Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 17 (1914)
- Issue
- 1 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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— 25 — Vater, der seelige Rabbiner, dem allerhoechsten Hause Oesterreich fünfzig Jahre lang gar viel erspriessliche Dienste sowohl in Kriegsais in Friedenszeiten, durch seinen Credit, wie das in unsern Ilaenden habende kaiserliche Privilegium klar verlautet, allerunterthaenigst geleistet hat, und ingleichen auch ich selbst, als ich in meinem Stande war, über fünf und zwanzig Jahre von mir damit fortgefahren worden, zum Beweise, dass im Jahre 1720 nach erfolgtem türkischen Frieden mein seeliger Vater und ich, wegen der in jenem Kriege geliehenen haaren Geldantizipationen, unter den in jenem Jahre in vielen Parteien auf Stadtbanko angewiesen gewesenen fünf und zwanzig Millionen mit sechs Millionen mitbegriffen . gewesen sind, folglich auch allerunterthänigst bitten, in Betracht dessen Allerhoechst deren allergnaedigsten Schutz und allermildesten Beistand meinen Erben angedeihen zu lassen, dass bei diesem neuen Testamente ihnen gerechteste Hilfe und Handhabung gegeben werden moege; Ingleichen an Seine Durchlaucht den Churfürsten in Bayern nebst der hochloeblichen Landschaft meine unterthaenigste Bitte, um in Betrachtung zu ziehen, und nach hoechst deren meinen Herren Assistenten und mir gegebenen vielfältigen Versicherungen, sowohl meinen Kindern als meinen Creditoren ferner gnaedigst beizustehen, dass die neuen Landschafts-Papiere ausgefertigt und ihnen zugestellt werden moegen. Und hier endige ich nun mit Segenswünschen für Alle, welche dieses mein Testament halten. Zu mehrerer Bekräftigung habe ich mich nebst den obgedachten beiden Zeugen eigenhändig unterzeichnet. Geschehen in München, den siebzehnten des Monats Elul Jahr der Welt 5522 (i. e. 1762). Simon Wolf, Sohn des berühmten seligen Rabbiners Rabbi Simson Wertheim. Am ersten Wochentage, den siebzehnten Tag des Monats Elul Jahr der Welt 5522 (1. e. 1762), ist vor uns gekommen (hier folgen die üblichen Formeln): Koppel, Sohn des seeligen Rabbi Qumpel aus Fürth, E 1 c h a n a n , Sohn des seeligen Rabbi L ö b aus Worms. Meine geliebten Soehne, Töchter und Enkel, nämlich meine Söhne: Rabbi Samuel, Rabbi Abraham, Rabbi J o s e 1, Rabbi Salomen und Rabbi Mendel, die Erben meines seligen Sohnes Rabbi Isaak, meine Tochter, die Frau Frommet, und ihre Kinder, meine Tochter die Rabbinerin Frau T o 1 z e, mein Eidam Rabbi Joseph und dessen Gattin, meine Tochter Hanna, Gott moege Eure Lebenstage verlaengern, und nie moege Euch Missgunst schaden! Kommet meine Kinder, und hoert von mir, was ich nun noch sagen will, ob ich gleich schon meine Hand in Bewegung gesetzt habe, mit der Feder alle Gedanken meines Herzens niederzuschrei-