weiter. Und Ihr, meine lieben Kinder, nehmt Euch nur von mir selbst ein Beispiel, wie viel Mühseligkeiten und Leiden mir zugekommen sind, dass ich fast den grössten Theil meines Lebens auf einem fremden Platze und unter fremden Leuten zugebracht habe, und ohne Gottes unendliche Gnade ich dies Alles nicht hätte ertragen können, woraus der Verstaendige noch weiter schliessen kann. Ingleichen habe ich dahin getrachtet, Euch zu erinnern und zu warnen, in dem Fall, dass Ihr, meine drei Söhne, die Ihr hierüber Vormünder seid, oder irgend Jemand von allen meinen Criditoren bevollmächtigt sein sollten, und es sollte constituirt werden, das bayerische Geschaeft für dieselben und respective das ganze Geschaeft generaliter zu betreiben, mit selbigen vorher auszumachen und zu reguliren, wie viel jeder Creditor zu den unumgänglichen steigenden grossen Kosten, direct oder indirect, beizutragen oder von seiner Forderung, nach Richtigstellung, Euch geniessen lassen soll und muss. Hierbei sollt Ihr Euch erinnern, was der Kaufmann Runner gethan hat, als er nach München ging, dass er nämlich von der Administration und von meinen Creditoren verlangt hat,