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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1914-01-01 · 1 (1914) · p. Seite 15

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
17 (1914)
Issue
1 (1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 15 (sequence 16)
Language
German
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— 15 — komrnission, wie es meine notgedrungen überreichten Memorialien klar bezeugen, gegen die klaren kurfürstlichen und landschaftlichen Obligationen, wie auch gegen die im Jahre 1729, unter Präsidium des jetzigen Oberhofmeisters Herrn Grafen von Preising, Exzellenz konferenzialiter mit mir geschehene Adjustierung mir nicht allein von meiner gehabten liquiden Forderung und akkordierten Temporemora Zinsen (Verzugszinsen) über zwei Millionen abgebrochen, sondern auch die vom Jahre 1724, — zu welcher Zeit schon die akkordiert gewesenen Zahlungen ins Stocken geraten sind, — gehabten grossen Schäden und übermässigen Ausgaben, — welche durch deren nunmehr verstrichenen liquidierten Wechsel erlitten habe, und die sich wohl auf fünfzehnmal hunderttausend Qulden erstrecken, da doch die kurfürstlichen und landschaftlichen Obligationen lauten, dass alle Schäden und Kosten bei zurückbleibender Zahlung mir bezahlt werden sollen, — mir mit keinem Heller vergütet haben. Und dieses noch mehr, da ich dadurch in München, — um die grossen Kosten zu bestreiten, als auch die Zinsen zu vier Prozent an meine Kreditoren bezahlen zu können, an welche ich mich verbindlich machen musste, solche vom 1. Ja^nner 1753 an zu bezahlen, da ich hingegen dieselbe erst vom 1. Oktober 1753 an von der hochlöblichen Schuldenkommission bekommen habe, — Geld mit weit grösseren Zinsen aufnehmen musste und dadurch aufs neue Schuldner wurde. Zudem kommt noch, dass, ob ich schon vor neun Jahren mit dem Kurfürsten und der Landschaft und der gemeinsamen hochlöblichen Schuldenkommission laut gefertigter Rechnung liquidiert habe, von dem allergnädigsten Kurfürsten unterm 1. August 1754 gefertigten Schemas, reguliert wurden, dessenungeachtet die akkordierten und so fest versicherten neuen hochlöblichen Landschaftsassekurationen auf diese Zeiten bisher noch nicht bekommen konnte. Daher konnte ich auch leider meinen Kreditoren die versprochene Richtigkeit noch nicht leisten, und eben darum musste ich nicht allein in München, sondern auch in Wien stets grosse Kosten haben, und ich musste auch vielen in Not geratenen Kreditoren ohne Wahl ihre rückständigen Zinsen früher zahlen, bevor ich solche von der hochlöblichen Schuldenkommission bekommen hatte. Grösstenteils habe ich mehr Agio in München bezahlt, um Wiener Kurant zu kaufen und nach Wien zu schicken, als mir von meinen Kreditoren vergütet worden, und so hat sich leider mein Vermögen täglich vermindert, so dass ich heutigestags nicht wissen kann, was mir übrig bleibt, nachdem alle Kreditoren bezahlt sein werden, und daher kann ich nicht getadelt werden, wenn notwendig ist, dieses Testament zu ändern, wie weiter unten erklärt wird. So wahr ich nun zu reden anfange, vernichte ich hiermit alle Testamente, welche ich bisher so oft gemacht habe, dass sie alle vollkommen vernichtet, weder bekräftiget noch bestätigt sein sollen, sondern für gar nichts geachtet. Sollte sich von jenen Testamenten etwas abgeschrieben finden in der Hand meiner Kinder oder in der Hand eines Verwandten oder Nichtverwandten, soll hier-

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