Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 17 (1914)
- Issue
- 1 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 10 - ihn sein Vater segnend zum Herrn gesetzt, nichts zu fürchten habe. — An das Ende stellte er die Esel und die Füllen, damit andeutend, dass Esau einst sich demütig beugen werde vor dem gesalbten Erlöser, von dem es heisst (Secharja 9): „Siehe, dein König kommt gerecht und siegreich, demütig und auf einem Esel reitend, auf einem Füllen der Eselin." — Die Zahl der geschenkten Tiere — 550 — ist gleich der Zahl der Jahre, während deren die edomitische Herrschaft der jüdischen im heiligen Lande vorangegangen ist. — Es wird gefragt, warum Gott nicht,, wie Laban, auch Esau erschienen sei, um ihn warnend zu veranlassen, etwa schlimme Absichten gegen Jacob nicht auszuführen. Es sollte ein Zeichen für die späteren Geschlechter sein, ist die Deutung, dass es der Dränger und der Leiden bedarf, um Israel zu läutern und auf dem Wege der Frömmigkeit zu erhalten. — Jacob flehte damals bei Laban nicht wie hier, dringend um Gottes Beistand, weil er wohl Esau, jedoch nicht Laban als unerbittlichen Feind fürchtete, dessen ganzes Geschlecht auch seinen Nachkommen gefährlich sein werde. — Und wozu bedurfte Jacob aller dieser Vorbereitungen? Geleiteten ihn nicht die Engel, die ihn vor allen Unbilden hätten schützen können? Der Allgütige jedoch will zeigen, dass seine Frommen der Hilfe der Engel nicht bedürfen, dass sie — ohne Mittler — nur unter seinem Schutze stehen, wie ja auch Jacob den Engel, mit ihm ringend, besiegte.1) (Schluss.) Jüdische Volkslieder aus Mohilew, Mitgeteilt von S. Gureschitz. 1. 1. Papier is weiss in Tint is schwarz Zi dir, mein siss Leben, oj, zieht mir mein Harz, Ich wollt nischt gesclofen drei Nächt nachanand, Zu kischen dein schein Penim'l (Antlitz), zu halten dein Hand 2. Hechten bei der Nacht bin ich auf Wetscher gewen, Viel scheininke Meidelech seinen dorten gewen, Nor ein scheininke Meidele sie 'stellt sich mir vor Mit ihre zwei schwarze Oigelech, mit ihre blonde Hör. 3. Die Teichele hot sich ungehojben jogen un jogen Gekummen a schein Bocherl (Jüngling) die Liebe zuschlogen. Der bett Kleider in der bett doch Geld, Ich darf nit kein Kleider, ich darf nit kein Geld, Ich darf, Duscheniu, ois fihren die Welt. 2. Hu ha heinele Komm zu mir in Kremele Ich well dir weisen 3) Bech. z. St